OPTIK VORM ERSTEN AUSWÄRTSSPIEL
Das war im Vorjahr die Auftaktpartie und Plauen gewann damals mit 2:1. Gearbeitet wurde bei den Sachsen fast unter Profibedingungen, Trainer Dirk Berger peilte einen Platz im Vorderfeld an. Die Bedingungen verschlechterten sich sehr schnell, der Coach suchte im Winter das Weite. Viele sahen im VFC den Absteiger Nummer Zwei (Torgelow war schon nicht mehr zu retten).
Doch mit dem außerhalb der Gebirgsregion weitgehend unbekannten Michael Hiemisch gelang den Verantwortlichen ein Glücksgriff. Sachlich und beharrlich führte er das Team zum Klassenerhalt. Seit der Sommerpause gilt nun dort das "Rathenower Modell." Nein, es heißt nicht wirklich so, aber beim VFC gehen die Spieler mittlerweile auch einer Beschäftigung nach. Nicht alle wollten das mittragen. Fünf Akteure hatten gemeinsam mit Berger schon im Winter das ihrer Meinung nach sinkende Schiff verlassen, sechs weitere folgten nach Saisonschluss.
So geht es nun erst einmal nur um den Klassenerhalt. Und das ist den Vogtländern durchaus zuzutrauen. Zwar startete man mit zwei Niederlagen, aber die neuformierte Mannschaft braucht natürlich etwas Zeit. Apropos neu: Die Zugänge sind teilweise sehr interessant. Erstmal hat Plauen die wohl exotischste Verpflichtung aller 90 deutschen Regionalligisten getätigt. Der Mann hat den normalen Namen Rene Wagner, kickte bislang aber bei Hawaii Pacific University. Von weiter weg kommt kein anderer Viertligakicker. Europa-League-Erfahrung hat Edvinas Jasaitis, litauischer U-21-Nationalspieler, mit dem SK Siauliai gesammelt. Und dann wäre da ja noch Benjamin Girth. Der kommt vom 1. FC Magdeburg, kickte dort aber in der Zweiten, also Verbandsliga. Im Moment ist er an einem Paradoxon beteiligt, das es wohl nur zu Saisonbeginn gibt. Plauen Tabellenletzter - Girth Spitzenreiter in der Torschützenliste. Und das mit drei Kopfballtreffern! So verrückt kann Fußball sein.
Vom Tabellenstand des Gegners läßt man sich beim FSV nicht blenden. Voll konzentriert bereitet sich die Optik-Elf vor. Dabei fehlte am Dienstag Trainer Ingo Kahlisch. Grippekrank - das gab es in seinen 24 Jahren auf der Bank erst ganz selten. Erwischt haben muss es ihn wohl am Sonntag bei der Beobachtung der Partie zwischen dem BAK und Magdeburg. Das Team selbst blieb nach dem Erfolg über Neustrelitz von größeren Blessuren verschont. Nur Damir Coric ist leicht angeschlagen, hofft aber am Wochenende dabei zu sein. Ansonsten waren alle beim Training, so dass der Coach die volle Auswahl hat.
Leiter des Spiels, das am Samstag um 13.30 Uhr in der Sternquell-Arena beginnt, ist Stefan Kleinschmidt aus Leinefelde.