TESTSPIELSIEG GEGEN DIE HERTHA-BUBIS
Es lief zu Beginn ganz normal. Die Herthaner viel in Ballbesitz, Optik konzentriert in der Defensive. Bemerkenswert aber, dass die Rathenower bei Balleroberung nicht lang nach vorn schlugen, sondern mit gepflegtem und gekonntem Kurzpassspiel sich in Richtung gegnerisches Tor orientierten. Das machte es den Gastgebern, bei denen im Mittelfeld Pal Dardai der ruhende Pol war, schwer. Immer wieder versuchten sie sich mit Fernschüssen, die jedoch das Ziel verfehlten.
Beim FSV war vor der Pause Vasilios Tsiatouchas recht auffällig. Gekonnt vor allem sein Solo nach 26 Minuten, als er das Leder trotz Bedrängnis behauptete, auch wenn am Ende ein guter Meter fehlte. Kurz darauf noch ein Freistoß von Patrik Scholz aus spitzem Winkel, auch er verfehlte das Ziel. Auf der anderen Seite musste Marcel Subke nur einmal ernsthaft zupacken. Bene Brecht war in der 37. Minute frei vor ihm aufgetaucht. Mehr ließen beide Abwehrreihen nicht zu.
Kurz nach dem Wechsel deutete Murat Turhan erstmals seine Kopfballstärke an. Hier verzog er noch knapp. Hertha hatte immer noch mehr Ballbesitz, kam aber lange Zeit gar nicht mehr gefährlich vor das Tor. Beim FSV ging kaum ein Ball direkt wieder verloren, oder wie es Ingo Kahlisch hinterher ausdrückte: "Heute konnten wir zeigen, dass wir gute Fußballer in unseren Reihen haben, und dass das ganze auch als Mannschaft funktioniert."
Nach genau einer Stunde nahm Ekin Gündogdu eine weit gezogene Flanke von links volley, traf dabei den Ball aber nicht genau. So flog das Spielgerät wieder am Kasten vorbei. Besser machte er es in der 75. Minute. Nach Ecke von Patrik Scholz köpfte Ekin auf`s Tor, Philip Sprint verhinderte mit einer guten Parade die Rathenower Führung.
Die fiel dann in der 81. Minute. Und nicht zufällig wurde sie vorbereitet von einem jungen Spieler, der auf den schönen Namen Petrus hört. Petrus Baldes, von Tasmania Berlin zum FSV gewechselt, begann hinten rechts, ehe er in der zweiten Hälfte erfolgreich die rechte Außenbahn beackerte. Seine Flanke kam auf den Kopf von Murat Turhan. Und wenn der "Lange" eins besonders gut kann, dann sind es Kopfbälle. Meist musste er in dieser Partie Angriffsversuche der Hauptstädter auf diese Weise unterbinden, zehn Minuten vor Schluss erzielte er das 0:1.
Eine gute Gelegenheit die Niederlage abzuwenden, hatte die Bundesligareserve noch. Der Freistoß von Omid Saberdest sah gefährlich aus. Zum Glück warf sich Mario Delvalle in den Schuss und konnte klären. Sekunden vor dem Abpfiff von Schiedsrichter Philipp Kutscher, der ohne Gelbe Karte auskam, hatte Leon Hellwig die Riesenchance zum zweiten Treffer. Ganz allein auf das Tor zulaufend, scheiterte er aber am Keeper.
Doch auch so durften sich die 10 Optikfans unter den etwa 90 Zuschauern über einen vielleicht nicht erwarteten, aber am Ende nicht einmal unverdienten Sieg freuen. Rathenows Trainer teilte diese Freude, wies aber berechtigterweise noch einmal darauf hin, dass es sich nur um ein Vorbereitungsspiel gehandelt habe. Davon gibt es am Wochenende zwei weitere. Am Freitag um 18 Uhr tritt Optik beim Landesligaaufsteiger Chemie Premnitz an. Und Samstag um 14 Uhr empfängt der BSC Rathenow den Oberligisten auf dem Schwedendamm. (D.N.)
Tor: 0:1 Turhan (81.)
Aufstellung: Subke - Baldes, Wilcke (46. Delvalle), Scholz, Tröger - Tsiatouchas (46. Leroy), Hellwig - Fikic (46. Gündogdu), Cankaya, Pfefferkorn - Turhan