MIT BLAUEM AUGE DAVON GEKOMMEN
Los ging es allerdings sehr erfreulich. Gleich beim ersten Angriff erkämpfte sich Jamal Rogero, zunächst hängengeblieben, den Ball zurück und traf aus der Drehung flach ins Eck zum 1:0.
Anschließend machte es Optik recht geschickt. Hinten ordentlich, vorne auf Konter lauernd. Ersteres klappte, Staaken kam zu nur zu zwei Kopfballgelegenheiten durch Slawomir Grzegorz Jaworski. Das mit den Kontern gelang nicht. Wenn überhaupt, ging mal etwas über rechts. Was fehlte, war die Präzision, Lukas Hesse musste nur gegen Salih Aktürk eingreifen.
Aus der Pause kamen beide Teams wie verwandelt. Staaken bissig und laufstark, Optik schläfrig und ohne Zweikampfbereitschaft. Das 1:1 Sekunden nach Wiederanpfiff war allerdings extrem unglücklich. Der Abschluss von Phillip Martens wäre wohl genau auf Simeon Hawwary gekommen. Eine Zwischenberührung von Justin Gerlach ließ Keeper und Ball in verschiedenen Ecken landen.
Nachträglich verdienten sich die Randberliner diesen Treffer allerdings. Lediglich in der 50. Minute gab es eine gefährliche Aktion vor dem Gästetor. Salih Aktürk köpfte nach einer Ecke knapp vorbei. Ansonsten spielten (das ist manchmal so) und kämpften (das darf niemals passieren) nur die Gäste. Beim 1:2, per Kopf erzielt, stand Jaworski komplett alleine vor dem Kasten.
Danach spielte sich fast alles zwischen den Strafräumen ab. Der FSV kam überhaupt nicht in die gefährliche Zone und die Gäste ließen bei ihren Kontern ebenfalls die letzte Konsequenz vermissen.
Die Partie schien unspektakulär ihrem Ende entgegen zu gehen. So richtig erklären konnte das niemand. Jerome Leroy, angesprochen auf die Tatsache, dass Rathenow in diesem so wichtigen Spiel ohne jede Gelbe Karte blieb, wusste auch nicht, ob das nun lobenswerte Disziplin oder nicht doch eher mangelnder Einsatzbereitschaft geschuldet war.
Ganz zum Schluss geschah Merkwürdiges. Offensichtlich hatte Optik trotz Grippewelle mehr Kraft, das Trainingslager zahlt sich eben doch aus. Jetzt endlich, eigentlich doch schon viel zu spät, nahm man den Kampf an.
Die Viererkette wurde aufgelöst, Justin Gerlach rückte mit in den Sturm und zwang Lukas Hesse per Volleykracher zu einer ersten echten Parade (88.). Dem stand Simeon Hawwary nicht nach. In die nun völlig entblößte Deckung des FSV setzte Staaken in der letzten regulären Minute einen Konter. Efraim Koku Gakpeto lief alleine auf das Tor zu, kam aber nicht am Optik-Keeper vorbei.
Wegen mehrerer Verletzungsunterbrechungen, Krämpfen und ein bisschen Zeitspiel gab es sechs Minuten obendrauf. Rathenow rannte an, konnte jedoch keine echte Gefahr erzeugen. Noch 60 Sekunden waren auf der Uhr, da kam es zu jener Szene, die Staakens Keeper Lukas Hesse so kommentierte: „Warum machen wir den Ball nicht an der gegnerischen Eckfahne fest? Die 95. Minute, da stelle ich den Arsch rein. Das ist so unclever!“
Tatsächlich waren Ball und Kicker noch rund 100 Meter von seinem Kasten entfernt. Doch die Gastgeber erkämpften sich noch einmal das Spielgerät. Ein langer Ball auf Jamal Rogero, der sich auf der linken Seite durchsetzte. Seine Eingabe kam genau auf Karim Alisaleha und dessen Schuss fand den Weg an Hesse vorbei ins Netz. 2:2 und sofortiger Abpfiff. Was der Punkt wert ist, werden die nächsten Wochen zeigen...
Thorsten Meyer: "Gleich die erste Aktion kriegen wir nicht sauber geklärt. Danach brauchten wir ein paar Minuten, kamen nicht rein ins Spiel. Wir haben dann ein bisschen umgestellt, nach 30 Minuten wurde es besser, meine Mannschaft konnte sich mehr in der gegnerischen Hälfte festsetzen. In der zweiten Halbzeit sind wir sehr gut gelaufen, haben das Spiel bestimmt. Nach dem 2:1 müssen wir aber unsere Konter sauberer ausspielen. So war es am Ende sehr, sehr ärgerlich und auch ein bisschen unverdient. Aber wer seine Chancen nicht nutzt..."
Ingo Kahlisch: "Wir sind mit drei blauen Augen davon gekommen. Das war in der zweiten Halbzeit eine absolut enttäuschende Leistung von meiner Mannschaft."
RATHENOW: Hawwary –Nafilo (81. Solak), Bateman, Gerlach, Alisaleha – Xhaka, Vicente – Zie (72. Donner), Aktürk, Camara (63. Zghal) – Rogero
STAAKEN: Hesse – Tchienguin Touko (71. Iraqui), Aksakal, Lessel, Flemming – Jaekel, Martens (G), Freiwald (84. Kablan), Bobkiewicz (G), Jaworski (76. Boateng) - Gakpeto
TORE:
1:0 Jamal Rogero (3.)
1:1 Phillip Martens (46.)
1:2 Slawomir Jaworski (56.)
2:2 Karim Alisaleha (90.+6)
81.
Phillip Martens (46.),