DFB-POKAL-SPEKTAKEL MIT NACHSPIEL
Nachdem aus dem Block unter der Anzeigetafel ein Bierbecher Richtung Schiedsrichterassistent flog, verfassten die Unparteiischen einen Sonderbericht. Für solche Vergehen sind Strafen im hohen vierstelligen Bereich nicht ungewöhnlich. Zunächst wurde Optik vom DFB nun zu einer Stellungnahme aufgefordert. "Ganz großes Kino", meinte ein verbitterter Ingo Kahlisch zu diesem Chaoten. "Mehr als 2000 Fans haben uns toll unterstützt, ein Idiot macht vielleicht alles kaputt. Wir werden dem DFB antworten und hoffen, da wir im überregionalen Bereich noch nie auffällig geworden sind, mit einem blauen Auge davon zu kommen."
Dass das Wort Alltag am Beginn dieses Berichtes in Anführungszeichen steht, hat seinen Sinn. Für den FSV Optik bleibt die Regionalliga auch im zweiten Jahr etwas ganz Besonderes. In der ersten Partie kommt es gleich zum Aufeinandertreffen zweier Landespokalsieger. Die TSG Neustrelitz hatte im Meck-Pomm-Finale Hansa Rostock mit 3:0 vom Platz gefegt. Kurz darauf wechselte Coach Rastislav Hodul als Assistenztrainer nach Aue.
Der Neue, Ex-Nationalspieler Thomas Brdaric, ist zugleich prominentester Zugang bei einem Team, das im Sommer einen kleinen Umbruch erlebte. Zehn Kicker verließen den Verein, bisher neun kamen. Es sind nicht die ganz bekannten Namen, aber die abgebenden Vereine, wie Idar-Oberstein, Oberneuland, Heimstetten oder Wilhelmshaven spielen ebenfalls Regionalliga. Von einem Substanzverlust ist also nicht auszugehen. Das machte der Pokal deutlich. Neustrelitz schaffte wie Optik nach 90 Minuten ein Unentschieden, und das gegen den Bundesligisten SC Freiburg. Im gestrigen Nachhoslpiel des 1. Spieltages der Regionalliga gelang gegen Top-Austiegsfavorit Carl Zeiss Jena ein 1:1.
Bei den Rathenowern könnte die Startaufstellung genauso aussehen, wie am Sonntag. Krank oder verletzt gemeldet hat sich jedenfalls niemand. Erfreuliche Fortschritte macht die Genesung von Marcel Subke. Dennoch dürfte sein TSG-Fluch anhalten. Schon in der Vorsaison, in der Optik zweimal mit 0:1 unterlag, verpaßte er beide Partien gegen die Residenzstädter.
Ebenfalls noch nicht dabei sein wird Onur Uslucan. Zum einen liegt die Spielberechtigung für ihn noch nicht vor, zum anderen soll der junge Angreifer, der in den letzten anderthalb Jahren nur wenig gespielt hat, behutsam aufgebaut werden.
Der Anstoß am Vogelgesang erfolgt am Samstag wieder zur gewohnten Zeit um 13.30 Uhr. Die Mannschaft hofft, dass viele Zuschauer zur Unterstützung anwesend sind. Vielleicht hat ja der eine oder andere am Sonntag Spaß an der Optik-Elf gefunden!