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REGIONALLIGA

BRANDENBURGER LANDESDERBY AM VOGELGESANG

Von den 16 Mannschaften der Regionalliga Nordost kommen mit Optik Rathenow und dem SV Babelsberg nur zwei aus Brandenburg. Am kommenden Sonntag treffen beide im Landesderby aufeinander.
Von den 16 Mannschaften der Regionalliga Nordost kommen mit Optik Rathenow und dem SV Babelsberg nur zwei aus Brandenburg. Am kommenden Sonntag treffen beide im Landesderby aufeinander.

Wohl bekannt ist diese Paarung im Landespokal. Dort hatten die Filmstädter immer die Nase vorn. Immer? Nimmt man nur Optik I stimmt das. Kurioserweise schieden die Potsdamer aber in den frühen 90er Jahren mal beim Kreispokalsieger Optik II im Elfmeterschießen aus.

Am Sonntag trifft Rathenow auf ein Babelsberger Team, das nach dem Drittligaabstieg im Sommer fast komplett umgekrempelt wurde. Der überaus erfolgreiche Start der 03er war daher sogar eher eine Überraschung. Nach drei Spieltagen war Babelsberg mit drei Siegen Spitzenreiter. Inzwischen hat sich das etwas relativiert.

Platz acht mit ausgeglichenem Tor- und Punktekonto ist in etwa das, was nach einer Neuformierung zu diesem Zeitpunkt Ziel sein muss. In der Truppe um den Ausnahmefußballer Süleyman Koc steckt genügend Potenzial, um am Ende noch ein gutes Stück nach oben zu klettern. Ob Potsdam für den sofortigen Wiederaufstieg stark genug ist, scheint fraglich. Das war aber auch nicht der Anspruch der Vereinsführung - die wirtschaftliche Konsolidierung steht im Vordergrund.

Beim FSV Optik sind derzeit alle Akteure an Bord. Überraschend schnell verheilt ist der Rippenbruch bei Salih Cetin, der am Dienstag nicht nur wie angekündigt lief, sondern bereits wieder am Torschusstraining teilnahm. Kapitän Mario Delvalle ist nach abgelaufener Gelb-Rot-Sperre ohnehin wieder dabei. Sportlich ist also alles im Lot.

Wer dieser Tage auf der Homepage des FSV unterwegs war, hat sicherlich auch die Eintragungen im Gästebuch gelesen. Tatsächlich gab es in den letzten Spielen eine Tendenz von den Rängen, sich auf den Unparteiischen einzuschießen. Die junge Optik-Elf braucht aber die Unterstützung der Fans!

Deshalb der Appell: Feuert die Mannschaft an, laut aber fair! Und das gilt für alle. Wenn auch aus dem Fanblock mal ein unbedachtes Wort kommt, die Treuesten der Treuen stehen zu einhundert Prozent hinter den Aktiven. Was den Spielern auffiel: das gerade auf der Tribüne die Stimmung schnell mal kippt. Niemand sollte vergessen, dass Optik Rathenow weiterhin eine Amateurmannschaft ist. Fehler und Rückschläge wird es immer wieder geben, um so wichtiger ist die Unterstützung! Mit Meckerei ist den Jungs nicht geholfen.

Nach dieser eindringlichen Bitte noch die statistische Pflicht: Schiedsrichter der am Sonntag um 13.30 Uhr beginnenden Partie ist Martin Bärmann, der zwar jetzt in Leipzig wohnt, aber weiter Mitglied des 1. FC Guben ist. Im Übrigen hat sich erstmals seit der FSV Optik Rathenow wieder in der Regionalliga spielt, auch der RBB mit einem Fernsehteam angemeldet.


Ein Nachspiel hatte übrigens das Punktspiel des FSV Optik bei Hertha BSC II. Nachdem Ingo Kahlisch vom Schiri in der Halbzeitpause auf die Tribüne verbannt wurde, musste er für den NOFV eine Stellungnahme verfassen. Den Auslöser der Aufregung, Fanol Perdedaj, hat es da wesentlich schlimmer getroffen. Zunächst: Wer sich das Video vom Spiel aufmerksam betrachtet hat, erkennt, dass Schiedsrichter Andreas Becker wohl richtig entschieden hat. Tatsächlich lief Perdedaj aus der Mauer bevor Murat Turhan schoss. Insofern war Gelb-Rot wegen Unsportlichkeit und kein Handelfmeter, sondern Wiederholung des Freistoßes durchaus vertretbar.

Das sieht man inzwischen auch beim FSV so. Der Berliner Spieler war da aber total anderer Auffassung. Nach der Ampelkarte belegte er den Referee mit Worten, die uns der Anstand verbietet, zu wiederholen. Dies hatte einen Sonderbericht zur Folge. Da Perdedaj Profi, sprich Lizenzspieler ist, trat die DFB-Disziplinarkommission auf den Plan. Drei Wochen Sperre für alle Spiele aller Hertha-Teams erfolgte als Strafe. (Detlev Nießner)