ERSTE HEIMNIEDERLAGE SEIT SECHS MONATEN
Denn bis kurz vor Spielende hatte Optik beim Stande von 1:1 zumindest noch einen Punktgewinn vor Augen. Doch in der letzten Spielminute leistete sich die Abwehr eine einzige Unaufmerksamkeit, die Schöneiche eiskalt mit dem Siegtreffer bestrafte. Der Großteil der Zuschauer verließ mit dem Abpfiff fluchtartig das Stadion und die Spieler sackten auf dem Feld zusammen. Lange Gesichter, wohin man sah. Nicht so bei Ingo Kahlisch. Er war der erste, der die Fassung wiederfand: "Das war nur eine Niederlage, mehr ist heute nicht passiert. So ist nunmal Fußball", kommentierte Optiks Trainer das Ergebnis.
In der ersten Halbzeit lief bei frühlingshaftem Wetter zunächst alles ganz nach dem Geschmack der Zuschauer. Optik übernahm sofort die Kontrolle und setzte vorne immer wieder gezielte Nadelstiche. Delvalle, Turhan und Cankaya hatten erste gute Gelegenheiten. Schöneiche kam nach einer halben Stunde erstmals gefährlich vors Rathenower Tor. Glück für den FSV, dass Christian Gawe nach Vorarbeit von Kousal den Ball nicht richtig traf, so dass dieser knapp am Pfosten vorbei kullerte. Kurz darauf setzte Hoffmann einen Kopfball freistehend übers Gebälk. Mitten in diese kurze Drangphase fiel Optiks Führungstreffer: Nachdem die Gästeabwehr den Ball nicht weg bekommen hatte, legte Cankaya zurück auf Turhan, der das Leder mit einem sehenswerten Dropkick zur 1:0-Pausenführung ins lange Eck hämmerte.
Nach dem Seitenwechsel wurde es turbulent. Beide Teams lieferten sich zehn Minuten lang einen offenen Schlagabtausch. Schöneiches Shlyakhta scheiterte aus der Distanz und Hoffmanns Kopfball landete genau in Subkes Armen. Auf Rathenower Seite wirbelte vor allem Fikic, der einmal am Torhüter scheiterte und bei zwei weiteren erfolgsversprechenden Angriffen wegen Abseits zurückgepfiffen wurde.
In der 55. Minute dann die kalte Dusche für die Rathenower: Nach einem Distanzschuss, den Subke gut paiert hatte, stand Christian Siemund in abseitsverdächtiger Postion und staubte zum 1:1-Ausgleich ab. Optik antwortete mit wütenden Angriffen, fand aber gegen die dichtgestaffelte Gästeabwehr nicht die passenden Mittel. Die beste Gelegenheit hatte der eingewechselte Pfefferkorn, der in der 87. Minute nach Ablage von Turhan den Ball knapp nebens Tor setzte. In der letzten Spielminute dann der endgültige K.O.: Der an diesem Tag überragende Christian Siemund verlängerte einen Eckstoß per Kopf und am langen Pfosten nickte Miloslav Kousal unbedrängt zum 1:2-Endstand ein. (N.R.)
Dirk Berger: "Das war ein unheimlich schwer erkämpfter Sieg. Es war uns bewusst, dass Rathenow sehr organisiert steht und schnell umschaltet. Das mussten wir in den Griff kriegen, was uns in einer Szene nicht gelungen ist, und schon lagen wir hinten. Aufgrund der Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit geht der Sieg aus meiner Sicht in Ordnung, auch wenn natürlich eine Portion Glück dabei war. Aber das hat sich die Truppe mit Leidenschaft erarbeitet."
Ingo Kahlisch: "Für uns ist es die erste Heimniederlage seit langem. Die erste Enttäuschung ist bei mir schon verflogen. Schöneiche hat sich sehr gut bewegt, war sehr aggressiv. Bei uns gab es heute einfach zu viele Sachen, die nicht funktioniert haben, auch weil die Jungs sich selbst zu sehr unter Druck setzen. Aber ich bin guter Dinge, dass sie trotzdem ihren Weg gehen werden. Das war heute nur ein Mosaikstein in einer langen Saison. Wir werden wieder aufstehen!"
Tore:
1:0 Turhan (36.)
1:1 Siemund (55.)
1:2 Kousal (89.)
Optik: Marcel Subke - Sascha Tröger (73. Jerome Leroy), Damir Coric, Mario Delvalle, Benjamin Wilcke - Leon Hellwig, Vasilios Tsiatouchas - Vincenzo Ferrera (64. Dejan Kalan), Hakan Cankaya, Moris Fikic (G / 73. Daniel Pfefferkorn) - Murat Turhan
Schöneiche: Daniel Klose - Jan Arndt, Thomas Boden, Philipp Kulecki (G / 46. Dmytro Shlyakhta), Tom Schulz (46. Tim Ruttke) - Maximilian Hoffmann, Christian Siemund, Christopher Bräuer - Michal Dolezal (69. Shane Recklet), Miloslav Kousal, Christian Gawe