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REGIONALLIGA

UM ZWEI PUNKTE GEBRACHT

Mit einem 1:1 ist der FSV Optik aus dem Vogtland zurückgekehrt. Doch Ingo Kahlischs Freude über den Punktgewinn beim VFC Plauen hielt sich angesichts einer ärgerlichen Fehlentscheidung des Schiedsrichters in Grenzen...
Mit einem 1:1 ist der FSV Optik aus dem Vogtland zurückgekehrt. Doch Ingo Kahlischs Freude über den Punktgewinn beim VFC Plauen hielt sich angesichts einer ärgerlichen Fehlentscheidung des Schiedsrichters in Grenzen.

Früh Morgens kurz nach sechs Uhr ging es los am Vogelgesang. Gute fünf Stunden später, gegen 11:30 Uhr, bog der Mannschaftsbus der Optiker auf das Gelände der Sternquell-Arena in Plauen ein. Gab es in der letzten Saison, im ersten Regionalligaspiel nach 12 Jahren, dort noch eine knappe 1:2-Niederlage, wurde in dieser Spielzeit von den Vereinsoberen ein Punkt als Ziel ausgerufen. Auf der Anfahrt gab es zur Motivation im Bus die ersten 90 Minuten des DFB-Pokalspiels gegen den FSV Frankfurt zu sehen.

Und motiviert gingen die Rathenower gleich zur Sache. So prüfte Murat Turhan bereits in der vierten Minute Oliver Birnbaum, den Torhüter der Plauener, per Kopf. Auch die nächsten Minuten gehörten den Männern aus Rathenow. Nach einem Handspiel an der Strafraumgrenze durch Sascha Thönelt setzte Hakan Cankaya den folgenden Freistoß haarscharf über das Gebälk. Nur fünf Minuten später, gespielt war mittlerweile eine Viertelstunde, segelte eine der insgesamt sieben Rathenower Ecken in den Strafraum der Vogtländer. Den zu kurz geratenen Abwehrversuch der Plauener nahm Süleyman Kapan direkt, scheiterte aber am aufmerksamen Birnbaum.

Dieser Versuch schien der Weckruf für die Vogtländer zu sein und es entwickelte sich ein munteres Spiel mit Chancen auf beiden Seiten.Nach einer Ecke durch Daniel Rupf war die Abwehr nicht auf der Höhe und Sascha Thönelt kam frei zum Kopfball. Zum Glück für die Havelländer strich der Ball knapp am vom Begzadic gehüteten Tor vorbei. Auf der anderen Seite war es erneut Cankaya, der per Freistoß für Trubel vor dem gegnerischen Tor sorgte. Auf Höhe der Mittellinie spielte er den Ball hoch in den Strafraum des VFC, direkt auf Turhan, der den Ball knapp am Tor vorbei köpfte.

Aber auch Plauen war immer wieder durch Daniel Rupf, dessen Ecken und Freistöße eine ständige Gefahr für die Rathenower darstellten, dem Tor nahe. Seine beste Gelegenheit hatte Rupf allerdings aus dem Spiel heraus. In der 25. Minute schoss er, nachdem Wilcke von Schindler überlaufen wurde und dieser den Ball scharf von Rechtsaußen in den Rathenower Fünfmeterraum gepasst hatte, den zu kurz geratenen Klärungsversuch Delvalles gekonnt gegen den Innenpfosten, von wo aus der Ball in die Arme von Optiktorwart Begzadic flog.

Inmitten der besten Phase des Heimteams plötzlich die Rathenower Führung. Nach einer schönen Flanke von Hellwig verpasste Turhan zwar knapp, doch sein hinter ihm stehender Bewacher, Philipp Frisch, grätschte in der 27. Minute völlig unbedrängt den Ball zum 0:1 ins eigene Tor. Nach der Gästeführung ging beim Heimteam erstmal nicht mehr viel. So hatte Optik zehn Minuten vor der Pause sogar die Chance auf 2:0 zu erhöhen, Leon Hellwig vergab allerdings freistehend, nachdem er durch Cetin gut freigespielt worden war.

Mit 0:1 ging es in die Halbzeitpause. Was Trainer Kahlisch den Jungs in der Kabine mitgegeben hat, ist nicht bekannt, die zweite Halbzeit begann für die Brandenburger aber furios. Nach einem schnell ausgeführten Freistoß war Huke in der 49. Minute plötzlich durch, konnte aber freistehend den Ball nur am Kasten vorbei schieben. Eine Minute später die gleiche Situation. Schnell ausgeführter Freistoß auf Huke, der passte diesmal aber auf den freistehenden Kapan. Doch auch dieser setzte den Ball knapp neben den Kasten. Weitere zwei Minuten später war es Cankaya, der den Ball gefühlvoll über die Abwehr in den Lauf von Turhan hob, welcher mit viel Übersicht auf Kapan zurücklegte, der erneut freistehend den Ball nicht im Tor unterbringen konnte.

Dann war plötzlich Schluss mit Optiks Angriffsfußball und Plauen kam wieder ins Spiel. So hatten sie jede Menge Ballbesitz, kamen aber an der gut gestaffelten Abwehr der Rathenower nicht vorbei. Das blieb auch so bis zur 70. Minute. Der nur wenige Sekunden vorher eingewechselte Knoll kam im Zweikampf mit Kapan an der Strafraumgrenze zu Fall. Schiedsrichter Stefan Kleinschmidt sah die Situation allerdings im Strafraum und entschied auf Strafstoß. Diese Gelegenheit ließ sich Plauens Standardschütze Rupf nicht nehmen und traf zum 1:1-Ausgleich.

Nur fünf Minuten später fast das 2:1 für Plauen. Andreas Knoll traf per Distanzschuss die Unterkannte der Latte, von wo aus der Ball zurück ins Feld sprang und schließlich von der Rathenower Verteidigung geklärt werden konnte. Auch die letzte Chance hatten nochmal die Vogtländer. Falk Schindler schoss kurz vor Schluss den Ball per Freistoß gut platziert in Richtung linke Torecke. Selvedin Begzadic konnte diesen aber noch mit einer Glanzparade von der Linie fischen. Kurz darauf war Schluss in Plauen und beide Teams konnten sich über einen verdienten Punkt freuen. (Thomas Lücke)

Michael Hiemisch: "Mit der ersten Halbzeit war ich nicht zufrieden. Wir wollten drei Punkte. Das war aber kämpferisch nicht zu sehen. Wir standen zu weit weg von den Leuten. In der zweiten Hälfte hat das Team gefightet, aber Rathenow mit vielen Individualisten kam immer wieder zurück. Solche Dinge wie das Eigentor unterlaufen uns zu viel. Wir ringen noch um Konstanz, um die Liga und Tore."

Ingo Kahlisch: "Vor dem Spiel wäre ich mit einem Punkt zufrieden gewesen. Nach der Partie bin ich es nicht. Wir hätten heute gewinnen müssen. Direkt nach der Pause wurden drei, vier Hundertprozentige vergeben. Dann kam der Elfmeter, der vollkommen zu unrecht gegeben wurde, denn zum einen war es kein Foul und zum anderen war es außerhalb des Strafraumes. Da war der Schiedsrichter im Land der Träume. Wir fühlen uns heute mal betrogen vom ansonsten gut agierenden Schiri. Mit der Leistung des Teams bin zufrieden, aber wir müssen geiler darauf sein Tore zu schießen. Weiter geht’s Optik!"

Tore:
0:1 Frisch (27./Eigentor)
1:1 Rupf (71./Elfmeter)

Plauen: Birnbaum - Thönelt, Färber (69. Knoll), Lietz (G), Frisch - Zimmermann (46. Landgraf / G), Rupf (G) - Schubert, Schindler, Wild (G / 84. Sajbidor) - Girth

Optik: Begzadic - Cetin, Coric (G), Delvalle, Wilcke - Leroy, Hellwig - Huke (90+1. Owczarek), Kapan (88. Regulski), Cankaya (G) - Turhan (76. Ismaili)