FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014

SPIELBERICHT

WIEDER GUT GESPIELT UND VERLOREN

Die zweite Mannschaft des FC Hansa Rostock bleibt die heimstärkste Elf der Oberliga. Trotz guten Spiels und engagierten Kampfes unterlag Optik Rathenow im Volksstadion mit 1:2. Mit einer komplett umgekrempelten Abwehr ließ der FSV gegen die Hanseaten nicht viel zu, erspielte sich eine Reihe guter Torchancen und stand am Ende doch wieder mit leeren Händen da...

Anil Aslan (li.) rückte gegen Hansa in die Viererkette. Foto: Rudi

Die zweite Mannschaft des FC Hansa Rostock bleibt die heimstärkste Elf der Oberliga. Trotz guten Spiels und engagierten Kampfes unterlag Optik Rathenow im Volksstadion mit 1:2. Mit einer komplett umgekrempelten Abwehr ließ der FSV gegen die Hanseaten nicht viel zu, erspielte sich eine Reihe guter Torchancen und stand am Ende doch wieder mit leeren Händen da...


Ingo Kahlisch hatte für diese Partie das taktische System umgestellt. Anil Aslan und Sascha Tröger agierten als Außenverteidiger, neben Andre Zielke rückte auch Patrik Scholz in die Deckung. Davor stand erstmals eine Dreierkette. Das zahlte sich aus. Die Rostocker Jungspunde waren anfangs zwar erwartungsgemäß viel am Ball, kamen gegen die massive Rathenower Deckung aber zu keiner Torchance. Erst nach 20 Minuten schoss Manfred Starke - kein Problem für Martin Sengespeick. Der war dafür chancenlos, als Moris Fikic in der 27. Minute mit einem Freistoß genau ins linke Dreiangel traf. Der FSV antwortete sofort. 120 Sekunden nach dem Gegentreffer erlief Ekin Gündogdu einen Pass von Benjamin Wilcke und schob von halbrechts überlegt ein.

Nun wurde es turbulent. Als Andreas Kerner einen Freistoß von Patrik Scholz prallen ließ, schoss der überraschte Daniel Pfefferkorn im Nachschuss den Hansa-Keeper an. Auf der Gegenseite kam auch Martin Sengespeick nur noch mit einer Hand an einen Fikic-Schuss, Danny Koop beförderte das Leder im Nachschuss statt ins leere Tor ins Seitenaus! Ein "Kunstschuss" seltener Art. Sorgte diese Aktion noch für Heiterkeit bei den etwa 20 Optik-Fans unter den 110 Zuschauern, herrschte in der 42. Minute blankes Entsetzen. Kapitän Patrik Scholz zog sich eine Bänderdehnung im Sprunggelenk zu. Zwar probierten die Verantwortlichen in der Pause noch mal alles, doch es ging nicht weiter bei "Scholle".

So wurde erneut umgestellt. Benny Wilcke rückte in die Viererkette. Nach zehn Minuten erfuhren die Rathenower, wie dicht Glück und Pech im Fussball zusammenliegen. Jerome Leroy nahm eine Flanke von Marten Müller volley. Einige Fans jubelten schon, doch er traf nur das Außennetz. Im direkten Gegenzug erzielte Patrick Kühn nach gekonnter Ballmitnahme das 2:1. Beinahe hätten die Rot-Weißen erneut den postwendenden Ausgleich geschafft, diesmal fehlten Ekin Gündogdu beim Freistoß von Jerome Leroy nur ein paar Zentimeter.

Positiv anzumerken ist auf jeden Fall, dass Optik weder die Ordnung noch die Disziplin verlor. So musste der junge Unparteiische, Peter Plaue aus Stendal, nicht ein einziges Mal Gelb ziehen. Zwischen der 69. und 72. Minute hatte Daniel Pfefferkorn gleich drei Gelegenheiten. Zuerst reagierte er bei einem gegnerischen Fehlpass gedankenschnell, den Heber parierte Andreas Kerner. Dann entschloß er sich zu einer Eingabe, die Ekin Gündogdu knapp verpaßte. Und beim dritten Mal hatte der Optikstürmer einfach nur Pech, als er seinen Schuss aus spitzem Winkel an die Latte hämmerte.

Als die Rathenower in den letzten Minuten dann alles nach vorn warfen, ergaben sich große Konterräume für die Norddeutschen. Einmal rettete Martin Sengespeick vor Moris Fikic und in der 87. Minute traf der eingewechselte Vasilios Tsiatouchas den Pfosten. So blieb es am Ende beim vielleicht vorher erwarteten, dem Spielverlauf nach aber glücklichen 2:1-Erfolg des Regionalligaabsteigers.

"Ich kann es bald nicht mehr hören", meinte Ingo Kahlisch hinterher. "Wieder sehr ordentlich gespielt und trotzdem verloren. Wir bestrafen uns selber. Gegen eine Mannschaft, die achtmal wöchentlich trainiert, hatten wir mehr Chancen und stehen am Ende mit leeren Händen da. Das Ergebnis ist riesig enttäuschend für alle, die an Optik hängen. Es tut schon ganz schön weh, wenn man auf die Tabelle sieht. Wir müssen nun echt aufpassen. Wichtig ist, dass wir nicht die Nerven verlieren."

Tore:
1:0 Fikic (27.)
1:1 Gündogdu (29.)
2:1 Kühn (55.)

Aufstellung: Sengespeick - Tröger, Scholz (46. Kalan), Zielke, Aslan - Wilcke, Hellwig (82. Richter), Leroy - Pfefferkorn, Müller - Gündogdu