BITTERE, UNVERDIENTE NIEDERLAGE
Als Julian Hahnel nach fast 30 Minuten Simeon Hawwary zu einer ersten Parade zwang, standen dem gefährliche Abschlüsse von Yohji Kore, Salih Aktürk und vor allem Joshua Bateman (Erik Maurer im Nachfassen gerade so noch vor der Linie) gegenüber. Erst in der Schlussphase der ersten Halbzeit wurde Rostock stärker, kam aber bis auf eine gute Gelegenheit für Herman Schwarz (gehalten von Hawwary) nur zu einigen Fernschüssen.
Kurz nach dem Wechsel die Riesengelegenheit für den FSV. Beim Konter legte Gia Huy Phong quer auf Yohji Kore, der leider nicht an Erik Maurer vorbeikam. Es wurde jetzt offener, auch weil die Norddeutschen sehr viel Qualität von der Bank brachten. John Lukas Sauer verfehlte das Tor per Kopf nur ganz knapp.
In der 63. Minute dann eine mitentscheidende Szene. Der kurz zuvor berechtigt verwarnte Salih Aktürk wurde von Schiedsrichter Julius Hanft nach einem harmlosen Zweikampf mit Gelb-Rot vorzeitig zum Duschen geschickt. Eine komplett überzogene Entscheidung, die der Referee übrigens nicht einmal selbst, sondern auf Vorsagen seines Assistenten traf.
Auch mit zehn Aktiven kämpften die Havelländer und gingen nicht unverdient in Führung. Ein toller Schuss in den Winkel vom eingewechselten Nima Amiri brachte das 1:0.
In Überzahl drehte Rostock die Partie. Mattes Krebs per Kopf nach Freistoß, John Lukas Sauer mit einem sehenswerten Flugkopfball sorgten für das 1:1 und 1:2. Die vermeintliche Entscheidung fiel schließlich gegen ausgepumpte Rathenower in der 90. Minute. Alessandro Schulz ließ bei einem Solo gleich vier Optik-Kicker wie Fahnenstangen stehen und vollendete zum 1:3.
Was für die Jungs in Rot spricht: Es gab keine Resignation. Nima Amiri konnte sich ein weiteres Mal durch die Dreierkette kämpfen und auf 2:3 stellen. Obwohl sofort reagiert wurde, mit zwei weiteren Wechseln die totale Offensive eingeleitet wurde, gelang der nach dem Spielverlauf verdiente Ausgleich nicht mehr.
Ingo Kahlisch: "Nach einer sehr guten Leistung haben wir leider das Wichtigste im Fußball, Punkte zu holen, nicht geschafft. Das ändert aber nichts an unserer Zielstellung. Bis zum Winter wollen wir da unten raus. Zur Schiedsrichterleistung - ja, was die Karten anging, war es heute sicher recht einseitig. Aber vier Platzverweise in sechs Partien, da müssen wir uns zuerst selbst hinterfragen und uns nicht auf die Referees einschießen.“
Am Dienstag gibt es noch ein Testspiel. "Wir haben ja viele Akteure dabei, die teilweise vier, fünf Monate nicht gespielt haben, die werden alle am Dienstag längere Einsatzzeiten bekommen." Zu Gast ist der MSV Neuruppin, der nach vier Siegen an vier Spieltagen an der Tabellenspitze der Brandenburgliga steht. Gespielt wird unter Flutlicht auf Platz 1, für Speis und Trank ist gesorgt.
RATHENOW: Hawwary – Aranda Aedo (90.+2 Saribas), Bateman, Abal (G), Phong (83. Gerlach) – Solak, Hinze – Onu (90.+2 Schönemann), Aktürk (63. G/R), Donner (G/65. Zdep) - Kore (65. Amiri)
HANSA II: Maurer – Kozelnik, Rüh, Bauer – Schwarz (56. Krebs), Bölter (56. Sauer) – Hahnel (73. Kelm), Venohr, A. Schulz – Zamzow, Bock (G/78. Thomas)
TORE:
1:0 Amiri (73.)
1:1 Krebs (77.)
1:2 Sauer (87.)
1:3 A. Schulz (90.)
2:3 Amiri (90.+1)
,
65.
(63.),
Mattes Krebs (77.),