FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014. Oberligameister 2015, 2018

REGIONALLIGA

NUR KURZE ENTTÄUSCHUNG

Gegen Hertha BSC II dreht Optik nach einer starken Leistung einen Rückstand, kassiert aber in der 89. Minute noch das 2:2.

Lucas Will traf gegen Hertha doppelt.

Von der U23 von Hertha BSC trennte sich der FSV Optik 2:2. Nur der späte Zeitpunkt des Berliner Ausgleichstreffers sorgte für kurze, leise Enttäuschung bei Spielern und Fans. Einstellung und Leistung waren absolut in Ordnung.

Wie im Vorbericht angekündigt, hatte Ingo Kahlisch etliche Ausfälle zu beklagen. Zumindest Ali Gündogdu stand erstmals in dieser Saison im Kader. Er sah, wie die 458 Zuschauer, keine gute Anfangsphase. Es zieht sich derzeit wie ein roter Faden durchs Rathenower Defensivspiel - der erste Eckball einer Berliner Mannschaft führt zu einem Gegentreffer. Das war bei Tasmania so, bei Lichtenberg und am Freitag schon wieder.

Dass Kicker aus der hauptstädtischen Talenteschmiede auch mal einen einhauen ist klar. Aber so ungehindert wie Julian Albrecht von der Strafraumgrenze zum 0:1 darf man keinen Gegner abziehen lassen. "Danach hatte ich ein bisschen Angst, die nehmen uns heute auseinander", gestand Ingo Kahlisch.

Stimmt, mehrere Minuten lang wirkte Hertha komplett überlegen. Ante Covic`s: "Da hatten wir Oberwasser", war zu jenem Zeitpunkt noch symbolisch gemeint, in der zweiten Halbzeit konnte man es wörtlich nehmen. Aber so weit sind wir noch nicht. Denn nun folgte erst einmal die Phase, die Rathenows Trainer mit: "Fußballerisch haben wir das nach dem Rückstand gut gemacht. Diesmal sind wir nach dem 0:1 sehr, sehr ordentlich zurückgekommen" kommentierte.

Lohn war die Pausenführung durch einen Doppelpack von Lucas Will. Das 1:1 war so eine Art Gerd-Müller-Gedächtnistor. Aus einer höchstens halben Chance spitzelte Lucas das Leder ins Netz. Das 2:1 war toll herausgespielt, und zeigt, was für ein Potential in dieser Optikelf steckt.

Zwischen beiden Erfolgen gab es eine gute Rettungstat von Lucas Hiemann, der die Chance von Christalino Atemona - klar, nach einem Eckball - reaktionsschnell vereitelte. Übrigens war das Ergebnis auch wieder auf der Anzeigetafel ersichtlich. Ein herzlicher Dank geht an Elektromeister a.D. Reiner Schmidt.

Pünktlich mit Wiederbeginn begann es zu regnen. Berlin musste mehr machen und tat das. Zwingende Möglichkeiten gab es allerdings nicht. So richtig hundertprozentige Torgefahr konnte Optik bei den Kontern ebenfalls nicht erzeugen, dazu ging es beim finalen Pass des öfteren nicht genau genug zu. Immerhin merkte man den Kickern an, dass sie sch so kurz vor der Bundestagswahl ausgiebig mit Klimapolitik beschäftigt haben.

Als sich nämlich die Witterung so etwa nach einer Stunde von "Starkregen" auf "extremer Wolkenbruch" umstellte, wurde auf beiden Seiten bei jeder sich bietenden Gelegenheit der Torabschluss gesucht. Das heißt, trotz des Wetters blieb es für die Zuschauer äußerst unterhaltsam.

Apropos: Auf den Rängen war der FSV klarer Sieger. Die Optik-Fans harrten tatsächlich auf dem Berg hinter dem Tor aus und machten 90 Minuten lang unüberdacht Stimmung! Dass die sich nicht zum Torjubel steigerte, verhinderte Florian Palmowski, der beim Schuss von Nicola Köhler noch eine Faust ans Leder bekam.

In der Schlussviertelstunde schlug der Himmel zweimal entscheidend zu. Nein, nicht mit Blitzen, Schiedsrichter Christian Allwardt musste zwar zwischendurch einige Male sorgenvoll nach oben blicken, konnte das sehr faire Spiel aber problemlos zu Ende bringen. Auf dem Platz war Optik erst im Glück, dann ganz spät im Pech. Der soeben eingewechselte Joe Williams, super freigespielt, rutschte vor dem Tor weg, vergab so den wohl sicheren Ausgleich.

Der fiel dann in der 89. Minute. Diesmal erwischte Vassilios Polichronakis eine Stelle ohne Standfestigkeit. Dadurch ergab sich die Lücke für Emincan Tekin, die dieser mit einem wunderschönen, unhaltbaren Schlenzer zum 2:2 nutzte.

Nach einigen Minuten des Sammelns und Extraloben für Lucas Will und Johannes Pistol erklärte Ingo Kahlisch dann: "Ich bin gar nicht so enttäuscht. Man muss ja auch die Gesamtentwicklung sehen, da war das heute ein Schritt in die richtige Richtung."

Das sahen sehr viele Fans genauso. Völlig durchnässt blieben sie auch nach dem Schlusspfiff noch im Stadion und feierten die Jungs. Bei dem einen oder anderen zeigte sich dann alsbald auch wieder ein kleines Lächeln. Und um das Ganze abzurunden - als die letzten Würste und Bierbecher verkauft wurden, strahlten die Sterne von einem nun wolkenlosen Himmel.

Spielbericht auf Ostsport.TV

Die Trainerstimmen nach dem Spiel

Bilder vom Spiel

Optik: Hiemann - Polichronakis, Gröger, Wilcke, Langner - Sejdovic, Gustavus (G) - Pistol, Dzafo (65. Köhler), Muiomo (77. Gildenberg) - Will (86. Techie-Menson)

Hertha: Palmowski - Röcker, Fuchs, Atemona - Abu-Alfa (46. Tekin), Albrecht, Bustamante (73. Williams), Haxha - Čović, Michelbrink (67. Ziemer) - Werthmüller

Tore:
0:1 Julian Albrecht (8.)
1:1 Lucas Will (28.)
2:1 Lucas Will (39.)
2:2 Emincan Tekin (89.)