FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014

SPIELBERICHT

VERDIENTER AUSWÄRTSSIEG

Ein verdienter Auswärtssieg gelang Optik Rathenow bei Tennis Borussia Berlin. Über 90 Minuten stellte der FSV das deutlich überlegene Team. Spannend blieb es nur auf Grund der wieder einmal mangelhaften Chancenverwertung.

Patrik Scholz traf in der 84. Minute vom Elfmeterpunkt. Foto: Archiv

Ein verdienter Auswärtssieg gelang Optik Rathenow bei Tennis Borussia Berlin. Über 90 Minuten stellte der FSV das deutlich überlegene Team. Spannend blieb es nur auf Grund der wieder einmal mangelhaften Chancenverwertung.

Mit der selben Formation beginnend wie gegen die Union-Reserve riss Optik das Geschehen sofort an sich. Nach noch nicht einmal vier Minuten flog ein Direktschuss von Daniel Pfefferkorn nach Vorarbeit von Dejan Kalan am Tor vorbei. Sieht man einmal von einem Freistoß von Manuel Zemlin, genau in die Arme von Felix Baitz, ab, spielte sich das Geschehen fast ausschließlich in der Borussenhälfte ab.

Möglichkeiten gab es genug. Die klarsten: Leon Hellwig knapp vorbei, sehr gut gemachte Kombination über Dejan Kalan, Daniel Pfefferkorn und Ekin Gündogdu - hier hielt Konstantin Filatow stark, Hellwig aus 35 Metern - Filatow im Nachfassen, Freistoss Patrik Scholz aus spitzem Winkel - wieder der TeBe-Keeper.

Während es auf dem Platz einseitig blieb, war es auf den Rängen ausgeglichen. Die Fans beider Vereine, seit vielen Jahren befreundet, feierten sich gegenseitig. Schön, dass der FSV es geschafft hat, zu dieser Partie mit einer großen und stimmgewaltigen Anhängerschar anzureisen. Kurz vor der Pause lag dann der Führungstreffer in der Luft. Urplötzlich hatte Daniel Pfefferkorn aus der Drehung abgezogen. Von der Lattenunterkante prallte das Leder zurück ins Feld.

War das einfach nur Pech, offenbarte die erste Szene der zweiten Hälfte, woran es bei Optik noch hapert. Nach einem krassen Abwehrfehler der Gastgeber kam Hakan Cankaya wenige Meter vor der Linie zum Schuss und ballerte den Ball über das Tor. Gut allerdings, dass das Bemühen um den Sieg jederzeit erkennbar blieb. Zwar wagten sich nun auch die Hauptstädter des öfteren nach vorn, richtig gefährlich war das aber nicht. Immerhin honorierten die Fans der Charlottenburger die unbedingt lobenswerte Einstellung ihres Teams mit viel Beifall.

Eine schlimme Szene ereignete sich eine Viertelstunde vor Schluss. Sasan Gouhari, erst zehn Minuten zuvor eingewechselt, verletzte sich auf dem unebenen Geläuf ohne gegnerische Einwirkung so schwer, dass er ins Krankenhaus gefahren werden mußte. Die Rathenower waren kurzzeitig geschockt. Das nutzten die Veilchen zur ersten echten Torchance. Burak Mentes kam frei zum Schuss. Felix Baitz reagierte prächtig.

In der 84. Minute fiel dann endlich das Tor. Das heißt, zuerst fiel mal Patrik Scholz, der im Strafraum gefoult wurde. Schiedsrichter Christopher Gaunitz aus Leipzig zögerte keine Sekunde, zeigte sofort auf den Punkt. Entgegen aller "Fußballweisheit" schoss der Gefoulte selbst. "Scholle" verwandelte sicher.

Eines muss man TeBe`s Trainer Alex Fritz zu Gute halten. Er hat in den wenigen Tagen seiner Amtszeit seiner Elf neuen Kampfgeist eingeimpft. Erst wurde Daniel Pfefferkorn bei seinem Konter im allerletzten Moment noch entscheidend abgedrängt. Und weit in der Nachspielzeit kam es tatsächlich noch zu einem Gewühl im Rathenower Strafraum. Im dritten Versuch wurde das Leder endlich weit nach vorn befördert. Der erlösende Schlusspfiff ging im Jubel des Gästeblocks fast unter.

Ingo Kahlisch bescheinigte seinen Jungs eine ordentliche Leistung. "Man hat über 90 Minuten gesehen, das wir gewinnen wollten. Wir haben uns ordentlich bewegt. Was wir nicht gemacht haben, war die Chancen zu nutzen, daher blieb es eng." Auch der ehemalige FSV-Keeper Alexander Fritz redete Klartext: "Wir wollten engagierter auftreten, als zuletzt gegen Reinickendorf. Zumindest das ist uns gelungen. In der zweiten Hälfte hatten wir auch ein, zwei Chancen. Auch für mich war es ein klarer Elfmeter. Ganz ehrlich, wir hätten uns auch nicht beschweren können, wenn Optik schon vor der Pause ein- oder zweimal getroffen hätte."

Ab sofort gilt die volle Konzentration der Rathenower wieder dem Pokal. Im Viertelfinale tritt man am Ostermontag um 14 Uhr beim FC Schwedt 02 an. Die Mannschaft würde sich freuen, wieder so toll unterstützt zu werden. Wer dabei sein will, finde sich bitte kurz vor 10 Uhr am Hauptbahnhof ein. (R.L.)

Tor: 0:1 Scholz (84.)

Aufstellung: Baitz - Müller (65. Gouhari, 76. Wilcke), Delvalle Silva, Scholz, Tröger - Leroy, Hellwig (G) - Kalan (65. Ferrera), Cankaya, Pfefferkorn - Gündogdu