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Oberliga 2024/2025

11. Spieltag, 02.11.2024

FSV Optik Rathenow Tennis Borussia Berlin
2:0
Aufstellung:
Hawwary - Alisaleha, Gerlach, ReichenbachGelbe Karte - Lukanov, Solak, Xhaka - BorkowskiGelbe Karte (79. Vettorazzi), Rogero (64. Vicente), Zghal (79. Bateman), Zie. Trainer: Ingo Kahlisch
Tennis Borussia Berlin:
Karsten – Richter, Klawa (G/59. Wesner), Ceesay, Ramadan – Sey (46. Gök/G), Liebich (G/59. Nattermann), Kleihs (78. Grigoriadis/G), Danko – Dethlefs (G), Jobe. Trainer: Benjamin Eta
Tore:
Jamal Rogero (51.), Matt Zie (83.)

Spielbericht:

OBERLIGA

ENDLICH DER ERSTE HEIMSIEG

Mit einem 2:0 gegen Tennis Borussia fährt Optik erstmals in dieser Saison drei Punkte am Vogelgesang ein.
Ein ungewöhnlich warmer, sonniger Novembertag, über 300 Besucher, davon um die 100 Gästefans. Die hatten sich bereits vorher auf die schönste Auswärtsfahrt der Saison gefreut. Lässt man das Ergebnis weg, war die Freude sicher berechtigt. Immer wieder fanden sich Grüppchen von rot-weißen und lila-weißen Fans zusammen, um zu diskutieren, alte Bekanntschaften aufzufrischen oder einfach gemeinsam ein Bier zu trinken. Kurz, auf den Rängen war es eine wunderbare, friedliche Atmosphäre.

Auf dem Rasen begann Tennis Borussia erwartet offensiv. Optik, diesmal von Beginn an hellwach, hielt kämpferisch voll dagegen. So mochte man sich bei der ersten klaren Gelegenheit verwundert die Augen reiben. Als nach einer Flanke von Marvin Kleihs Torjäger Ebrima Jobe über das Tor köpfte, waren bereits siebzehn Minuten rum.

Ob die Partie immer hochklassig war, darüber gingen die Meinungen naturgemäß auseinander, hochinteressant war es allemal.

Geteilte Meinung ist auch das Stichwort für die wohl umstrittenste Szene, die es in der 23. Minute gab. Ebrima Jobe und Yunus Solak gerieten im Rathenower Strafraum aneinander, beide gingen zu Boden und blieben mit Schmerzen liegen. "Klarer Elfer", schallte es deutlich vernehmbar von der Gästebank. "Gelb für das Stürmerfoul", lautete die nicht minder lautstarke Forderung seitens der Rathenower Verantwortlichen. Zu denen gehörte erstmals nach seiner Knie-OP auch Jerome Leroy. Der etatmäßige Kapitän wird die nächsten Monate als Co-Trainer unterstützend wirken. Wer immer auch recht hatte, (von außen ließ sich die Situation nicht eindeutig klären) Schiedsrichter Ole Donner aus Rostock gab weder das eine noch das andere, sondern ließ weiterlaufen.

Weiter lief auch der Druck seitens der Charlottenburger. Doch Niklas Liebich vergab auch die nächste Großchance, als er freistehend knapp drüber schoss. Hatte der FSV bis dahin auf Kontermöglichkeiten gelauert, jetzt gab es die eine ganz große Gelegenheit. Mit einem ganz schnell ausgeführten Freistoß von Marouan Zghal zog Jamal Rogero alleine Richtung Tor. Keeper Fynn-Jason Karsten machte sich ganz breit, kam soeben noch mit der Fußspitze ans Leder und verhinderte den Rückstand seiner Elf.

Wenig später sah Fabian Klawa die erste Gelbe Karte des Spiels. Eigentlich nichts für eine Extra-Erwähnung, doch Rene Schröder, Zeugwart der Veilchen, ereegte sich derart, dass für ihn ebenfalls Gelb folgte.



Zur zweiten Halbzeit kam bei den Gästen Enes Gök auf den Platz. Der hatte 60 Sekunden nach seiner Einwechslung die sichere Berliner Führung auf dem Fuß. Total frei scheiterte er an Simeon Hawwary. Was folgte, hätte zu DM-Zeiten unweigerlich ein Fünfmarkstück für das Nachwuchs-Spendensparschwein im VIP-Raum gebracht: "Wenn du die Dinger vorne nicht machst, wirst du hinten bestraft."

Einen schon abgefangenen Ball eroberte Shpetim Xhaka mit starkem Körpereinsatz zurück und leitete sofort weiter auf Jamal Rogero. Dessen Schuss ins lange Eck brachte ihm Saisontor Nummer sieben und Rathenow die erste 1:0-Führung auf eigenem Platz.

Das gab Optik Sicherheit, und auf einmal zeigte sich, wieviel Potenzial eigentlich in der Mannschaft steckt. Mit schnellem Umkehrspiel wurde Jamal gesucht und mehrfach gefunden. Aus vollem Lauf knapp vorbei (56.), nach Steckpass frei durch und wieder am Torhüter gescheitert (61.) - der FSV hätte durchaus erhöhen können.

Nicht aufgeklärt werden kann, was sich in der 67. Minute ereignete. Gekickt wurde im Mittelfeld, weder Abseits noch Elfmeter lagen in der Luft als plötzlich die Fahne des Assistenten hochging. Per Headset erhielt der Referee offenbar eine Information, jedenfalls lief er schnurstracks auf die Borussenbank zu und zeigte dem Assistenztrainer Umberto Sacchi glatt Rot.

Glücklicherweise verlagerten sich Dramatik und Emotionen anschließend wieder auf das Spielfeld. TeBe drängte natürlich auf den Ausgleich und hatte zehn Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit die große Gelegenheit dazu. Wieder war es Enes Gök. Sein Kopfball nach einer Ecke wäre vermutlich nicht zu halten gewesen, flog aber um wenige Zentimeter am Pfosten vorbei.

Stattdessen erhöhte Rathenow auf 2:0. In einem Internetforum gibt es eine Rubrik "Kacktor des Monats". Der Treffer am Vogelgesang hätte Aussicht auf den Titel. Kapitän David Danko spielte zurück auf Torhüter Fynn-Jason Karsten. Sprich, ein 31-jähriger Routinier macht auf einem Platz, der im November nunmal kein Teppich ist, einen Rückpass auf einen 19-jährigen, der gerade sein zweites Oberligaspiel bestreitet. Karsten erfasste die Situation zu spät, kam zu spät dem Leder entgegen und musste so ins Dribbling gegen Matt-Brahan Zie. Der Rathenower gewann dieses Duell und behielt dann die Übersicht, um in die freie lange Ecke zu schießen.

Sicher wird es in den nächsten Tagen viel Kritik bei den Hauptstädtern geben, in punkto Moral kann ihnen niemand etwas vorwerfen. Unverdrossen kämpfte Tennis Borussia, erst recht, als der Schieri gleich sechs Minuten Nachspielzeit anzeigte. Und tatsächlich gab es noch eine hundertprozentige Chance. Als Simeon Hawwary mit geradezu unfaßbarem Reflex den Schuss von John-Frederik Dethlefs um den Pfosten drehte, war es für die Fans klar: "Die drei Punkte bleiben heut zu Haus...".

Benjamin Eta: "In der ersten Halbzeit waren wir spielbestimmend, machen aber aus unseren zwei, drei Chancen zu wenig. Außerdem wurde uns ein klarer Elfer nicht gegeben. Aber schon kurz vor der Pause kam unser Problem, die fehlende Kontrolle im Spiel, vor allem bei Standards, zum Vorschein. In der zweiten Halbzeit entschieden zwei individuelle Fehler die Partie. Vor dem 1:0 machen wir den Hunderter nicht. Und da wir momentan nicht in der Lage sind, zu Null zu spielen, war es am Ende ein erarbeiteter Sieg von Optik. Über verdient oder unverdient brauchen wir nicht zu reden."

Ingo Kahlisch: "Für mich war das ein sehr gutes Oberligaspiel und ein verdienter Sieg. Das war mal wieder Optik, wie wir es sehen wollen. Die Mannschaft hat sehr gut gekämpft und wenig zugelassen. Das heute soll allen, die zu Optik stehen wieder ein bisschen Mut machen auf dem Weg zum Klassenerhalt."

Bilder vom Spiel

RATHENOW: Hawwary – Alisaleha, Reichenbach (G), Gerlach, Lukanov – Xhaka, Solak – Zie, Zghal (79. Bateman), Borkowski (G / 79. Vettorazzi) – Rogero (64. Vicente)

TENNIS BORUSSIA: Karsten – Richter, Klawa (G/59. Wesner), Ceesay, Ramadan – Sey (46. Gök/G), Liebich (G/59. Nattermann), Kleihs (78. Grigoriadis/G), Danko – Dethlefs (G), Jobe

TORE:
1:0 Rogero (51.)
2:0 Zie (83.)

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