0:4-SCHLAPPE BEI SPARTA LICHTENBERG
Der Charakter der ersten Halbzeit wurde durch eine Szene aus der 39. Minute verdeutlicht. Da bekam Rathenow seinen ersten Freistoß zugesprochen. Nein, es folgt keine ellenlange Schirischelte. Die Mintgrünen gingen ja gar nicht in die Zweikämpfe, konnten demzufolge auch gar nicht gefoult werden. Jedenfalls, aus diesem Freistoß endstand ein Konter durch Etienne Nikol, den Simeon Hawwary bravourös entschärfte. Das gelang dem mit Abstand besten Rathenower noch viele weitere Male, ansonsten hätte die Niederlage auch deutlich deutlicher ausfallen können.
Zum Zeitpunkt jener angesprochenen Szene stand es bereits 2:0. Erst durfte Nikol einen Aufsetzer komplett ungestört ins lange Eck schießen, dann war Marko Trojanovic nach einem Rathenower Ballverlust im Zentrum erfolgreich. Es kam noch schlimmer. Daniel Hänsch nutzte einen Fehler im Aufbauspiel der Gäste zur 3:0-Pausenführung. Selbst bei absoluter Effizienz hätte der FSV zurückgelegen, es gab nämlich nur zwei eigene Abschlüsse durch Shpetim Xhaka (Außennetz) und Salomao Nafilo (gehalten).
Auch in der Anfangsviertelstunde der zweiten Halbzeit wurde der Unterschied beim puren Willen deutlich. Torhüter Melvin Williams wehrte unzureichend ab, Salomao Nafilo schoss auf das leere Tor, doch mit tollem Einsatz rettete ein Abwehrbein.
Im Gegenzug ließ Optiks Defensive diese Konsequenz vermissen, Daniel Hänsch ging als einziger energisch mit dem Fuß in eine gar nicht mal so tolle Flanke und erzielte das 4:0. Dass es dabei blieb, hatte mehrere Gründe. Zum einen der schon erwähnte Simeon Hawwary, zum anderen gingen die Berliner zunehmend in den Tikki-Takka-Modus über.
Immerhin, mit Hakim Abal wechselte Ingo Kahlisch seinen jüngsten Spieler ein und der wehrte sich richtig gegen Sparta. Davon angespornt, ging so etwas wie ein kleiner Ruck durch die Truppe. Einmal negativ, in der 85. Minute holten sich nach einem harmlosen Gerangel im Mittelfeld gleich drei Gästeakteure die Gelbe Karte. Aber auch mehrfach positiv, denn jetzt gab es plötzlich Torchancen. Karim Alisaleha und Kalilou Camara, jeweils gut freigespielt, scheiterten an Melvin Williams.
Die letzte große Möglichkeit vereitelte Referee Ronny Walter. Als Hakim Abal im Strafraum sehr deutlich gelegt wurde, blieb die Pfeife stumm. Um keinen falschen Eindruck zu erwecken, am Unparteiischentrio lag es nicht, dass Optik die höchste Niederlage des 22. Spieltags kassierte. Und so fuhren die etwa 20 FSV-Anhänger unter den nur 59 Zuschauern total bedient nach Hause.
Ingo Kahlisch: "Ein Klassenunterschied. Auf ihrem kleinen Kunstrasen hat uns Sparta förmlich vorgeführt. Wir hatten fußballerisch keine Chance und haben dann auch noch viel zu körperlos agiert. Trainerteam und Fans - heute sind wir alle maßlos enttäuscht."
Optik: Hawwary - Nafilo, Bateman, Gerlach (G), Hinze - Solak (G / 46. Donner/G), Xhaka (64. Abal) - Alisaleha (76. Vettorazzi), Aktürk (46. Vicente), Zie (64. Camara) - Rogero (G)
Tore:
1:0 Nikol (14.)
2:0 Trojanovic (37.)
3:0 Hänsch (43.)
4:0 Hänsch (57.)
76.
,
Nikol (14.),