NACH ECHTEM POKALFIGHT WEITER
Vielleicht hatten nicht alle der 203 Zuschauer den Verlauf der ersten Hälfte so erwartet. Die eine Liga Unterschied wurde nämlich sehr deutlich. Konzentrierte, sich an die taktischen Vorgaben haltende Rathenower dominierten das Geschehen eindeutig.
Ohne bis dahin überhaupt etwas zugelassen zu haben, drückte sich das in der 12. Minute auch auf der Ergebnistafel aus. Eine klasse Direktkombination über Salih Aktürk und Chris Onu brachte Yohji Kore in Schussposition. Der Stürmer zog sofort ab und traf zum 0:1.
Der FSV blieb am Drücker. Zwei Konter über Kore, bei denen erst Chris Onu an Torhüter Mateusz Zlotogorski hängenblieb und dann Yohji selbst im Strafraum in die Zange genommen wurde. Kein Pfiff von Schieri Andy Stolz, in dieser Szene mag das vielleicht sogar zu wenig für einen Strafstoß gewesen sein. In anderen leider nicht, doch davon später.
Bis zur Pause ging es nämlich ausschließlich mit Fußball weiter. Auffällig, der auf der Linie starke Zlotogorski hatte mit dem Ball am Fuß enorme Probleme. Wieder war es Yohji Kore, der den Keeper mehrfach in Bedrängnis brachte. Nach 45 Minuten war Sachsenhausen mit dem nur knappen Rückstand sehr gut weggekommen.
Kurz nach Wiederbeginn dann eine Aktion, die einem so erfahrenen Unparteiischen eigentlich nicht passieren sollte. Nach einem glasklaren Foul an Gia Huy Phong gab es zum Entsetzen von Optik Freistoß für TuS. Den nutzte Jan-Paul Platte per Kopf zum 1:1.
Die Rathenower schüttelten die Fehlentscheidung schnell ab. Nima Amiri luchste Mateusz Zlotogorski das Leder ab, wurde gelegt und bekam den Ball dennoch quer auf Yohji Kore, der bei seinem Schuss ins leere Tor im Abseits gestanden haben soll. Uwe Lehmann, neuer Coach von GW Ahrensfelde und nächste Woche Gegner von Sachsenhausen, saß genau auf Ballhöhe und bestätigte später, dass es sich definitiv nicht um eine Abseitsstellung gehandelt hat.
Die Partie schaukelte sich immer mehr hoch, nach einer guten Stunde wurde Optik ein Handelfmeter verweigert, wie es ihn in dieser Deutlichkeit nur selten zu sehen gibt. Nach so viel Missgeschick lächelte Fortuna den Gästen dann endlich einmal zu. Eine tolle Energieleistung von Yohji Kore, der den Ball gegen drei Gegner behauptete und beim Abschluss das Glück des Tüchtigen hatte. Vom rechten Innenpfosten rollte das Spielgerät zum 1:2 in die linke untere Ecke.
Die Oranienburger Vorortler hätten postwendend ausgleichen können, ein Kopfball von Dominic Schöps flog haarscharf vorbei. Es blieb bei der einen hundertprozentigen Gelegenheit. Zum Ende verlor Optik die Souveränität. Zahlreiche Ecken und Freistöße galt es abzuwehren, da hatte man doch des öfteren Mühe.
Und um keinen falschen Eindruck zu erwecken, nicht alles lag am Schiedsrichtertrio. Beide Verwarnungen für Rathenow waren berechtigt, übrigens beide in der äußerst hektischen Nachspielzeit. Die war mit fünf Minuten angezeigt, gut sieben wurden es, dann war es geschafft.
Optik Rathenow steht in der zweiten Runde, die am 6. September ausgetragen wird. Die Auslosung dazu gibt es am Mittwoch ab 15:30 Uhr auf dem YouTube-Kanal des Fußball-Landesverbands Brandenburg live zu sehen.
Alle Ergebnisse der 1. Pokalrunde
Ingo Kahlisch: "Bei Tasmania hatten wir ein paar gute Phasen, bei Sparta waren wir fußballerisch recht gut. Diesmal haben wir das wichtigste geschafft, nämlich das Spiel zu gewinnen. Trotz einer Schiedsrichterleistung, die ich bei Andy Stolz so katastrophal nie erwartet hätte, denke ich, mit den ganz jungen Leuten war es insgesamt eine ordentliche Partie."
Optik: Sebastian (G) - Nafilo, Bateman, Solak, Phong - Abal, Aktürk - Onu (69. Vicente), Hinze, Amiri (87. Aranda) - Kore (G)
Tore:
0:1 Kore (12.)
1:1 Platte (50.)
1:2 Kore (67.)
-
87.
Paul Platte (50.)