GETRÜBTE FREUDE
Zunächst gaben die technisch beschlagenen Gäste das Tempo auf dem Spielfeld vor. Optik zog sich zurück und setzte damit um, was Ingo Kahlisch als Marschroute ausgegeben hatte: zunächst einmal hinten sicher zu stehen. Denn immerhin erwartete Rathenows Trainer mit den Berlinern "eine der spielstärksten Mannschaften der Liga". Nach einigen Orientierungsschwierigkeiten in der Anfangsphase, als der agile Yannick Woithe und Timur Özgöz zu guten Gelegenheiten kamen, stand die Rathenower Defensive um Patrik Scholz und Mario Delvalle zunehmend sicherer.
Und auch im Mittelfeld übernahmen die Platzherren nach gut 25 Minuten das Kommando. Daraus resultierten dann auch gleich einige gut heraus gespielte Torchancen: Tsiatouchas verfehlte nach Vorarbeit von Turhan und Kalan jeweils zweimal knapp aus der Distanz und nach Vorarbeit des wieder unermüdlich rackernden Fikic verpasste Cankaya in der Mitte um Haaresbreite. Von den Berlinern war jetzt offensiv nicht mehr viel zu sehen.
Das sollte sich auch nach dem Seitenwechsel nicht ändern. Fast im Minutentakt erarbeitete sich Optik gute, wenn auch nicht zwingende Torchancen. Die besten verpassten Fikic, der in der 56. Minute nach Flanke von Cankaya freistehend neben das Tor köpfte und Tsiatouchas, dessen Distanzschuss in der 60. Minute hauchdünn über den Pfosten strich. Das erlösende Tor fiel schließlich in der 79. Minute: Nachdem Moris Fikic im Strafraum in die Zange genommen worden war, zeigte Schiedsrichter Marko Wartmann sofort auf den Elfmeterpunkt. Patrik Scholz verwandelte sicher zum 1:0.
Bei den Gästen, die sich für das Spiel viel vorgenommen hatten, machte sich nun zunehmend Frustation breit. Beim Ex-Babelsberger Hassan Oumari brannten nach seiner Auswechslung komplett die Sicherungen durch - Schiedsrichter Marko Wartmann schickte ihn direkt von der Bank mit Gelb-Rot in die Kabine. In der Nachspielzeit gab es auch noch glatt Rot für Yannik Woithe, der Jerome Leroy umgesenst hatte. Kurz zuvor wäre fast noch das 1:1 gefallen, aber Marcel Subke, der im Rathenower Tor heute nicht viel zu tun bekam, rettete vor dem einschussbereiten Robert Schröder.
Viktoria Trainer Thomas Herbst: "Es war eine ausgeglichene von Taktik geprägte erste Halbzeit. Beide Mannschaften sind sich mit viel Respekt begegnet und wussten um die Gefährlichkeit des Gegners. Im Laufe des Spiels haben wir es nicht verstanden, uns vorne durchzusetzen, Bälle zu halten und Zweikämpfe zu gewinnen. In dieser Hinsicht war Optik besser. Es war klar, dass es ein enges Spiel wird, in dem jeder Fehler bestraft wird und so ist es ja auch gekommen, auch wenn man über den Elfmeter streiten kann. Insgesamt gesehen brauchen wir uns nicht beklagen, dass wir hier heute verloren haben."
Ingo Kahlisch: "Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden. Wir hatten hier heute eine der spielstärksten Mannschaften der Liga mit ehemaligen Dritt- und Regionalligaspielern zu Gast. Deshalb habe ich vor dem Spiel gesagt, wir dürfen nicht aufmachen, sonst überrennen die uns. Das haben wir recht ordentlich gemacht. In der zweiten Halbzeit hatten wir mehr Zug zum Tor und haben uns einige Tormöglichkeiten erspielt und von daher denke ich, dass der Sieg in Ordnung geht. Den Elfmeter kann man geben, muss man aber nicht." (N.R.)
Tor: 1:0 Scholz (79. / FE)
Optik: Subke - Leroy, Delvalle , Scholz, Tröger - Tsiatouchas, Hellwig - Fikic (83. Ferrera), Cankaya, Kalan (60. Pfefferkorn) - Turhan
Viktoria 89: Filatow - Jacobsen, Schröder, Leutloff, Wendler (87. Niroomand) - Oumari (81. Aydogdu), Keser, Ergirdi - Lekavski (70. Mentes), Woithe, Özgöz