RIESENSCHRITT RICHTUNG REGIONALLIGA
Gegen Neustrelitzc zeigten die Rathenower erneut eine taktisch und kämpferisch einwandfreie Leistung. Wie bedeutsam das Spiel war, zeigte sich daran, das FLB-Präsident Siegfried Kirschen, Staffelleiter Mirko Wittig und Brandenburg`s Schiedsrichterchef Heinz Rothe zum Vogelgesang gekommen waren.
Es war ein von beiden Teams unglaublich intensiver Beginn. Nach acht Minuten hatten die Gäste bereits drei Ecken und ein wegen Foulspiels zurecht nicht gegebenes Tor. Der FSV, der auf Tsiatouchas und Scholz verzichten musste, verbuchte Schüsse von Sascha Tröger, Moris Fikic und Benjamin Wilcke. Alle drei kamen präzise, aber Torhüter Sven Roggentin war jeweils auf dem Posten.
Kaum dachte man, das Geschehen beruhigt sich etwas, schlugen die Havelländer zu. Moris Fikic setzte sich auf dem linken Flügel durch. Seine Eingabe erreichte Hakan Cankaya, der noch ein paar Schritte lief und das Leder dann ganz cool am Keeper vorbei zum 1:0 ins Netz schob.
Unmittelbar darauf die kniffligste Szene für die Rathenower Defensive, als Marcel Subke bei der Abwehr Ball und Gegner aus dem Weg räumte. Schiedsrichter Eugen Ostrin aus Eisenach sah keinen Grund einzuschreiten. Da er die gesamte Spielzeit über eine großzügige Regelauslegung anwandte und die Kicker es ihm mit meistens fairen Aktionen dankten, ging das wohl in Ordnung. Kurz vor der Pause rettete erst Sascha Tröger vor dem einschußbereiten Ingo Wunderlich. Auf der anderen Seite vergaben Moris Fikic und Hakan Cankaya, dessen Freistoßaufsetzer nur um Zentimeter vorbeiging, den möglichen zweiten Treffer.
Gleich nach dem Wechsel musste dieser fallen. Zwei Neustrelitzer verpassten eine Fikic-Flanke. Dadurch stand Dejan Kalan plötzlich allein vor Roggentin, brachte den Ball aber nicht an diesem vorbei. Das ganz große Anrennen der Mecklenburger, das wohl die meisten der 500 Zuschauer nun erwarteten, blieb aus. Optik ließ den Gegner dank unglaublicher Leidenschaft nie richtig zur Entfaltung kommen. Marcel Subke musste selten ernsthaft eingreifen. Ein an diesem Tag überragender Mario Delvalle klärte viele Bälle schon vor dem Strafraum.
Immer wieder fuhr Rathenow gefährliche Konter. Zur Entscheidung führte allerdings ein Standard: Murat Yilmaz, der damit bereits im vierten Spiel hintereinander erfolgreich war, köpfte einen Eckball von Dejan Kalan zum viel umjubelten 2:0 ins Netz. In der Schlussphase hatten die Gäste einige Male sogar Glück. Etwas mehr Übersicht bei den Kontern und das Ergebnis wäre noch höher ausgefallen. Aber das störte am Ende niemanden mehr. Der Funke war längst übergesprungen. Noch Minuten nach dem Abpfiff ging auf der Tribüne niemand nach Hause. Als sich dann Moris Fikic ein Megaphon geben ließ, ging die Post so richtig ab...
Nun hat Optik es am Sonntag selbst in der Hand. Um 14 Uhr beginnt das letzte Heimspiel gegen Union Fürstenwalde. Schon ein Punkt reicht den Havelländern zum Regionalligaaufstieg! (D.N.)
Rastislav Hodul: "Es gibt nicht viel zu sagen. Der naive Fußball, den wir heute gspielt haben, wurde von Optik bestraft. Wir wollten hinten kompakt stehen, auf Räume warten und nach vorne aggressiv spielen, aber das haben wir alles nicht umgesetzt. Wenn man nicht viel arbeitet und viel investiert, kann man auch keine Punkte holen. Optik hat verdient und clever gewonnen. Für uns wird es noch ein heißer Tanz bis zum Saisonende."
Ingo Kahlisch: "Ich freue mich riesig. Die Jungs haben mit Herz und Leidenschaft gespielt. Wir haben verdient gewonnen. Jetzt brauchen wir noch einen Punkt und dann sehen wir weiter."
Bilder vom Spiel >>
Weitere Bilder auf www.kay-harzmann.de >>
Tore:
1:0 Cankaya (22.)
2:0 Yilmaz (61.)
Aufstellung: Subke - Coric, Delvalle Silva, Wilcke (G), Tröger - Hellwig, Leroy - Fikic (73. Pfefferkorn), Cankaya, Kalan (83. Mpoutsis-Voutsis) - Yilmaz (86. Turhan)