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OBERLIGA

PUNKT GEGEN DEN FAVORITEN ERKÄMPFT

Mit viel Leidenschaft und der nötigen Portion Glück erkämpft Optik gegen Lichtenberg 47 ein 2:2.
Foto: Verein
Feiertag, goldenes Oktoberwetter - das Spiel zwischen Optik Rathenow und Lichtenberg 47 wollten fast 400 Zuschauer sehen. Bei gut 120 Gästefans war es laut, aber absolut friedlich im Stadion, so macht Oberligafußball Spaß.

Den meisten Spaß hatten die Anhänger des FSV, die das 2:2 am Ende wie einen Sieg feierten.

Bei Optik fiel mit Luka Zdep der Doppeltorschütze der Vorwoche erkrankt aus. So wurde umgestellt, Innenverteidiger Joshua Bateman rückte auf die Sechs und zeigte dort eine starke Leistung.

Was Ausfälle betrifft, ging es den Gästen nicht besser. Mit Domenic Riedel kam im achten Spiel der bereits dritte Torhüter zum Einsatz.

Auf dem Platz ging es los wie erwartet. Der Favorit spielbestimmend, der Außenseiter auf Konter lauernd. Mit dieser Konstellation gab es hüben wie drüben die ersten Gelegenheiten. Sebastian Reiniger scheiterte an Simeon Hawwary, beim Abschluss von Yohji Kore, im Anschluss an einen Pass von Gia Huy Phong hatte Dominic Riedel das Leder erst im Nachfassen.

Der schon im Vorbericht gelobte "Bobby" Reiniger war dann maßgeblich an der Führung für 47 beteiligt. Seine tolle Vorarbeit veredelte John Gruber mit einem äußerst präzisen Schuss zum 0:1 ins lange Eck.

Aber mittlerweile haben die Rathenower gelernt, mit solchen Rückschlägen umzugehen. Nur vier Minuten nach dem 0:1 zog Salih Aktürk aus gut 30 Metern aus vollem Lauf ab. Riedel ließ den Ball prallen und Yohji Kore stand dort, wo ein Stürmer stehen muss und staubte zum 1:1 ab.

Die letzte Viertelstunde wurde von beiden Trainern nach Spielschluss thematisiert. Hatte Optik zu Saisonbeginn mit vielen unglücklichen Situationen gehadert, lächelte Fortuna den Havelländern nun mehrfach zu.

In chronologischer Reihenfolge: Nach völlig falscher Einschätzung des jungen Hakim Abal schießt John Gruber aus 10 Metern über das leere (!) Tor (31.), Ecke `47, Direktabnahme Reiniger um wenige Zentimeter am Pfosten vorbei (34.), Reiniger Tor, Abseits angezeigt (37.), Gruber Tor, Abseits angezeigt (39.), und nochmals Gruber, total frei, an den Pfosten (44.). Optik kämpfte vorbildlich, ging aber dennoch mit einem glücklichen Unentschieden in die Kabine.

Wieder heraus kamen die Gastgeber noch konzentrierter. Jetzt hatte Lichtenberg nicht mehr so viele Chancen. Erst nach gut einer Stunde war der auffälligste Akteur, John Gruber, wieder in Aktion. Ein schönes Solo, eine ebenso schöne Parade von Simeon Hawwary.

Wenig später war es aber doch passiert. Flanke Nils Grießig, Kopfball Gruber - 1:2.

Und wieder hielt die Führung nur kurz. Diesmal wähnten sich die Hauptstädter allerdings vom Schiedsrichter benachteiligt. Schon zuvor herrschte Aufregung auf der Gästebank, Schlitzohr Sebastian Reiniger hatte zweimal versucht, einen Elfmeter zu schinden. Jetzt gab es auf der anderen Seite Freistoß für Optik aus 18 Metern. Was eventuell aus Berliner Sicht nicht zu erkennen war: Nima Amiri kam in der Szene zweimal zu Fall. Natürlich war es beim zweiten Mal kein Foul, doch nach der ersten Aktion hatte Referee Florian Strübing nicht etwa "Weiterspielen", sondern "Vorteil" angezeigt. Und der war dann nicht mehr gegeben. Mag der Pfiff umstritten gewesen sein, bei Amiris Schuss genau ins Eck wäre jeder Keeper machtlos gewesen.

Das 2:2 löste Riesenjubel auf der einen, wütende Angriffe auf der anderen Seite aus. Unglaublich leidenschaftlich verteidigte Rathenow, warfen sich die Spieler in jeden Pass. Vier Minuten Nachspielzeit waren angezeigt, gut fünf wurden es.

Und die hatten es in sich. Jederzeit lag ein dritter Gästetreffer in der Luft, aber beim letzten Entlastungsangriff kam Enes Gök zum Kopfball. Mit einem Riesenreflex hielt Domenic Riedel das Leder und damit zumindest den einen Punkt für Lichtenberg fest.

Rudy Raab: "Wir sind natürlich enttäuscht. In der ersten Halbzeit lag das Chancenplus sehr deutlich auf unserer Seite. Wir mussten den einen oder anderen Ausfall verkraften. Dazu kam, dass, wie schon in den Wochen zuvor, im falschen Moment falsche Entscheidungen gegen uns getroffen wurden. Aber im Endeffekt muss man seine Chancen auch selber nutzen und darf hinten nicht so viele Fehler machen. Wir haben wieder zwei Gegentore kassiert, dabei müssen zwei eigene Auswärtstore auch mal für einen Dreier reichen."

Ingo Kahlisch: “Bei herrlichem Fußballwetter war das heute ein sehr spannendes, interessantes Spiel. Gegen eine spielstarke Lichtenberger Elf haben wir uns den Punkt erkämpft und erarbeitet. Klar, in der ersten Halbzeit gab es noch zwei, drei klare Gelegenheiten für die Gäste. Und wenn ich an die Schlussphase denke, bei uns steht jedes Spiel bis zum Abpfiff auf Messers Schneide."

RATHENOW: Hawwary – Aranda Aedo (80. Saribas), Abal, Gerlach (69. Donner), Phong (G) – Solak, Bateman – Onu (65. Amiri), Aktürk (80. Vicente/G), Hinze - Kore (80. Gök)

LICHTENBERG: Riedel – Owczarek, Storm (G), Krüger – Alfer (66. Ceesay), Grothaus (90. Goerlitz), Gawe (G), Ohlow (G), Schock Negrete (66. Grießig) – Gruber (74. Graupner/G), Reiniger

TORE:
0:1 John Gruber (23.)
1:1 Yohji Kore (27.)
1:2 John Gruber (70.)
2:2 Nima Amiri (77.)