GEZITTERT BIS ZUM SCHLUSS
Eine große Überraschung gab es vor dem Anpfiff. Kapitän Mario Delvalle stand in der Anfangsformation. Seine vermutete Virusinfektion entpuppte sich glücklicherweise nur als Erkältung. Außerdem blieb Murat Turhan zunächst auf der Bank.
Los ging es mit einer guten Chance für die Gäste. Marcel Goslar, Sohn des Wacker-Trainers, setzte sich über rechts durch. Im letzten Moment konnte er abgedrängt werden, traf nur das Außennetz. Unkorrekt nach Meinung der Gäste, die vehement Strafstoß forderten. Ähnlich knapp war es nach 15 Minuten auf der anderen Seite, als Süleyman Kapan nach gewonnenem Laufduell so eben noch vom Ball getrennt wurde.
Da hatte Optik schon wechseln müssen. Benjamin Wilcke hatte sich ohne Fremdverschulden verletzt. Für ihn kam Marcel Bahr zu seinem ersten Regionalligaeinsatz. "Ein bißchen Angst hatte ich, den Jungen da so reinzuwerfen", gab Kahlisch später zu. Diese Angst war unbegründet - der 18-jährige schwang sich zum besten Spieler auf dem Platz auf.
Ansonsten gibt es aus der ersten Hälfte nicht viel zu berichten. Marcel Goslar, aktivster Südharzer, scheiterte zwei Mal an Marcel Subke, der diesmal den Vorzug vor Selvedin Begzadic erhielt. In Erinnerung bleibt aber vor allem ein toller Schuss von Süleyman Kapan, den David Primke im Wacker-Tor ebenso toll parierte.
Aus der Kabine kam Rathenow viel agiler. Endlich bekamen die leider erneut nur knapp 400 Fans leidenschaftliche Angriffsaktionen zu sehen. Hakan Cankaya und Sebastian Huke scheiterten an Primke. In der 51. Minute fand Jerome Leroy keine Anspielstation. So zog er aus der Distanz einfach ab. Der fast ansatzlose Schuss schlug genau im Dreiangel ein - ein Traumtor!
Danach blieb Optik überlegen, mehrfach reagierte Primke gut. Zwanzig Minuten vor dem Ende ein Foul von Jan Benes an Süleyman Kapan. Das Ganze im Strafraum, folgerichtig also der Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Lars Albert aus Muldenhammer. Hakan Cankaya übernahm die Verantwortung und verwandelte rechts unten zum 2:0.
Dass es dennoch spannend blieb, lag am einzigen Fehler des sonst Ruhe ausstrahlenden Marcel Subke. So konnte Matti Langer aus Nahdistanz unbedrängt einköpfen. Echte Tormöglichkeiten erkämpften sich die Gäste danach aber nicht mehr. So blieb es beim 2:1, das dem FSV erst einmal Platz 5 bescherte.
Das nächste Punktspiel gibt es erst am kommenden Sonntag gegen den anderen Aufsteiger Viktoria Berlin. So ist es Dienstag Zeit für den traditionellen Freundschaftskick gegen die SG Rhinow/Großderschau. Die Partie im Lilienthal-Stadion beginnt um 18.00 Uhr. (Detlev Nießner)
MDR-Bericht
Jörg Goslar: "Wir haben es trotz mehr Spielanteilen nicht geschafft, vor dem Tor gefährlich zu werden. Und dann ist es natürlich bitter, durch ein sicherlich schönes Tor aus der Distanz und einen Elfmeter, den man geben kann, zu verlieren. Wir müssen es dann akzeptieren, dass wir als Aufsteiger noch nicht so weit sind, aus dieser Überlegenheit Tore zu machen. Für die Jungs ist es schade, so einen wahnsinnigen Aufwand zu betreiben und am Ende mit leeren Händen dazustehen. Wir sind auf jeden Fall gut beraten, vom Anfang bis zum Ende jeden Punkt einzusammeln, um mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben."
Ingo Kahlisch: "Ich habe bis zum Schluss gezittert, weil mir klar war, dass Nordhausen ein starker Gegner ist, der sehr robust ist und sich viele Chancen erarbeitet. Wir haben in der ersten Halbzeit heute nicht unser Spiel gezeigt, aber wir werden halt nicht in jedem Spiel 100 Prozent spielen können. In der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel über den Kampf gewonnen. Die Führung brachte dann der Sonntagsschuss von Jerome. So ein Tor erzielt er vielleicht alle hundert Jahre, also hat er jetzt ein bisschen Zeit. Loben möchte ich Marcel Bahr, der heute als 18-jähriger sein erstes Regionalligaspiel gemacht hat und seine Sache sehr ordentlich gemacht hat. Richtig zufrieden bin ich heute trotzdem nicht, weil wir mehr können. Die Liga ist sehr ausgeglichen in diesem Jahr mit starken Aufsteigern. Umso mehr freuen uns über die drei Punkte für den Klassenerhalt. Aber um die Liga langfristig halten zu können, müssen endlich auch Stadt, Kreis und Politik wach werden."
Optik: Subke - Cetin, Delvalle, Coric, Wilcke (12. Bahr) - Leroy (G), Hellwig - Kapan, Cankaya, Ismaili (86. Uslucan) - Huke (72. Turhan)
Nordhausen: Primke - Goslar (59. El-Zein), Benes (G) , Langer, Halstenberg (G) - Tunc (G), Juraschek (59. Hauswald) - Biank, Rischker, Hauck - Löhmannsröben (79. Lehmann)
Tore::
1:0 Leroy (51.)
2:0 Cankaya (71./FE)
2:1 Langer (80.)