FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014. Oberligameister 2015, 2018

OBERLIGA

SAISONABSCHLUSS MIT MEISTERFEIER

Trotz Rathenower Aufbäumens setzt sich Zehlendorf am Vogelgesang mit 4:2 durch und feiert den Aufstieg in die Regionalliga.

Ulf Kuchel, Staffelleiter Nord der NOFV-Oberliga hatte den richtigen Riecher. Er war zur Meisterehrung in Rathenow, auch Lichtenberg wäre ja möglich gewesen. Am Vogelgesang holte sich Hertha Zehlendorf mit einem 4:2-Erfolg die noch fehlenden drei Punkte zum Staffelsieg und Regionalligaaufstieg.

Aus Berlin waren sogar noch mehr als die angekündigten 100 Zuschauer angereist. Da durch die spannende Konstellation auch mehr Rathenower Fußballfreunde den Weg zum Vogelgesang fanden als sonst, waren es bei 427 zahlenden, inklusive Kindern und Ehrengästen um die 500 Besucher.

Nach offenem Beginn, Shai Neal bekam beim Kopfball nicht genug Druck hinter das Leder, übernahm die kleine Hertha die Initiative. Das mussten sie auch, denn Rivale Lichtenberg hatte früh getroffen. Die Berliner Feldüberlegenheit führte jedoch nicht zu allzu vielen Chancen. Meist stand Optiks Abwehr konzentriert. Erwähnenswert sicher ein Kopfball von Sven Reimann, bei dem nicht viel fehlte.

Trotz des Kampfes bei den Gastgebern stand es zur Pause 0:2. Aber wie unglücklich kam das aus FSV-Sicht zustande! Einen Freistoß spielte Hertha flach in den Strafraum. Dort war Jonas Borkowski einen Schritt eher am Ball als Albert Frank Millgramm. Der Hauptstädter ließ sich fallen und bekam einen Elfmeter zugesprochen. Hier lag Schiedsrichter Florian Strübing, der ansonsten angesichts der Bedeutung der Partie recht wenig zu tun hatte und nur einmal Gelb zog, komplett daneben. Lenny Stein war es egal, mit einem wuchtigen Schuss verwandelte er zum 0:1.

Kurz vor der Pause ein harmloser Abschluss von Serhat Polat, der so unglücklich abgefälscht wurde, dass sich Simeon Hawwary strecken konnte, so viel er wollte. Unmittelbar neben dem Pfosten kullerte der Ball zum 0:2 ins Netz.

Aus der Kabine kamen die Süd-Berliner mit dem unbedingten Willen, schnell alles klar zu machen. Nach gerade zehn Sekunden ein Schuss von Serhat Polat, knapp vorbei. In der 48. Minute die scheinbare Entscheidung, George Didoss wurde kurz vor dem Strafraum nicht energisch angegriffen und traf mit einem äußerst präzisen Abschluss zum 0:3.

Doch nun zeigte sich, es handelt sich nicht mehr um den FSV Optik der Herbstrunde, der nach Rückständen auch mal auseinander fiel. Unverdrossen wurde weitergekämpft und schnell belohnte sich die Mannschaft auch. Zur Entstehung des 1:3 lässt sich nicht viel sagen. Nach einem Getümmel zahlreicher Akteure im Strafraum gab es einen Pfiff und die Geste des Referees in Richtung Elfmeterpunkt. Shpetim Xhaka lag da am Boden. Da Eric Stiller ziemlich bedröppelt vom Tatort schlich, war er vermutlich der Übeltäter. Jasper Kühn ahnte die Ecke, aber der Schuss von Jerome Leroy war so scharf und platziert, dass der Ball den Weg zum 1:3 ins Tor fand.

Und kaum 180 Sekunden später stand es 2:3. Jonas Borkowski zeigte ein feines Solo an drei Gegenspielern vorbei. Seinen Abschluss aus extrem spitzen Winkel aufs kurze Eck ließ Kühn durchrutschen.

Nun war es "Endspielatmosphäre" auf Rasen und Rängen. Bei Hertha begann das große Zittern, noch ein Optiktreffer und der Traum vom Aufstieg wäre ausgeträumt. Und Rathenow schenkte nichts ab. Mehrfach brannte es lichterloh im Berliner Strafraum. Schade, dass Jerome Leroy das Leder bei seinem Schuss nur mit der Innenseite traf, da lag der Ausgleich in der Luft. Auf der Gegeseite hielt Simeon Hawwary gut gegen Marc Enke. Fünf Minuten vor dem Ende entschied Sven Reimann mit einem präzisen Kopfball nach einem Freistoß das Spel und die Meisterschaft. Kurz nach dem Abpfiff bekamen die Gäste dann vom Staffelleiter den Meisterpokal überreicht.

Ingo Kahlisch: "Erst einmal Glückwunsch an Hertha Zehlendorf zum Aufstieg. Zu heute, ich denke, für die Zuschauer war es eine top-interessante Partie. Wir haben uns im Lauf der Saison stabilisiert, das haben wir auch heute gezeigt und darauf können wir aufbauen. Gefreut habe ich mich über den Zuspruch. Fast 500 Zuschauer, es war eine richtig gute Stimmung."

Bilder vom Spiel

Optik: Hawwary - Akinsete (86. Tchienguin Touko), Gerlach, Reichenbach, Tobola (86. Lukanov) - Xhaka, Njie - Borkowski (G), Leroy, S. Neal (67. Vicente) - Zghal (67. Bateman)

Tore:
0:1 Lenny Stein (31./FE)
0:2 Serhat Polat (41.)
0:3 George Didoss (48.)
1:3 Jerome Leroy (53./FE)
2:3 Jonas Borkowski (56.)
2:4 Sven Reimann (85.)