FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014. Oberligameister 2015, 2018

VORBERICHT

DICKER BROCKEN AUS DEM HARZ

Am Sonntag geht es für den FSV am Vogelgesang gegen eine weitgehend unbekannte Größe. Halberstadt ist zwar nur 150 Kilometer von Rathenow entfernt, und doch trennen Optik und den SV Germania in mancherlei Hinsicht Welten.

Am Sonntag geht es für den FSV am Vogelgesang gegen eine weitgehend unbekannte Größe. Halberstadt ist zwar nur 150 Kilometer von Rathenow entfernt, und doch trennen Optik und den SV Germania in mancherlei Hinsicht Welten.

Denn am Rande des Harzes hat sich neben dem Tourismus auch der Fußball seinen Stellenwert in der Stadt verschafft. Mit den Stadtwerken als Hauptsponsor haben sich im nagelneuen Friedensstadion beachtliche professionelle Strukturen entwickelt, inklusive einer eigenständigen Fußball-GmbH.

Auf sportlicher Ebene gab es zu Beginn dieser Saison erstmals etwas Unruhe, als der Erfolgstrainer Andreas Petersen, unter dem die Mannschaft im Vorjahr den Aufstieg in die Regionalliga geschafft hatte, seine Zelte abbrach und diese 50 Kilometer nordöstlich, in Magdeburg, wieder aufschlug. Doch mit Willi Kronhardt wurde schnell ein Ersatz gefunden. Der Ex-Profi von Energie Cottbus hatte zuvor, mindestens ebenso überraschend, seinen Trainerposten bei Lok Leipzig abgegeben.

Im Vorharz angekommen, setzte Kronhardt auf einen verjüngten Kader und sortierte mehrere altgediente Kräfte aus. Unter anderem auch Torhüter Sebastian Kischel, viele Jahre Identifikationsfigur des Teams, und einer der letzten Halberstädter im Team. Doch der Erfolg gab Kronhardt Recht, inzwischen hat sich sein Team, nach zuletzt vier Spielen ohne Niederlage einen Platz im oberen Tabellendrittel erkämpft.

Prunkstück des Halberstädter Spiels ist die kompakte Abwehr, die zuletzt nicht viel zuließ. Und vorn ist der VfB Germania unberechenbar für jeden Gegner. Die elf Treffer wurden von zehn verschiedenen Schützen erzielt. Mit Jens Gottschick führt ein Abwehrspieler die interne Torschützenliste mit zwei Treffern an. Zumindest er dürfte mehreren Optikern bekannt sein, durchlief er doch die Hertha-Nachwuchsschule.

Übrigens, in Halberstadt begann einst auch Jürgen Sparwasser seine Karriere. Der aktuell bekannteste Spieler des Kaders ist aber natürlich Ex-Profi Emmanuel Krontiris (Borussia Dortmund, 1860 München), dessen Verpflichtung kurz nach dem Saisonstart beträchtliches Aufsehen erregte.

Auch beim Namen des Unparteiischen werden ältere Fußballanhänger überlegen. Alexander Sather aus Grimma stammt aus einer Schiedsrichterdynastie. Er wird die Partie wieder zur gewohnten Anstoßzeit um 13.30 Uhr freigeben. Sein Vater, Harald Sather, leitete vor 20 Jahren einige Partien der in die Oberliga aufgestiegenen Havelländer.

Wer bei Optik am Sonntag in der Startelf steht, ist noch nicht klar. Definitiv fehlen werden die verletzten Sascha Tröger, Murat Yilmaz und Daniel Pfefferkorn. Moris Fikic und Damir Coric plagten sich mit Erkältungen, hoffen aber dabei zu sein. Ingo Kahlisch, der die Würstchenstädter beobachtet hat, warnte: "Das ist ein unglaublich kompaktes Team. Da ist höchste Konzentration gefordert, es wird wohl ein Geduldsspiel." Egal, wer letztendlich aufläuft - so wie die Rathenower Fußballer auf dem Platz alles geben werden, hoffen sie von den Rängen wieder auf zahlreiche und lautstarke Unterstützung.