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OPTIK-NEWS

KEINE ANGST VOR DER REGIONALLIGA

Kurz bevor Ingo Kahlisch gestern mit seinen Spielern zum Rathaus aufbrach, um sich ins Goldene Buch der Stadt einzutragen, trafen wir uns mit dem Optik-Trainer, um mit ihm über die neue Saison zu sprechen.
Ingo Kahlisch sieht der neuen Saison in der Regionalliga optimistisch entgegen.
Kurz bevor Ingo Kahlisch gestern mit seinen Spielern zum Rathaus aufbrach, um sich ins Goldene Buch der Stadt einzutragen, trafen wir uns mit dem Optik-Trainer, um mit ihm über die neue Saison zu sprechen.

Hallo Herr Kahlisch, können Sie noch schlafen? Wie aufgeregt sind Sie vor dem Saisonstart?

Ingo Kahlisch: Überhaupt nicht aufgeregt. Es ist eher so, dass die positive Freude überwiegt.


Wie zufrieden sind Sie mit der Vorbereitung? Was machen die Verletzten?

Ingo Kahlisch: Mit der Vorbereitung bin ich insgesamt zufrieden. Es ist so, dass uns Murat Yilmaz aufgrund seines Bänderrisses vorerst nicht zur Verfügung stehen wird. Ich denke, er wird frühestens in Torgelow wieder dabei sein. Mario Delvalle ist seit gut einer Woche wieder im Training, wird aber in Plauen voraussichtlich noch nicht dabei sein. Ansonsten sind alle fit, bis auf kleinere Blessuren, wie bei Marcel Subke, der seit gestern einen dicken Finger hat.


Mit Younes Itri kam zuletzt ein weiterer Torhüter dazu. Wie wichtig war diese Personalie?

Ingo Kahlisch: Man braucht im Leistungsamateursport einfach drei Torhüter. Wir hatten in der letzten Saison die Situation, dass Marcel Subke ein paar Probleme auf der Straße hatte und wenn er Pech gehabt hätte, bis zu acht Wochen ausgefallen wäre, und Felix Baitz war zwischendurch auch mal krank. Das sind dann kritische Situationen, die ich in Zukunft vermeiden möchte.


Wer von den Dreien hat zur Zeit die Nase vorn?

Ingo Kahlisch: Younes Itri ist ja erst relativ spät zu uns gestoßen. Er muss sich jetzt erstmal ein bißchen bei uns einleben. Ich denke, für Marcel Subke und Felix Baitz ist der Konkurrenzkampf gut, auch wenn sie sich den wahrscheinlich nicht gewünscht haben, aber so ist das nunmal im Sportlerleben. Vor allem Kollege Subke braucht diese Konkurrenz. Seit der dritte Torwart da ist, ist er wieder wach.


Wie schätzen Sie die Regionalliga ein? Haben sie schon zukünftige Gegner unter die Lupe genommen?

Ingo Kahlisch: Ich habe natürlich mit Trainerkollegen gesprochen. Volkan Uluc (BFC-Trainer) meinte nach dem Testspiel gegen Magdeburg zu mir, wir brauchen keine Angst zu haben. Der FCM war in der Breite sehr gut aufgestellt, aber nicht übermächtig. Wir haben in Berlin keinen schlechteren Eindruck hinterlassen als die Magdeburger. Plauen habe ich auch beobachten lassen, dort lässt Dirk Berger sein offensives System, wie schon in Schöneiche, spielen. Ansonsten werden wir in jedem Spiel an unsere Leistungsgrenze gehen müssen und dann sehen, wie man mit der Mannschaft durchkommt. Und wichtig ist - ich denke, das ist der Vorteil bei uns - wenn es nicht so läuft, die Nerven zu behalten und immer wieder weiterzumachen, um das Saisonziel zu schaffen.


Das da wäre?

Ingo Kahlisch: Den FSV Optik mit dem Konzept Arbeit, Schule, Fußball in der Liga zu etablieren. Deshalb sind wir natürlich nach wie vor auf der Suche nach Sponsoren, wobei das sehr sehr schwierig ist. Von daher war der neue Trikotsponsor schon ein Glücksfall für uns. Wir haben auch ein paar neue Banden im Stadion verkauft. So können wir zumindest die zusätzlichen Kosten in der Regionalliga decken.


Was hat sich im Vergleich zur letzten Saison geändert?

Ingo Kahlisch: Das Medieninteresse ist auf jeden Fall größer geworden. Die Zeitungen rufen inzwischen regelmäßig an, auch der MDR hat sich schon gemeldet. Insgesamt scheint aber das Interesse außerhalb von Rathenow größer zu sein, als in der Stadt selbst. In Potsdam werde ich öfter von wildfremden Menschen angesprochen, die mir gratulieren. Unser Aufstieg wird außerhalb von Rathenow schon sehr beachtet.


Wird künftig öfter oder anders trainiert?

Ingo Kahlisch: Nein, vom Trainingsumfang wird sich nichts ändern. Dadurch, dass wir meist Samstags spielen, bleibt eigentlich alles wie bisher.


Der Abstand zur zweiten Mannschaft ist durch den Aufstieg noch größer geworden. Wie sieht es dort aus? Ist der Aufstieg nicht inzwischen Pflicht?

Ingo Kahlisch: Es gibt keine Vorgabe. Wir wollen mit der Mannschaft natürlich gerne den Aufstieg schaffen. Wir haben dort jetzt 20 Mann im Kader und es werden auch regelmäßig immer wieder Spieler aus der Ersten aushelfen, um dort ihren Wettkampf zu haben. Es ist aber logisch, dass wir versuchen werden, aus der Kreisliga herauszukommen.


Wie sieht es im Nachwuchsbereich aus? Ist abzusehen, dass in absehbarer Zeit wieder ein Spieler den Sprung in die Erste schafft? Ricardo Quast ist ja in der letzten Saison hochgekommen. Wie schätzen Sie seinen Weg ein?

Ingo Kahlisch: Man muss dazu sagen, dass die meisten Jungs, die jetzt bei uns spielen, bei größeren Clubs in der A-Jugend-Bundesliga und teilweise sogar in der Jugend-Nationalmannschaft gespielt haben. Und es ist natürlich schwierig für unseren Nachwuchs, dort heran zu kommen. Aber wir freuen uns über jeden, der bereit ist, diesen Weg zu gehen und das wirklich schaffen will. Ricardo Quast ist ein sehr gutes Beispiel. Das ist ein vernünftiger Junge mit einer sehr guten sportlichen Einstellung, der es schaffen kann. Er hat mir im persönlichen Gespräch gesagt, er weiß zwar, dass er zur Zeit noch nicht spielt, aber er findet es total geil, dass er hier mitmachen kann. Das ist eine gesunde Einstellung, und so muss es eigentlich sein.


Wird sich an der taktischen Ausrichtung der Mannschaft etwas ändern?

Ingo Kahlisch: Nein, wir wollen unser System so weiterspielen. Kompakt, schnell, einfach über Außen nach vorne - mit Subke als Torjäger (lacht). Wir sind natürlich Sportler und wollen überall etwas holen. Unser Ziel bleibt auch in dieser Saison, auswärts einen Punkt zu holen und zu Hause zu gewinnen. Dass es schwerer wird, wissen wir natürlich.


Wer sind für Sie die Favoriten in der Regionalliga?

Ingo Kahlisch: RB Leipzig ist der große Favorit. Das Feld dahinter ist schwer einzuschätzen. Man muss sehen, wie sich das entwickelt. Ich denke, viele werden gar nicht so weit auseinander sein. Von den Namen her ist sicherlich Magdeburg ein Favorit, wobei die aber eine sehr junge Mannschaft haben. Und dann gibt es natürlich Teams, die einige nicht auf der Rechnung haben. Meuselwitz soll zum Beispiel stark sein, und dort hat der Präsident immerhin Platz 1-4 gefordert.


Wird Optik gegen die Konkurrenz mithalten können, die teilweise ganz andere Strukturen hat? Bei RB Leipzig gibt es einen Konditionstrainer, Mentaltrainer usw... Und auch unser nächster Gegner, Plauen, beschäftigt zum Beispiel gleich drei Co-Trainer.

Ingo Kahlisch: Ja, da können wir mithalten. Darüber brauchen wir uns keine Sorgen machen. Das Training teilen wir zum Beispiel auf, da werden dann bestimmte Sachen auch mal von Scholle, Hakan oder Mario übernommen, und das funktioniert schon sehr gut. Also darüber mache ich mir gar keine Sorgen.


Und müssen wir uns denn Sorgen um Herrn Kahlisch machen? Die Personalien Manager, Trainer und zudem Geschäftsführer des Sportmarketings Rathenow unter einen Hut zu bringen, bedeutet doch sicher viel Stress.

Ingo Kahlisch: Nein, den Stress brauche ich sogar. Was wirklich anstrengend sind eher die Nebengeräusche, die nichts mit Fußball zu tun haben.


Was wird sich am und im Stadion noch ändern?

Ingo Kahlisch: Die Kassenhäuschen für den Gästeeingang sind jetzt da, außerdem werden Drehkreuze am Eingang und Ballfangnetze aufgebaut. Außerdem wird ein professioneller Ordnungsdienst eingesetzt. Damit ist dann alles in Ordnung. Ich denke unser Stadion ist klein, fein und funktionell.


Die Mannschaft wird in dieser Saison in großen Stadien vor teilweise großen Kulissen spielen. Ist das ein Problem für die Mannschaft?

Ingo Kahlisch: Nein, das ist kein Problem. Im Gegenteil, das ist für die Spieler eine Motivation, die freuen sich darauf. Das ist doch einfach geil."

Hakan Cankaya (kommt dazu): Nein, das ist wirklich kein Problem. Ich habe auch schon in der Regionalliga in Magdeburg und im Leipziger Zentralstadion gespielt und habe sogar in beiden Stadien getroffen. Das ist eine Motivation, vor solchen Kulissen zu spielen. Da ist es auch fast egal, ob die für uns oder gegen uns sind, Hauptsache, da ist Stimmung. Aber für uns wäre natürlich besser.


Zum Abschluss: Was wünschen Sie sich für die Saison?

Ingo Kahlisch: Mein Wunsch für die Saison ist, dass wir es schaffen, den Verein zu stabilisieren und zu etablieren und dass das Westhavelland wach wird.