FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014

SPIELBERICHT

RICHTIG GUTER FUßBALL, ABER KEINE PUNKTE

Optiks Serie von neun Auswärtsspielen ohne Niederlage ist am Wochenende gerissen. Bei Germania Schöneiche wurde 2:3 verloren, und das obwohl der FSV in der zweiten Halbzeit spielerisch die vielleicht beste Saisonleistung ablieferte. Die entscheidenden Tore, die erzielte aber der Gastgeber...

Ausgerechnet der beste Mann auf dem Platz, Benjamin Wilcke (re.), leitete den Schöneicher Siegtreffer ein. Foto: Rudi

Optiks Serie von neun Auswärtsspielen ohne Niederlage ist am Wochenende gerissen. Bei Germania Schöneiche wurde 2:3 verloren, und das obwohl der FSV in der zweiten Halbzeit spielerisch die vielleicht beste Saisonleistung ablieferte. Die entscheidenden Tore, die erzielte aber der Gastgeber...

Der FSV Optik wollte in Schöneiche mit zwei Spitzen und einem dahinter agierenden Dejan Kalan Druck aufbauen. Das gelang am Anfang nur dem Gastgeber. Leid tun konnte einem dabei Felix Baitz, der sich erstmals in dieser Saison beweisen durfte. Seine ersten beiden Oberligaaktionen bestanden darin, den Ball aus dem Netz zu holen. Enrico Günther per Kopf nach einem Freistoß (4.) und David Karlsch (7.) aus Nahdistanz sorgten für ein frühes 2:0.

Nach einer Viertelstunde fing sich Optik. Ein erstes Lebenszeichen setzte Andre Zielke, der einen Abpraller direkt nahm. Nach 22 Minuten reagierte Felix Baitz bei einem Schuss von Tobias Scharlau hervorragend. Eine knappe halbe Stunde war vorbei, da erhielt der FSV einen Freistoß auf der linken Außenbahn. Sasan Gouhari zog das Leder scharf in den Strafraum. Beim Versuch zu klären, fabrizierte Enrico Günther ein Eigentor.

In einer nun intensiv geführten Partie gab es Möglichkeiten auf beiden Seiten. Nach 37 Minuten, Optik lag gerade im Angriff, ging plötzlich auf der Gegenseite die Fahne des Assistenten hoch. Nach einer Beratung mit ihm zeigte Schiedsrichter Marek Nixdorf aus Dresden Nusret Selimi die Rote Karte. „Kopfstoß“ stand im Protokoll. Den anschließenden Freistoß von Patrik Scholz parierte Andre Greulich.

Gleich nach dem Wechsel das 2:2: Nach ganz starkem Einsatz von Daniel Pfefferkorn schoss Till Wedemann ins rechte Eck. Der FSV war nun klar überlegen und zeigte sehr schöne Kombinationen. Mehrmals konnte sich Andre Greulich auszeichnen.

Eine Schlüsselszene gab es in der 69. Minute. Nach einem Foul von Sasan Gouhari ließ der Unparteiische zunächst Vorteil laufen. Bei der nächsten Spielunterbrechung zeigte er Gelb und sofort Gelb-Rot. Marek Nixdorf, dessen Leistung in der zweiten Halbzeit von Ingo Kahlisch auf Nachfrage mit „manchmal merkwürdig“ nett umschrieben wurde, glaubte eine abfällige Handbewegung in Richtung Schöneicher Bank gesehen zu haben.

Trotzdem blieb Optik am Drücker. In einen Schuss von Patrik Scholz spritzte Slim Jaballah, wieder blieb Greulich Sieger. Der FSV vernachlässigte dabei jedoch die Abwehr. Ausgerechnet Benjamin Wilcke, der sein bislang bestes Spiel im roten Dress bot, verlor eine Viertelstunde vor Schluss im Mittelfeld den Ball, Tobias Scharlau zog alleine los und traf zum 3:2 ins Netz. Zu allem Überfluss verletzte sich in dieser Szene Patrik Scholz und musste ausgewechselt werden.

Der FSV gab aber nicht auf und bot dabei natürlich Konterräume. Dmytro Shlyakhta vergab freistehend die Entscheidung und scheiterte kurz darauf mit einem Freistoß am prima reagierenden Felix Baitz. In der 85. Minute setzte sich Till Wedemann auf dem linken Flügel durch. Seine Eingabe erreichte Daniel Pfefferkorn, dessen Kopfball Greulich aus dem Eck fischte. Und als sich der Germania-Torwart Sekunden vor Schluss seinen einzigen Fehler leistete, kam Andre Zielke nicht mehr an das Leder heran. So mussten die 20 Optik-Fans unter den 82 Zuschauern enttäuscht die erste Auswärtsniederlage der Rückrunde konstatieren.

Ingo Kahlisch: „Es war ein interessantes Spiel, in dem wir eine Viertelstunde geschlafen haben. Danach haben wir uns gefangen, das Spiel bestimmt und gezeigt, dass wir richtig guten Fußball spielen können. Von daher muss ich der Mannschaft trotz der Niederlage ein Kompliment machen.“ (D.N.)

Aufstellung: Baitz – Leroy (G), Sasan Gouhari (69. GR), Zielke – Aslan (G / 46. Jaballah), Wilcke, Scholz (78. Topuz), Müller – Kalan (72. Korkut) – Wedemann (G), Pfefferkorn (G)