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Oberliga 2024/2025

12. Spieltag, 09.11.2024

Bürgermeister-Haupt-Str. 48
23966 Wismar
FC Anker Wismar FSV Optik Rathenow
1:4
Aufstellung:
Hawwary - Alisaleha, Gerlach - Bateman, Lukanov (46. Donner), SolakGelbe Karte (70. BaeGelbe Karte), Xhaka - Borkowski, RogeroGelbe Karte (80. Vicente), ZghalGelbe Karte, Zie. Trainer: Ingo Kahlisch
FC Anker Wismar:
Trainer: Matthias Fink
Tore:
Jamal Rogero (44.), Jonas Borkowski (54., 76.) - Eigentor: Justin Borchardt (64.)
Gegentor:
Pascal Breier (7.)

Spielbericht:

OBERLIGA

SCHWUNG VOM TEBE-SPIEL MITGENOMMEN

Beim FC Anker Wismar setzt sich der FSV Optik nach einer starken zweiten Halbzeit mit 4:1 durch.
Foto: Verein
Bevor vom Geschehen auf dem Rasen berichtet wird, gilt es, sich herzlich zu bedanken. Anne Katharina Stoll, Physio der Gastgeber, kümmerte sich vor dem Anpfiff vorbildlich um Salomao Nafilo, den die Wade zwickte. Schön, mit welcher Selbstverständlichkeit die junge Dame einen gegnerischen Akteur behandelte.

Keine große Überraschung gab es bei der Aufstellung. Joshua Bateman rückte für den gelbgesperrten Jakob Reichenbach in die Innenverteidigung. Ebenfalls - in diesem Fall leider - keine Überraschung war der schlafmützige Beginn des FSV.

Ohne, dass Optik überhaupt nennenswert über die Mittellinie kam, gingen die Hafenstädter in Führung. Joshua Bateman hatte Marco Bode im Strafraum bedrängt, Bode ging zu Boden, Optik stellte das Fußballspiel einfach ein und wartete auf den Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Til Kiwitt. Der zeigte jedoch sofort an, kein Foul, weiter geht`s. Der Einzige, der reagierte, war Ex-Profi Pascal Breier. Mit einem platzierten Schuss ins linke untere Eck ließ er Simeon Hawwary beim 1:0 keine Chance.

In jener Anfangsphase bekam Rathenow keinerlei Zugriff auf die Partie. Nur hinterherlaufend lag ein zweites Tor für die Norddeutschen trotzdem nicht unbedingt in der kalten Luft. Wismar fehlten schlichtweg die Ideen, den Gegner weiter in Bedrängnis zu bringen. Wenn etwas ging beim Gastgeber, dann über rechts. Der Grund: Karim Alisaleha und Matt-Brahan Zie machten ihre Rathenower rechte Seite zu, da kam Anker nie durch.

So nach und nach verlagerte sich das Geschehen. Zunächst bekam der FSV ein Übergewicht im läuferischen Bereich. Zählbares resultierte daraus nicht, die meisten Versuche wurden ganz einfach bereits vor dem Strafraum geblockt. Beim einzigen Schuss auf das Tor rutschte Vladislav Lukanov noch leicht weg, so hatte Justin Borchardt wenig Mühe.

Bei der strittigsten Szene entschied der Referee, der bei den Verwarnungen für Yunus Solak und Marouan Zghal komplett daneben lag, richtig. Logisch, die Gästebank forderte in der 28. Minute laut Handelfmeter, aber Florian Esdorf stoppte die Flanke von Zie recht eindeutig mit dem Oberkörper.

Kurz vor der Pause, das Phrasenschwein spricht wohl vom psychologisch günstigen Zeitpunkt, ein Geniestreich von Marouan Zghal. Im bis auf die Zehntelsekunde exakten Moment chippte er das Leder in die Schnittstelle der Abwehr. Jamal Rogero nahm den Ball mit und schob an Justin Borchardt vorbei zum 1:1 ins Netz.

sDas die Truppe immer noch in der Entwicklung steckt, zeigte die darauffolgende Szene. Statt mit dem 1:1 in die Kabinen zu gehen, rannte Optik nach vorn, verlor den Ball und hatte Glück, dass der noch abgefälschte Schuss von Lucas Meyer um wenige Zentimeter über die Latte flog.

Völlig anders war es nach dem Wechsel. Jetzt war es nämlich der FC, der blindlings anrannte. Riesige Räume auf einem großen Platz - etwas besseres kannst du Optiks schnellen Außen nicht anbieten. Als Borchardt in der 50. Minute einen Rogero-Schuss prallen ließ, war noch niemand zur Stelle.

Aber 60 Sekunden später stand es 1:2. Karim Alisaleha flankte von rechts und Jonas Borkowski traf per Kopfball-Bogenlampe ins äußerste Eck. "Wie kann denn ein 1,20 kleiner Spieler ein Kopfballtor machen?", echauffierte sich Anker-Trainer Matthias Fink statistisch übertrieben, jedoch sachlich zu Recht.

Wenig später ein Konter über Jonas, diesmal mit Klasse-Rettungstat von Justin Borchardt. Der stand auch in der 64. Minute mit im Mittelpunkt. Ecke Nico Donner, Kopfballtor Marouan Zghal - so dachten Rathenows Spieler, der Stadionsprecher und die 165 Zuschauer. Nur Schiedsrichter Til Kiwitt nicht. Der hatte ganz genau hingesehen und erkannt, dass der Ball am Pfosten landete, von dort an Borchardts Rücken und erst danach über die Linie sprang. Marouan wird das "geklaute" Tor hoffentlich verschmerzen können, zumal es nach Abpfiff vom Trainer noch ein Extralob für die gezeigte Leistung gab.

Für den Endstand sorgte Jonas Borkowski mit einem tollen Schuss aus circa 18 Metern. Dass es beim 1:4 blieb, dafür sorgten beide Keeper. Erst rettete Justin Borchardt beim Solo von Matt-Brahan Zie, dann hielt Simeon Hawwary stark gegen den frei zum Schuss kommenden Florian Esdorf. Und als der Torhüter des FSV in der Nachspielzeit doch bezwungen wurde, klärte Karim Alisaleha auf der Linie. Dann war der dritte Auswärtssieg endgültig perfekt.

Optiks Co-Trainer Sven Ahlendorf: "Den Start haben wir wieder verschlafen, das ist ja schon die gesamte Saison über ein Problem. Nach etwa 20 Minuten wurden wir gleichwertig. Das schön rausgespielte 1:1 so kurz vor der Pause war natürlich optimal. In der zweiten Hälfte haben wir den Platz gut genutzt, gerade über außen. Insgesamt war das ein verdienter Sieg. Gefreut hat mich besonders die Steigerung nach dem Rückstand."

Wismars Trainer Matthias Fink: "Willen und Einsatz, das war es, was Rathenow uns in einem Spiel auf überschaubarem Niveau voraus hatte. Es war schon mächtig kalt heute, wer da als Zuschauer herkommt, der muss schon richtig Bock auf Fußball haben. Und wir? Einige haben nach fünfzehn Minuten wohl gedacht Òh, das wird aber leicht`. In der zweiten Halbzeit hatten wir überhaupt keinen Zugriff mehr, das ist durch nichts zu entschuldigen. Ich bin unfassbar enttäuscht. Der Gegner hat uns den Schneid abgekauft, verdient gewonnen und uns am Ende vorgeführt."

Optik-Coach Ingo Kahlisch: "Der Sieg über TeBe hat der Truppe Selbstvertrauen gegeben. Nach hinten raus waren wir läuferisch, kämpferisch und spielerisch besser. Jetzt müssen die Jungs begreifen, dass es so - als Mannschaft, in der einer für den anderen fightet - weitergehen muss. Nächste Woche ist Pokal, da wollen wir in die nächste Runde. Die Chancen sehe ich jetzt bei 50:50."

Bilder vom Spiel

Optik: Hawwary - Alisaleha, Bateman, Gerlach, Lukanov (46. Donner) - Solak (G / 70. Bae/G), Xhaka - Zie, Zghal (G), Borkowski - Rogero (G / 80. Vicente)

Tore:
1:0 Pascal Breier (7.)
1:1 Jamal Rogero (44.)
1:2 Jonas Borkowski (54.)
1:3 Eigentor (64. Justin Borchardt)
1:4 Jonas Borkowski (76.)