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OBERLIGA

BITTERE SCHLAPPE BEI HANSA

Optik unterliegt in Rostock mit 1:5. Der Sieg der U23 war verdient, fiel am Ende aber unnötig hoch aus.
Foto: Verein
"Nach 30 Minuten haben wir reingefunden", sollte Ingo Kahlisch nach dem Schlusspfiff resümieren. Da lag seine zu Beginn mächtig unter Druck stehende Elf bereits mit zwei Toren zurück.

Die jungen Hanseaten sprühten nur so vor Spielfreude. In der 12. Minute köpfte Richard Bauer das Leder nach der schon fünften Ecke an die Latte. Diese Ecken waren allerdings Ergebnis dessen, dass Optik kompromisslos verteidigte. Bei all dem Ballbesitz kamen die Norddeutschen nämlich zu keiner weiteren klaren Gelegenheit.

Bis zur 20. Minute. Da erreichte ein kluger Steckpass Profi-Leihgabe Louis Köster. Der nahm den Ball geschickt mit und ließ Simeon Hawwary keine Chance - 1:0. Darf man die Führung unter "gut gespielt" verbuchen, fiel das 2:0 viel zu leicht. Tristan Wagner stand nach einer Eingabe ganz allein vor dem Tor und musste nur noch einschieben.

Doch plötzlich erwachte der FSV. Vielleicht trug Schiedsrichter Jannis Körner ein wenig dazu bei als er Yunus Solak auf Drängen seines Assistenten Gelb zeigte, obwohl Yunus für jeden ersichtlich klar den Ball, und wirklich nur den Ball getroffen hatte.

Innerhalb einer Minute gab es zwei gute Möglichkeiten. Matt Zie traf das Spielgerät bei seiner Direktabnahme nicht voll, so dass Keeper Maximus Babke sicher halten konnte. Dann wurde es krass. Beim Schuss von Jonas Borkowski guckte Babke chancenlos hinterher, der noch abgefälschte Ball rollte denkbar knapp am Pfosten vorbei.

Die anschließende Ecke wurde nicht gut geklärt, kurz vor dem Strafraum kam Abdul Karim Alisaleha ans Leder. Statt sofort wieder reinzuflanken, dribbelte sich der junge Rathenower fest, leitete dadurch einen Konter der Gastgeber ein, den Claas Leon Zamzow mit Hilfe des Innenpfostens zum 3:0 einschoss.

"Ausgerechnet Alisaleha", so hörte man mehrfach von den Gästeanhängern, unter denen auch Bürgermeister Jörg Zietemann war. Denn der Rechtsverteidiger hatte bis dahin seine Seite sehr gut zugemacht, sein bislang bestes Spiel für Optik gezeigt.

Die zweite Hälfte sah etwas anders aus. Nur ganz zu Beginn kam Hansa II zu einigen Abschlüssen. Eventuell waren die Hausherren angesichts der komfortablen Führung doch ein bisschen sorglos, außerdem zeigte Rathenow neben Engagement nun auch mehrere gelungene Kombinationen. Schon Jonas Borkowski hätte nach knapp einer Stunde treffen können (müssen?). Statt flach zu schießen, entschied er sich für die viel schwierigere Variante eines Lupfers, der dann prompt über die Latte flog.

Aber kurz darauf war es soweit. Mit einer Energieleistung tankte sich Marouan Zghal durch die Hansa-Abwehr und erzielte das 3:1. Ärgerlich, aber irgendwie zur derzeitigen Situation passend, dass in einer Phase, in der eher ein zweiter Rathenower Treffer in der Luft lag, ein erneuter individueller Fehler die Partie entschied. Joshua Bateman unterlief ein schlimmer Abspielfehler, der Julian Hahnel in Szene setzte. Der Rest war Phrasenschwein a la "Wenn du unten stehst..." Hahnels Schuss wäre nämlich genau auf den Rathenower Torhüter gekommen, doch Shpetim Xhaka grätschte beim Abwehrversuch ins eigene Netz.

Da gingen die Köpfe dann doch runter, Hahnel machte gleich das 5:1 hinterher. Dass das halbe Dutzend nicht voll wurde, lag an Simeon Hawwary, der in den letzten Minuten gegen die allein auf ihn zulaufenden Luca Stoldt und Leo Bera jeweils Sieger blieb.

Ingo Kahlisch: "Erst nach dreißig Minuten haben wir reingefunden, hatten dann die Chance auf den Anschluss. Mit dem Quasi-Eigentor von Karim, der heute sonst ordentlich war, war es ja praktisch entschieden. In der zweiten Hälfte waren wir voll da und kassieren mit dem 4:1 ja wieder ein Eigentor. Aber unabhängig davon, ich denke, insgesamt war es ein verdienter Sieg für Hansa."

Optik: Hawwary - Alisaleha, Reichenbach, Gerlach, Donner (65. Lukanov) - Xhaka, Solak (G / 46. Bateman) - Zie, Vicente (46. Zghal), Borkowski (G / 65. Vettorazzi) - Rogero (65. Bae)

Tore:
1:0 Louis Köster (20.)
2:0 Tristan Wagner (27.)
3:0 Claas Leon Zamzow (43.)
3:1 Marouan Zghal (62.)
4:1 Eigentor / Shpetim Xhaka (79.)
5:1 Julian Hahnel (82.)