GEBURTSTAGSGESCHENK FÜR OLAF
Umso größer war jedoch die Nervosität vor dem Spiel. Ingo Kahlisch widmete dem köstlichen Büffet im ViP-Raum des Malchower SV nur einen flüchtigen Blick und auch Optiks Vereinsvorsitzender Mario Schmeling gestand ein: "Ich krieg jetzt nichts runter". Nach den letzten beiden Testspielniederlagen war zuletzt etwas Ungewissheit eingekehrt am Vogelgesang und über allem schwebte die bange Frage: Wo stehen wir?
Bereits nach zehn Spielminuten lieferte Murat Turhan die Antwort. Nachdem Kollege Moris Fikic am stark reagierenden Kornfeld im Malchower Kasten gescheitert war, stand Rathenows Torschütze vom Dienst goldrichtig und schob den Ball zum 0:1 ins Netz. Optik ging hoch konzentriert zu Werke und wirkte im Spielaufbau gefälliger als die Platzherren, die jedoch nach einer Viertelstunde nach einem Durcheinander in der Rathenower Abwehr durch Kostyk nur knapp den Ausgleich verpassten.
In der 19. Minute setzte sich Moris Fikic vor der Strafraumgrenze gut durch und verfehlte das rechte Eck nur um Haaresbreite. Fünf Minuten später auf der anderen Seite fast eine Kopie der Situation: mit einer Glanzparade konnte Marcel Subke den Schuss von Alexander Fogel gerade noch aus dem Eck kratzen. Die Hausherren hatten jetzt ihre stärkste Phase, die Optik zwar nicht immer souverän, zumindest jedoch schadlos überstand. Nur vor dem Halbzeitpfiff wurde es bei einem schönen Volleyschuss von Kevin Blumenthal noch einmal brenzlig, doch Subke zeigte sich wieder auf dem Posten.
"Der Knackpunkt des Spiels", lag für MSV-Trainer Sven Lange in der 62. Minute. Bei einem Gerangel in der Rathenower Hälfte brannten Dan Röpcke die Sicherungen durch - nach einem angedeuteten Kopfstoß zückte Schiedsrichter Andy Weißenborn gegen Malchows Kapitän die Rote Karte. Tatsächlich schienen die Norddeutschen nach dem Platzverweis zunächst von der Rolle. Optik spürte das und setzte nach. Moris Fikic scheiterte in der 66. Minute gleich zweimal an Kornfeld. Vier Minuten später klappte es dann im dritten Versuch und Fikic netzte nach Kopfballvorlage von Yilmaz zum 0:2 ein.
Doch wer dachte, der FSV, der das Spiel in Hälfte zwei bis dahin gut im Griff hatte, würde die restliche Zeit souverän über die Bühne bringen, sah sich getäuscht. Malchow bäumte sich noch einmal auf und brachte den Gast mit viel Kampfgeist in Bedrängnis. Umso erstaunlicher die Kritik von Malchows Trainer Sven Lange, der bei seinem Team die Leidenschaft vermisst hatte. In der 87. Minute sah es so aus, als würden die Gastgeber für ihre Bemühungen noch belohnt werden, aber der beste Mann auf dem Platz, Marcel Subke, krönte seine Leistung und parierte Fogels Elfmeter, so dass es am Ende beim 2:0 blieb, das so manche Verspannung gelöst haben dürfte. (N.R.)
Ingo Kahlisch nach dem Spiel: "Wir freuen uns natürlich über den gelungenen Start und die drei Punkte. Es waren schwierige Bedingungen und in Malchow muss man auch erstmal gewinnen, von daher bin ich zufrieden. Fußballerisch haben wir aber noch Steigerungsbedarf, da haben wir nicht das gezeigt, was wir können. Aber wir freuen uns, dass wir unserem Olaf Franke hier heute ein schönes Geburtstagsgeschenk machen konnten."
MSV-Trainer Sven Lange: "Ich war mit unserer Leistung überhaupt nicht zufrieden, das war zu wenig. Wir waren nicht in der Lage, unser Spiel aufzuziehen, haben viel zu viele lange Bälle gespielt. Rathenow hat das sehr gut gemacht, hat gewartet und das Ding zwangsläufig 2:0 gewonnen. Wir müssen ganz einfach mehr machen und können nicht mit 50 Prozent rumlaufen, dagegen bin ich allergisch. Am Dienstag gehts rund."
Bilder vom Spiel >>
Tore:
0:1 Turhan (10.)
0:2 Fikic (70.)
Optik: Subke - Delvalle, Coric, Scholz (G), Tröger - Hellwig (57. Tsiatouchas), Cankaya, Leroy - Wilcke (68. Yilmaz), Turhan, Fikic (84. Ferrera)