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SPIELBERICHT

TROTZ HOHER NIEDERLAGE BEIM REGIONALLIGAZWEITEN ORDENTLICH MITGESPIELT

Gegen einen starken Gegner "ordentlich mitgespielt" zu haben bescheinigte Ingo Kahlisch seiner Mannschaft. Die hatte gerade die höchste Niederlage seit Jahren kassiert. Trotzdem hatte der Coach recht. Gespielt hat der FSV ordentlich. Zumindest nach vorne.
Gegen einen starken Gegner "ordentlich mitgespielt" zu haben
bescheinigte Ingo Kahlisch seiner Mannschaft. Die hatte gerade die
höchste Niederlage seit Jahren kassiert. Trotzdem hatte der Coach recht. Gespielt hat der FSV ordentlich. Zumindest nach vorne. Aber gegen einen Gegner, bei dem jeder Akteur ein gefühlter jamaikanischer Sprinter war: "waren wir zu offen. Den überfallartigen Kontern waren wir nicht gewachsen."

Gleich der erste Angriff brachte die Führung. Mathias Lettow schoß beim Abwehrversuch Fabian Klos an. Der brachte das Leder unter Kontrolle und schloß plaziert ab. Nach 10 Minuten die erste Gelegenheit für unsere Elf. Dejan Kalan dribbelte sich durch. Die alte Leier: statt zu schießen noch `n Haken und noch einer... und dann war der Ball weg. Anders der VfL. Tempo, Druck, Direktspiel. Überragend dabei Alexander Esswein, der zeigte warum er schon mehrmals in der Bundesliga eingesetzt wurde. Nachdem Alper Korkut erstmals Keeper Rene Melzer prüfte hämmerte Esswein das Leder auf der Gegenseite per Direktabnahme an die Lattenunterkante.

Nach 33 Minuten bekam Klos den Ball genau in den Lauf gespielt. Ein
Haken und er war im Strafraum. Martin kam ihm entgegen, aber nicht ran. In höchster Not riß er den Stürmer um. "Ich dachte, ich krieg Rot." gab er zu. Der junge Schiedsrichter (Name war nicht zu erfahren, soll aber Oberliga pfeifen) blieb ganz ruhig, sprach kurz mit beiden und gab dann Gelb. Den auf die Mitte geschossenen Elfmeter von Sergej Karimow parierte Martin, der schon ins linke Eck hechtete, mit dem Fuß. Es war das einzige Mal, das einer der 17 anwesenden Wolfsburger Zuschauer (+ Ingos Tochter, ein älterer Herr und ich) reagierte. "Gestern Grafite, heute du, ihr könnt ja alle keine Elfer schießen!" Kurz danach eine sensationelle Parade unserer Nummer 1 gegen den frei vor ihm stehenden Rüdiger Ziehl. Etwas merkwürdig das 2:0. Nach einer Ecke bekam Mike Könnecke den Ball ans Knie. Von dort kullerte er über die Linie, also der Ball. Aber wieso stand Könnecke bei einem Standard sechs, sieben Meter vor dem Tor frei? Das 3:0 nahm Optik`s Bester auf seine Kappe. Sengespeicks einzigen Fehler, er unterlief eine Flanke, nutzte Akaki Gogia.

Zur Pause waren bei uns zwei Wechsel geplant. Es wurden drei, weil Alper Korkut sich ein Privatduell mit seinem Gegenspieler lieferte und wohl , wenn nicht von Ingo dann vom Schieri rausgenommen worden wäre. Rathenow begann furios. So merkwürdig es sich bei dem Endergebnis anhört, aber innerhalb von drei Minuten hätte es remis stehen können.

Zunächst zog Till Wedemann aus vollem Lauf endlich mal ab. Da fehlten
nur Zentimeter. Melzer, der ebenso wie Martin 90 Minuten durchstand,
zeigte keine Reaktion. In der 50. Minute wurde Dogukan Topuz von Sergej Evljuskin gelegt. Auch hier klarer Elfer. Patrik Scholz traf knallhart rechts unten. Vom Anstoß weg holte sich Doku die Pille, ließ zwei Abwehrspieler alt aussehen - und fabrizierte einen Kullerball, der kaum bis zum Torwart rollte. Schade drum. Danach zeigte sich die eingangs erwähnte Kritik vom Coach auf dem Platz. Durch die drei Aktionen mutig geworden, schob sich unsere Defensive auf einer Linie bis an die gegnerische Hälfte heran. Eine Freude für die VfL-Sprinter. Konter rechts, Eingabe, Abschluß Andre Fomitschow. Als Jerome, Puhli und Mathias den eigenen Strafraum erreicht hatten, war Martin fertig mit Ball aus dem Netz holen. Wahnsinn, dieses Tempo. Aber nur, wenn wir sie ließen.

Zweikämpfe gewann Optik so einige, und nach vorn gab es durchaus gelungene Aktionen. Doch unser Grundübel aus der ersten Halbserie blieb. Viel zu selten wurde entschlossen der Abschluß gesucht. Michael Puhlmann, der schoß nach einer Stunde einfach mal drauf. Auch wenn der Versuch ein bißchen zu hoch angesetzt war, das brachte mehr Gefahr als die endlosen Dribbelei.

Eine richtig tolle Aktion muß aber noch erwähnt werden. In der 65. Minute sollte eine weite Flanke auf Till Wedemann kommen. Im Sprint lupfte er die Kugel mit der Hacke. Hier zeigte Rene Melzer, warum er beim Regionalligazweiten die Nummer Eins ist, auch wenn er die 24 auf dem Trikot trägt. Leider erzielte Sergej Evljuskin im Gegenzug mit stammem Schuß ins lange Eck das 5:1. Kurios wurde 12 Minuten vor dem Ende. Martin Sengespeick hielt sowohl gegen Sebastian Polter, als auch gegen Mike Hönnecke. Im Vorwärtsgang verloren wir den Ball. Polter zog ab, Martin mit einer Faust, Nachschuß Hönnecke, wieder
Martin. "Nach hinten raus war das Ergebnis zu hoch." sprach Kahlisch die Ereignisse der letzten fünf Minuten an. Zunächst gab es nach einem Zweikampf zwischen Saman Gouhari und Andre Fomitschow erneut Strafstoß für Wolfsburg. Diesmal trafen die Gastgeber. Dann landete ein verdeckter Schuss links unten im Netz und bei der Eingabe von Fomitschow waren wohl zehn der elf Rathenower mit den Gedanken schon unter der heißen Dusche. So wurde es richtig böse.

Ob es anders ausgesehen hätte, wenn Sasan Gouhari, Marten Müller (beide krank) und Andre Zielke (verletzt) dabei gewesen wären? Wolfsburg II ist schon ein Klasseteam, da muß jeder Gegener unglaublich gut stehen. Aber vielleicht war die "Lehrvorführung" für einige ganz gut. Man liest ja im Gästebuch immer mal was von Aufstieg. Wie es in der Regionalliga, zumindest an der Spitze, zugeht - davon konnten sich die Rathenower jetzt selbst überzeugen. Wann der FSV mal wieder ein Spiel hat??? Na mal abwarten, ich denke die höchste Saisonniederlage haben wir jetzt weg. (D.N.)

Aufstellung:
Sengespeick - Leroy, Lettow M., Seelisch (46.Lettow T.) - Gouhari Sam., Jaballah, Scholz (84.Streisel), Korkut (46.Puhlmann), Aslan (75.Wilcke) - Kalan (46.Topuz), Wedemann

Tore
1:0 ( 5.) Klos
2:0 (38.) Könnecke
3:0 (40.) Gogia
3:1 (50.) Scholz (FE)
4:1 (54.) Fomitschow
5:1 (67.) Evljuskin
6:1 (84.) Wolze (FE)
7:1 (88.) Könnecke
8:1 (89.) Altinparmak

Zuschauer: 20