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FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014. Oberligameister 2015, 2018

SPIELBERICHT

NUR EIN GANZ NORMALES OBERLIGASPIEL

"Das war eine bravoröse Leistung. Rathenow ist hier im Stile einer Klassemannschaft aufgetreten." Mit ähnlich viel Lob wie Ludwigsfeldes Manager Jürgen Parpat äußerten sich heute viele Augenzeugen eines denkwürdigen Spiels, das der FSV Optik mit 6:1 gewonnen und damit den höchsten Auswärtserfolg seiner Geschichte in der Oberliga eingefahren hat. Ingo Kahlisch war indes bemüht, den furiosen Sieg auf ein Normalmaß zurecht zu stutzen: "Das heute war kein Wunder, sondern ein ganz normales Oberligaspiel." Aber doch eines, das man so nicht alle Tage sieht... Bilder aus der ersten Halbzeit >>

Optiks dreifachen Torschützen Ali Avcioglu bekamen die Ludwigsfelder selten in den Griff

"Das war eine bravoröse Leistung. Rathenow ist hier im Stile einer Klassemannschaft aufgetreten." Mit ähnlich viel Lob wie Ludwigsfeldes Manager Jürgen Parpat äußerten sich heute viele Augenzeugen eines denkwürdigen Spiels, das der FSV Optik mit 6:1 gewonnen und damit den höchsten Auswärtserfolg seiner Geschichte in der Oberliga eingefahren hat. Ingo Kahlisch war indes bemüht, den furiosen Sieg auf ein Normalmaß zurecht zu stutzen: "Das heute war kein Wunder, sondern ein ganz normales Oberligaspiel." Aber doch eines, das man so nicht alle Tage sieht...

Ein ganz besonderer Tag sollte es für Ali Avcioglu werden, der lange auf seinen ersten Punktspieltreffer warten musste und heute - nach 633 torlosen Minuten - endlich für seinen Kampfgeist belohnt wurde. Gleich dreimal traf Optiks Nummer 10, den die Ludwigsfelder Abwehr nie in den Griff bekam, in Halbzeit eins. Fast wäre es sogar ein lupenreiner Hattrick geworden, hätte nicht Andre Zielke zwischenzeitlich zum 3:0 getroffen. So stand also bereits zur Pause eine 4:0-Führung zu Buche, die sich die Rathenower, wie LFC-Trainer Volker Löbenberg feststellte, "mit geradlinigem schnellen Konterfußball" herausgearbeitet hatten. Für die FSV-Treffer in Halbzeit zwei, in der die nie aufsteckenden Ludwigsfelder nochmal ordentlich Dampf machten, sorgte dann der beste Mann auf dem Platz, Patrik Scholz. Ein Augenschmaus vor allem sein Tor zum 6:1, als Optiks Kapitän die halbe Abwehr schwindelig spielte.

Ingo Kahlisch freute sich anschließend nicht nur über die Höhe des Sieges, sondern vor allem über das Auftreten seiner Mannschaft: "Es ist eine Entwicklung zu sehen. Die Jungs fangen an zu verstehen und umzusetzen, was ich sehen will - vor allem, kompakt und diszipliniert zu stehen. Wir haben heute aber auch ein paar Schwächen gesehen, an denen wir weiter arbeiten müssen. Am Ende ist der Sieg um eins zwei Tore zu hoch ausgefallen."

Ludwigsfeldes Trainer Volker Löbenberg: "Wir haben uns berauscht an den ersten zehn Minuten guten Fußballs mit einigen guten Chancen. Aber innerhalb von zehn Minuten hat Rathenow uns mit geradlinigem schnellen Konterfußball unsere Grenzen aufgezeigt. In der zweiten Halbzeit sind wir immer wieder angerannt, da hätte das Spiel durchaus noch kippen können. Aber Optik hat sich geschickt gelöst und wir haben uns einfach zu dumm angestellt." (N.R.)

Spielbericht:
Zu Beginn sah es überhaupt nicht nach einem so deutlichen Erfolg aus. Schon in der dritten Minute hatte Dennis Kutrieb die Chance zur Führung. Sein Direktschuss flog nur knapp vorbei. Nach zirka zehn Minuten hatte sich Rathenow auf die stürmischen Angriffe der Gastgeber eingestellt. Erste eigene Bemühungen endeten jedoch mehrfach im Abseits. Bis zur 14. Minute. Da wurde Ali Avcioglu von Saman Gouhari steil geschickt und vollendete mit einem platzierten Schuss ins linke Eck zum 0:1. Der nächste Angriff nur 180 Sekunden später brachte das 0:2. Diesmal hatte sich Anil Aslan auf der rechten Seite durchgesetzt. Bei seiner schulbuchmäßigen Eingabe brauchte Avcioglu nur noch den Fuß hinzuhalten.

Der LFC wirkte in der Folge geschockt. Ali Avcioglu hatte noch zwei weitere gute Gelegenheiten, als die Abwehr der Autostädter sich überlaufen ließ. In der 25. Minute scheiterten sowohl er als auch Sven Becker auf der Linie. Im dritten Versuch schoss Andre Zielke zum 0:3 ins Netz. Sekunden darauf traf Avcioglu nach Vorarbeit von Patrik Scholz mit einem tollen Schlenzer den Pfosten.

„Über ein paar Schwächen ist zu reden.“ merkte Ingo Kahlisch in der Pressekonferenz an. Dabei dürfte er vor allem Szenen wie die in der 31. Minute gedacht haben. Heiko Bengs hebelte mit einem einfachen Diagonalpass die gesamte Optik-Abwehr aus. Zum Glück traf der freistehende Dennis Kutrieb den Ball nicht voll. Kurz darauf hatte Andre Thomas eine Möglichkeit. Mathias Lettow konnte klären. Beide standen erneut im Mittelpunkt, als Mathias Lettow von Andre Thomas der Ball aus Nahdistanz an die Hand geschossen wurde. Schiedsrichter Felix-Benjamin Schwermer aus Magdeburg ließ weiterspielen. Fünf Minuten vor der Pause hatte LFC-Torwart Julian Finke sein erstes Erfolgserlebnis, als er einen Freistoß von Sven Becker hielt. Drei Minuten später war er machtlos, als Ali Avcioglu mit einem Pass von Patrik Scholz los zog und mit seinem dritten Treffer auf 0:4 erhöhte.

Gleich nach dem Wechsel musste das 1:4 fallen. Dennis Kutrieb hatte Martin Sengespeick bereits ausgespielt, scheiterte dann aber an dem auf der Linie stehenden Thomas Lettow. Der Treffer fiel aber doch noch, wenn auch umstritten. Martin Sengespeick schien vor Ricardo Franke am Ball zu sein. Der Unparteiische hatte jedoch ein Foul gesehen und gab Elfmeter. Patrick Hinze verwandelte sicher (59.).

Nun bekamen die Gastgeber nochmal Oberwasser. Nach gut einer Stunde parierte Sengespeick ganz stark gegen Franke. Die endgültige Entscheidung fiel eine Viertelstunde vor Schluss. Daniel Pfefferkorn setzte sich auf rechts stark gegen Sercan Konal durch. Seine Hereingabe ließ Andre Zielke mit einer geschickten Körpertäuschung passieren, so dass Patrik Scholz frei zum Schuss kam und zum 1:5 verwandelte. In der 79. Minute erhöhte Scholz nach feinem Solo unter dem Jubel der gut 30 Optik-Fans unter den 192 Zuschauern sogar noch auf 1:6. (D.N.)

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Tore:
0:1 Avcioglu (14.)
0:2 Avcioglu (17.)
0:3 Zielke (25.)
0:4 Avcioglu (43.)
1:4 Hinze (59./FE)
1:5 Scholz (76.)
1:6 Scholz (79.)

Aufstellung: Sengespeick - Berger, M. Lettow, T. Lettow - Gouhari (G / 56. Iraki), Puhlmann, Zielke, Scholz, Becker - Aslan (74. Kalan / G), Avcioglu (64. Pfefferkorn / G)