FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014. Oberligameister 2015, 2018

VORBERICHT

DIE SPANNUNG STEIGT - OPTIK VORM FINALE

Der Countdown läuft, das Knistern beginnt. Der FSV Optik steht erstmals seit 2004 wieder im Landespokalfinale und könnte mit dem Pokalgewinn und dem Einzug in den DFB-Pokal einer ohnehin schon sensationellen Saison das Sahnehäubchen aufsetzen. Einen Tag vor dem Finale werfen wir einen Blick auf die Begegnung, den Gegner und die Vorbereitung. Außerdem haben wir uns - vor seinem letzten Spiel - mit unserem Kapitän Patrik Scholz unterhalten...

Der Countdown läuft, das Knistern beginnt. Der FSV Optik steht erstmals seit 2004 wieder im Landespokalfinale und könnte mit dem Pokalgewinn und dem Einzug in den DFB-Pokal einer ohnehin schon sensationellen Saison das Sahnehäubchen aufsetzen. Einen Tag vor dem Finale werfen wir einen Blick auf das Spiel, den Gegner und die Vorbereitung. Außerdem haben wir uns - vor seinem letzten Spiel - mit unserem Kapitän Patrik Scholz unterhalten.

Gleich drei freie Tage hatte Ingo Kahlisch seinen Spielern nach dem Sieg im Halbfinale verordnet - nach neun ununterbrochenen englischen Wochen eine willkommene Pause für die geschundenen Fußballerbeine. Die wurden am Montag bei einem "lockeren Waldlauf" schließlich wieder aktiviert.

"Die Jungs wieder auf Puls und Spannung in die Mannschaft bringen", hieß des Trainers Mission. Die war spätestens mit dem abschließenden Trainingsspiel erfüllt. In dem ging es gut zur Sache - wie gewohnt stauchte Damir Coric seine Nebenleute beinahe im Minutentakt lautstark zusammen. Diesmal war ausgerechnet Petrus Baldes der Leidtragende. Besonders glücklich schaute der ohnehin nicht drein, hatte er doch eine Wettschuld gegen Mario Delvalle einlösen müssen. Mario hatte am Saisonanfang darauf getippt, dass sein Kollege mindestens zehn Einsätze in der Regionalliga bekommen würde. "Peter" hielt dagegen und muss nun mit einer mehr als gewöhnungsbedürftigen pfirsischfarbenen Haarpracht leben. Etwas Gutes konnte er dem Ganzen dann aber doch abgewinnen: "Eigentlich habe ich ja gar nicht wirklich verloren", blickte er stolz auf seine 15 Einsätze zurück.

Die Stimmung in der Mannschaft ist also gut und bis auf Pelle Klötzing (Armbruch) und Benjamin Wilcke (Gehirnerschütterung) sind alle Spieler an Bord. Und schließlich ist am Mittwoch auch der zwölfte Mann mit von der Partie. Nachdem der erste Fanbus komplett ausgebucht ist und auch für den zweiten Bus nur noch Restkarten erhältlich sind, rechnen Optiks Verantwortliche mit mindestens 200 Rathenower Schlachtenbummlern, die das Team nach Altlüdersdorf begleiten und für Heimspielatmosphäre sorgen sollen. So wie 2004 als der FSV in Schöneiche letztmals im Pokalfinale stand. Die bittere 0:1-Niederlage ist immer noch ein Stachel im kollektiven Optik-Gedächtnis. Auch bei Ingo Kahlisch, der mit Grausen an das Spiel zurückdenkt und die Szene aus der 112. Minute noch genau vor Augen hat: "Daniel Babetzki steht zwei Meter von Selimi entfernt, der lässt sich fallen und der Schiedsrichter pfeift Elfmeter", ärgert er sich auch heute noch über die Entscheidung des damaligen Unparteiischen, Oliver Mattig. "Vom Schiedsrichter wird am Mittwoch vieles abhängen", hofft Kahlisch auf die Regionalliga-Erfahrung von Schiedsrichter Christopher Musick.

In Altlüdersdorf gab es nach dem 3:1-Halbfinalsieg kurzzeitig Unsicherheit, da Fürstenwalde beim Verband den Einsatz von Ibrahim Sory Cissé moniert hatte. Der Altlüdersdorfer Angreifer war in der Oberliga zuletzt mit Rot vom Platz geflogen und eigentlich noch gesperrt - allerdings nur für Spiele auf NOFV-Ebene. Während für einen Spieler aus der Landes- oder Brandenburgliga die Sperre auch im Pokal gegolten hätte, ist dies bei Sperren aus dem NOFV-Spielbetrieb nicht der Fall. Somit ist am erstmaligen Finaleinzug des SV Altlüdersdorf statutenrechtlich nicht mehr zu rütteln.

Der lila-weiße Weg ins Finale führte über den Landesligisten Victoria Templin (4:1), die Landesklasseelf von Union Klosterfelde (10:1), den Verbandsligisten Eintracht Miersdorf/Zeuthen (3:2) und den Oberligaaufsteiger FC Strausberg (7:1). Nach dem Halbfinalsieg am Freitag stand schon am Sonntag das nächste Punktspiel auf dem Programm: mit einer B-Elf wurde der BSC Süd 05 mit 3:0 besiegt. Nicht nur dieses Ergebnis zeigt, dass die Granseer Vorortler durchaus noch ein anderes Kaliber sind als der TuS Sachsenhausen. In der Rückrundentabelle der Oberliga liegen die Lilia-Weißen immerhin auf dem zweiten Tabellenplatz, nur zwei Punkte hinter dem Regionalliga-Aufsteiger BFC Viktoria! Sportlich trennen den FSV Optik und den SV Altlüdersdorf also keine Welten. Vielleicht sind es am Ende sogar die Fans, die den entscheidenden Unterschied machen können, wenn der große Traum wahr werden soll!

(Nico Roesenberger)

[img_li]OptikBilder/Spielerfotos/Scholz/scholz_training_1213.jpg[/img_li] Und hier wie versprochen noch ein kurzes Interview mit unserem Mannschaftskapitän Patrik Scholz, der sich zukünftig auf seinen Beruf bei der Polizei konzentrieren wird und uns zum Saisonende verlässt. Aber bevor es soweit ist, hat er noch ein letztes großes Ziel mit dem FSV...

Hallo Scholle, wie fühlst du dich denn vor deinem letzten Spiel im Optik-Dress?

Ehrlich gesagt, ist mir das gar nicht so bewusst, daran denke ich noch nicht. Das wird dann wohl erst nach dem Spiel am Mittwoch kommen. Im Moment liegt der Fokus voll darauf, das Finale zu gewinnen. Das ist eine einmalige Chance.

Und wie ist die Stimmung in der Mannschaft?

Wir sind eigentlich nicht nervös, eher konzentriert. Uns ist natürlich allen bewusst, was wir hier schaffen können und was die Jungs, die hier bleiben, nächste Saison für ein Erlebnis haben können mit - bei einem bißchen Glück - einem Spiel gegen einen Erstligisten.

Du konntest ja beim Halbfinale in Sachsenhausen nicht dabei sein. Warst du überrascht von dem deutlichen Ergebnis?

Was heißt überrascht, sicherlich durfte man Sachsenhausen nicht unterschätzen. Aber ich habe auch gesagt, wenn wir anständig und konzentriert spielen, gewinnen wir dort deutlich. Es waren ja dann doch zwei Ligen Unterschied, und in einem Halbfinale unterschätzt man keinen Gegner mehr.

Wie schätzt du unseren kommenden Gegner ein?

Ich habe ja in der Zeit, seit ich hier bin, einige Spiele gegen Altlüdersdorf gemacht, und da war kein Spiel dabei - das letzte Testspiel mal ausgenommen - in dem wir klar und deutlich gewonnen haben. Die haben eine gute Mannschaft mit ein paar "ekligen" Typen und waren ja in der Rückrunde richtig erfolgreich. Es war immer schwer gegen Altlüdersdorf, vor allem auf dem kleinen Platz dort. Am Mitwoch wird wohl nicht nur zählen, wer besser Fußball spielt, sondern auch wer besser kämpft und den größeren Willen hat. Das wird ein heißer Tanz!