3:2-SIEG GEGEN WISMAR ERKÄMPFT
Dem gegenüber stand eine Mannschaft von der Küste, bei der es genau umgekehrt war. Nur Torhüter Justin Borchardt und Lares Kodanek waren unter 23. Und schaut man aufs Personal, dann sahen die Fußballfreunde nach längerer Zeit wieder einmal Marouan Zghal und Jonas Borkowski in der Anfangsformation. Das sollte sich im Verlauf der Partie auszahlen.

"Das haben wir die Woche über besprochen und geübt." So äußerte sich Ingo Kahlisch über das, was auf dem Platz von Beginn an zu sehen war. Eine tief stehende, konsequent verteidigende Optik-Elf, die bei Balleroberung blitzschnell über außen durchstartete.
Das klappte beim ersten Mal fast. Kalilou Camara über rechts, Jamal Rogero an den Pfosten. Beim zweiten Mal fiel das 1:0. Finn Hinze trieb das Leder nach vorn. Über den Umweg eines angeschossenen Verteidigers kam Jonas Borkowski an das Leder, umkurvte noch Torwart Borchardt und schoss ins lange Eck.

Um keinen falschen Eindruck zu erwecken. Die einen feinen Ball spielenden Hafenstädter hatten jede Menge Abschlüsse. Doch ein Simeon Hawwary in Topform kam immer noch dazwischen. Selbst als kurz vor der Pause eine durchgerutschte Flanke den freistehenden Lucas Meyer erreichte, hielt Simeon den Ball mit einem fantastischen Reflex fest. Doch dann kollektives Aufstöhnen im Stadion - Hände und Ball waren bereits hiner der Linie. Damit also 1:1.
Aus der Kabine kam Optik mehrere Minuten vor den Gästen. Man merkte, die Jungs hatten sich etwas vorgenommen. Das galt allerdings auch für den FC. Nach der ersten Gelegenheit für Jamal Rogero, der statt zu schießen, quer legte, wurde Wismar immer stärker. Der Altersunterschied machte sich vor allem bei den Zweikämpfen bemerkbar. Der FSV geriet zunehmend unter Druck.
Doch erneut war auf Simeon Hawwary Verlass. Stark, wie er nach einer Stunde den Schuss von Jonas Hurtig parierte. Unmittelbar zuvor htte Joshua Bateman den Platz mit einer Zerrung verlassen müssen. Hurtig war es auch, der in der 66. Minute einen Konter fuhr. Diesmal war es Yunus Solak, der mit einer starken Grätsche klärte.

Auf der Gegenseite gab es einen Sturmlauf von Kalilou Camara. Dessen Pass kam auf Jamal Rogero, der sofort weiterleitete auf Marouan Zghal. Maru nahm den Ball direkt und drehte ihn zum 2:1 in die linke untere Ecke.
Der Führungstreffer setzte neue Kräfte frei. Und zwar auf Rasen und Rängen. So laut wie am Freitag war es am Vogelgesang schon lange nicht mehr. Zu den 234 Eintrittskartenbesitzern kamen ja noch etliche Nachwuchsspieler.

Beinahe hätte es eine Kopie des Führungstreffers gegeben. Camara auf Zghal, diesmal fehlten Zentimeter. Aber es zeigte sich auch, was dieser Mannschaft noch fehlt. Im Überschwang der Führung und mit der Euphorie von außen wurde Rathenow übermütig.
Die bis dahin so sattelfeste Deckung bekam Löcher, da deren Vorderleute nicht mehr so konsequent mit nach hinten arbeiteten. Ein Glück, dass Simeon Hawwary einen Sahnetag hatte. Zehn Minuten vor dem Ende parierte er binnen Sekunden gegen Marco Bode und Samuel Scharf.
Was an diesem Freitag ebenfals funktionierte, waren die Konter. Balleroberung Finn Hinze und dann mit Tempo: Matt-Brahan Zie, Kalilou Camara und Jamal Rogero. Letzterer versenkte das Leder per Direktabnahme zum 3:1.

Bejubelt wurde der Treffer wie die Meisterschaft, dabei entschied er noch nicht einmal das Spiel. Denn ganz schnell kam Anker zum Anschluss. Routinier Pascal Breier traf per Kopf zum 3:2. Das war es dann aber auch. Eine letzte Flanke der Gäste in der Nachspielzeit landete im Toraus, dann war Schluss. Zumindest bis Sonntagnachmittag hat der FSV Optik die Abstiegsplätze verlassen.
Ingo Kahlisch: "Ein spannender Abstiegskrimi mit engem Ausgang. Ich denke, auf Grund der ersten Halbzeit war der Sieg für uns verdient. Natürlich war es ein ganz wichtiger Sieg. Hervorheben möchte ich heute die Superstimmung im Stadion. So schön der Abend war - wir müssen sehen, dass wir noch weitere Punkte für den Klassenerhalt holen."
Das komplette Spiel auf twitch.tv (externes Angebot)
RATHENOW: Hawwary – Hinze, Bateman (59. Nafilo), Gerlach, Donner – Aktürk (G), Solak – Camara, Zghal, Borkowski (G/79. Zie) – Rogero
WISMAR: Borchardt – Tille, Martin (77. Breier), Kodanek, Esdorf (G) – L. Meyer, Grotkopp (68. Hauer), Thesenvitz, N. Billep – Bode (G), Hurtig (G/68. Scharf)
TORE:
1:0 Borkowski (19.)
1:1 L. Meyer (42.)
2:1 Zghal (71.)
3:1 Rogero (85.)
3:2 Breier (87.)