AUFTAKTNIEDERLAGE BEI TASMANIA
Es war wie immer, wenn die Neuköllner und die Havelländer gegeneinander antreten: strömender Regen. Das erklärt auch, warum gerade einmal 83 Zuschauer den Weg in den Werner-Seelenbinder-Sportpark fanden.
Bei Optik stand Justin Gerlach trotz seiner Rückenbeschwerden doch in der Anfangself. Der nächste mit Beschwerden war Marouan Zghal, der beim ersten Ballkontakt von Rintaro Yajima rüde gefoult wurde. Nach knapp 40 Sekunden bekam Yajima Gelb, doch anschließend schwang sich der kleine Japaner zum besten Mann auf dem Platz auf.
Und er zog seine Mannschaftskollegen mit, Optik kam ganz schwer in die Gänge, sah sich pausenlosen, stürmischen Angriffen ausgesetzt. Simeon Hawwary parierte gerade so einen noch abgefälschten Versuch von Rici Bokake-Befonga. Noch größer war die Gelegenheit für Batikan Yilmaz, der komplett freigespielt, weit vorbei schoss.
Wer vorne solche Chancen auslässt, wird hinten bestraft? Diese Floskel wurde am Freitagabend bestätigt. Eine Flanke von Nico Donner nahm Shpetim Xhaka mit dem Rücken zum Tor an, drehte sich unter Bedrängnis mit dem Ball am Fuß und schoß dann platziert zum 0:1 ins Netz.
Leider hatte die Führung nur vier Minuten Bestand. Nach einem Freistoß leitete Yajima das Leder weiter auf Batikan Yilmaz, der aus kurzer Entfernung das 1:1 erzielte.
Blau-Weiß-Rot blieb eindeutig am Drücker. Eine einzige Gästegelegenheit gab es bis zur Pause noch. Kalilou Camara kam per Kopf höher als Keeper Mateusz Mika mit den Händen, der Ball flog jedoch links vorbei.
Dass die erste Hälfte extrem verlängert wurde, war bis zur 44. Minute nicht abzusehen. Da gab es Ecke für Berlin. Aus dem Getümmel heraus kam Tas kurz vor der Torlinie zum Schuss. Simeon Hawwary bekam das Leder voll ins Gesicht, anschließend klärte Nico Donner den Nachschuss auf der Linie. Minutenlang musste Rathenows Torwart behandelt werden, schließlich ging es für ihn doch weiter.
Unverändert das Bild in der zweiten Halbzeit. Neukölln mit sehr viel Schwung. Und recht schnell belohnte sich der Gastgeber. Deji Ousman Beyreuther war mit einem Aufsetzer zum 2:1 erfolgreich.
Danach mussten die Optik-Fans Angst um ihre Mannschaft haben, ein drittes oder gar viertes Gegentor war möglich. Aber diese Phase hielt nicht lange an. Die mintgrünen packten ihr Kämpferherz aus, wehrten sich von Minute zu Minute mehr und erfolgreicher gegen Tasmania. Und der FSV blieb dabei fair, Gelb für Xhaka aus der ersten Hälfte blieb die einzige Verwarnung für Rathenow.
Konterchancen gab es natürlich, doch nur eine konnte Tas bis zum Ende ausspielen. Simeon Hawwary konnte noch stören, den Ball aber lediglich zur Seite abwehren. Dort stand Beyreuther frei vor dem leeren Tor und zog sofort ab. Mitspieler und Zuschauer jubelten bereits, doch mit einem artistischen Wahnsinnssprung haute Joshua Bateman das Leder von der Linie.
Fast im Gegenzug hielt Shpetim Xhaka aus circa 20 Metern drauf. Mateusz Mika war die Sicht verdeckt, aber irgendwie bekam der Keeper noch einen Fuß an den Ball und verhinderte so den Ausgleich. Danach hätte ein zufällig vorbeikommender Besucher in Rathenow den Favoriten gesehen. Optik war konditionell um einiges besser als der Gegner.
Tasmania nun nur noch mit kleinen Fouls, Krämpfen und Zeitspiel. Alles noch im Rahmen, nichts böses, aber letztendlich konnten die Hauptstädter immer wieder das Tempo und den Rhythmus aus der Partie nehmen. Und so wurde das tolle Engagement der wieder sehr jungen Optik-Elf nicht mehr belohnt.
Ingo Kahlisch: "In der ersten Halbzeit war uns Tasmania spielerisch deutlich überlegen, einfach die bessere Mannschaft. Aber ich muss meinem Team ein Riesenkompliment für die letzte halbe Stunde machen. Mit dieser Einstellung, mit diesem Kampf hätten wir einen Punkt verdient gehabt. Leider hat der Lucky Punch gefehlt. Aber auf diese Leistung können wir aufbauen."
Optik: Hawwary - Nafilo (65. Vicente), Gerlach, Bateman, Hinze - Xhaka (G), Solak - Camara (69. Zie), Zghal (69. Aktürk), Donner - Rogero
Tore:
0:1 Shpetim Xhaka (20.)
1:1 Batikan Yilmaz (24.)
2:1 Deji Ousman Beyreuther (53.)
65.
-
Batikan Yilmaz (24.),