AM SONNTAG GEGEN DEN 1. FC MAGDEBURG
Irgendwann im Sommer... In der "Expertenrunde", die sich allmorgendlich im Sport-Shop zum Kaffeetrinken trifft, sagt jemand:" Dieses Jahr werden wir nach fünf Spielen ungeschlagen auf Platz Drei stehen. Wenn dann Magdeburg kommt, sind die schon fünf Punkte und sieben Plätze hinter uns!" Der gute Mann wäre in hohem Bogen rausgeflogen.
Aber der verrückte Fall ist tatsächlich eingetreten. Der beste Start, den je eine Rathenower Regionalligaelf hingezaubert hat, sorgte für diese Konstellation. Dazu läuft es auch im Landespokal. Zweimal angetreten, zweimal zu Null gewonnen. (Das Achtelfinale wird übrigens in der Halbzeitpause des Verbandsligaspiels VfB Hohenleipisch - Babelsberg 03 II am 21. September ausgelost.)
Auch für unsere Gäste stand am vergangenen Wochenende der Landespokal im Fokus. Beim SV Liesten 22 setzten sich die Elbestädter mit 7:0 durch. Was soll man sonst über den 1. FC Magdeburg schreiben? Einziger Europapokalsieger der DDR - das ist für die Ewigkeit. Jeder Fußballinteressierte kann mit Namen wie Sparwasser, Streich, Seguin u.s.w. etwas anfangen. Doch was zählt ist das Heute und Hier.
Da stehen die Blau-Weißen zwar wirklich hinter Optik, haben aber noch ein Nachholspiel in der Hinterhand. Der FCM gewann den "Pott" in Sachsen-Anhalt und stand dadurch wie Optik in der ersten Runde des DFB-Pokals, dort gab es ein 0:1 gegen Energie Cottbus. Erwähnenswert vielleicht noch, dass der FCM in der vergangenen Saison für einen neuen Zuschauerrekord bei Punktspielen im umgebauten Volkssportpark verantwortlich war - genau 1793 Fans zahlten Eintritt. So weit das Positive. Sportlich lief es nicht so gut für unsere Jungs. 0:3 und 0:1 hieß es 2012/13.
Ein strahlendes Lächeln präsentierte Ingo Kahlisch dieser Tage auf der Geschäftsstelle. Allerdings nur auf dem Gruppenfoto des Trainerseminars, dass er mit Bravour bestanden hat. Aktuell plagen ihn mal wieder Sorgen. Genauer gesagt, seine Spieler plagen sich. Und zwar mit Grippe. Gleich für drei Stammkräfte fiel das Training aus. Leon Hellwig, Hakan Cankaya und Damir Coric hoffen, bis Sonntag wieder fit zu werden, wobei der Trainer zu bedenken gab:" Wenn du vor so einem Spiel mehrere Tage nicht trainierst und auch nicht die volle Kraft hast, wird es natürlich schwierig."
Wie ist es denn überhaupt mit der Tabellenkonstellation? Wird möglicherweise das Saisonziel geändert? Nein, natürlich nicht. In der Beziehung hat es der Coach, der gleich nach dem Meuselwitz-Spiel von elf Punkten gegen den Abstieg sprach, leicht. Die Spieler wissen das Ganze nämlich auch selbst richtig einzuordnen, bleiben ruhig und bescheiden. So gab zum Beispiel Mario Delvalle zu bedenken: "Auerbach war im Vorjahr nach fünf Spielen sogar Zweiter. Am Ende haben sie erst am letzten Spieltag den Klassenerhalt gesichert."
Die Partie, die am Sonntag um 13.30 Uhr beginnt, wird von Schiedsrichter Lasse Koslowski aus Berlin geleitet. An der Kasse gibt es dann erstmals das neu gestaltete Programmheft, das sich ähnlich wie beim Spiel gegen den FSV Frankfurt präsentiert. (Detlev Nießner)