BITTERES POKALAUS IM ACHTELFINALE
Bevor auf den Spielverlauf eingegangen wird, müssen leider einige Sätze zum Schiedsrichtertrio kommen. Ältere Zuschauer, langjährige Nachwuchstrainer - egal, mit wem man nach der Partie sprach, niemand konnte sich an eine ähnlich schlechte Leistung erinnern. Es geht gar nicht um die entscheidenden Szenen. Beide im Spiel verhängten Strafstöße waren eindeutig, beide aberkannten Optik-Treffer tendieren zumindest zu "Entscheidung korrekt".
Es war das Verhalten von Schiri und Assistenten bei Zweikämpfen, das so unfassbar einseitig war. Nicht nur, dass es alle fünf Verwarnungen bei Rathenow für das jeweils erste Vergehen gab, erzürnte Bank und Tribüne. Klare Fouls an FSV-Kickern blieben zigfach ungeahndet, selbst deutlichste Schwalben der Gäste belohnte Daniel Läser mit Freistoß. Dass das Gespann dennoch nicht alleiniger Buhmann war, hatten sie Stahnsdorfs Luca Krüsemann zu verdanken. In den bisherigen Heimspielen der Saison lagen noch nicht so viele Akteure schreiend am Boden, wie Krüsemann alleine in einem Spiel.
Und damit genug zu den negativen Begleiterscheinungen. In der Anfangsphase wäre Salih Aktürk beinahe ein äußerst kurioses Tor gelungen. Nach einem Pressschlag flog der Ball von seinem Fuß letztlich ans Außennetz. Wenig später traf Salih dann präzise zum 1:0. Nima Amiri wurde im Strafraum gelegt, Aktürk verwandelte den Strafstoß.
Gleich in der nächsten Szene jubelten die Fans erneut. Joshua Bateman gelang ein Kopfballtor, allerdings hatte er sich dabei beim Gegenspieler aufgestützt, das ganze zählte nicht. Etwas behäbig beginnende Stahsdorfer brauchten gut 20 Minuten bis zum ersten Abschluss - auch hier per Kopf, Simeon Hawwary parierte gegen Saheed Mustapha. Viel gefährlicher war es in der 23. Minute, als Matthias Steinborn freistehend über den Kasten schoss. Ansonsten neutralisierten sich beide Teams weitgehend, klare Gelegenheiten gab es nicht mehr.
In dieser Szene soll sich Joshua Bateman aufgestützt haben. Der Treffer zum 2:0 zählte nicht.In der zweiten Hälfte musste der RSV mehr machen und drängte Optik phasenweise recht weit hinten rein. Chancen blieben jedoch auf beiden Seiten Mangelware. Nach genau einer Stunde markierte Luca Krüsemann mit feinem Kopfball das 1:1. Die Entscheidung in der regulären Spielzeit verpasste Arthur Ekalle in der 73. Minute. Chris Onu war im Strafraum eindeutig zu spät, traf nur den Gegner, auch dieser Strafstoßpfiff war unstrittig. Ekalle schickte zwar Simeon Hawwary in die falsche Ecke, schoss dabei aber am Tor vorbei. Nach der langen Unterbrechung gab es nur noch einen Kopfball von Mustapha (knapp vorbei) zu notieren.
In der Verlängerung flog eine Direktabnahme von Jose Aranda Aedo knapp vorbei, beim Schuss von Nima Amiri, der nach toller Vorarbeit von Gia Huy Phong zum Abschluss kam, zeigte Linus Löffler eine starke Parade. Auf der Gegenseite reagierte Simeon Hawwary sehr gut gegen Endi Jupolli, ehe Optik durch Enes Gök in der 120. Minute tatsächlich nochmals traf. Den Pfiff konnte der Stürmer nicht fassen, allerdings könnte vorher bei der Flanke eine Abseitsstellung vorgelegen haben.
Somit kam es also zum Elfmeterschießen, das der RSV Eintracht mit 5:4 für sich entschied. Bitter für den FSV: Simeon Hawwary war bei zwei der Gegentreffer noch dran und beim gehaltenen Versuch von Salih Aktürk stand Torhüter Löffler deutlich vor der Linie. Auch das blieb ungeahndet und passte irgendwie zu diesem Nachmittag...
Unmittelbar nach Spielschluss wollte sich Ingo Kahlisch zur Partie selbst gar nicht äußern: "Alles, alles Gute dem verletzten Zuschauer. Ich hoffe, er kommt wieder auf die Beine."
Einige Zeit später gab es aber doch noch ein paar Gedanken: "Mit ein bisschen Abstand kann ich insgesamt sagen, man hat heute gesehen, die Mannschaft hat sich inzwischen stabilisiert. Natürlich sind wir alle enttäuscht über das Ausscheiden. Das hängt aber damit zusammen, dass das Gesamtpaket nicht unbedingt mit Fußball zu tun hatte. Eigentlich müssten die drei sich schämen, dass könnt ihr meinetwegen so auch schreiben. Heute ist die glücklichere Mannschaft plus Drei in die nächste Runde gekommen. Aber wir müssen nach vorne schauen. Die Jungs können mit erhobenem Haupt ins Wochenende gehen, die Entwicklung seit dem Sommer geht in die richtige Richtung. Nun heißt es, sich zu konzentrieren und Punkt für Punkt zu sammeln."
Optik: Hawwary - Donner, Abal (G), Gerlach (77. Reichenbach/G), Phong - Solak (G/58. Hinze), Bateman (G) - Onu (77. Vicente), Aktürk, Amiri (108. Gök) - Kore (G/77. Aranda Aedo)
Tore:
1:0 Aktürk (12./FE)
1:1 Krüsemann (60.)
Elfmeterschießen:
Steinborn 0:1
Aktürk gehalten
Mustapha gehalten
Reichenbach 1:1
Sommer 1:2
Phong 2:2
Seeger 2:3
Hinze 3:3
Ekalle 3:4
Bateman gehalten
,
77.
Luca Krüsemann (60.)