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FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014. Oberligameister 2015, 2018

SPIELBERICHT

GERANNT, GEKÄMPFT, BELOHNT

"Den hältst du, der hat doch die Hosen voll!" - die 88. Minute im Oberligaspiel Optik Rathenow gegen Greif Torgelow. Optiks Nummer 9, Patrik Scholz, steht allein am Elfmeterpunkt; die letzten Aufmunterungen der Torgelower an ihren Keeper. Dann der Pfiff, Scholz rennt an und... verwandelt! Keine vollen Hosen, keine Tränen, nur grenzenloser Jubel beim FSV nach einem wahren Fußballkrimi.

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Greifs Torwart Marcin Markiewicz rettet vor Mathias Lettow (30. Minute)

"Den hältst du, der hat doch die Hosen voll!" - die 88. Minute im Oberligaspiel Optik Rathenow gegen Greif Torgelow. Optiks Nummer 9, Patrik Scholz, steht allein am Elfmeterpunkt; die letzten Aufmunterungen der Torgelower an ihren Keeper. Dann der Pfiff, Scholz rennt an und... verwandelt! Keine vollen Hosen, keine Tränen, nur grenzenloser Jubel beim FSV nach einem wahren Fußballkrimi.

Wieder einmal musste Ingo Kahlisch seine Innenverteidigung umbauen. Tim Berger musste aufgrund seiner Zehenverletzung passen, dafür kehrte Mathias Lettow nach überstandener Verletzung zurück in die Abwehr.

[img_re]OptikBilder/Saison07_08/Newsbilder07_08/Torgelow/op_torg_wed.jpg[/img_re]Optik hatte sich viel vorgenommen, übernahm von Anfang an das Zepter. So ließ die erste Chance nicht lange auf sich warten. Ekin Gündogdu setzte sich über rechts durch, doch seinen Schuss aus zehn Metern parierte Greifs Torhüter Markiewicz sicher. Auch danach Rathenower Überlegenheit, die Gäste beließen es bei weiten Befreiungsschlägen. Und aus einem dieser hohen Bälle entstand in der zehnten Minute die erste große Torchance für die Norddeutschen, als Pankau eine Flanke nur um Haaresbreite verpasste.

Dennoch spielte sich das Geschehen zumeist in Torgelows Hälfte ab. Pausenlos bearbeitete Optik mit schön anzusehendem, schnellem Spiel die Gästeabwehr, die allerdings hervorragend stand und nicht viel zuließ. Einen der wenigen Fehler konnte Jaballah in der 34. Minute nicht nutzen, als er nach Flanke von Gündogdu freistehend an den Pfosten köpfte. Wie man Torchancen eiskalt verwertet, zeigte auf der Gegenseite der zur Zeit unvermeidliche Daniel Pankau, der in der 40. Minute bei einem der wenigen Vorstöße nach guter Vorarbeit nur noch einzuschieben brauchte. Und eben dieser Daniel Pankau musste drei Minuten später eigentlich sogar das 0:2 machen, bekam aber frei vor Aydin Nervenflattern und verzog aus stark abseitsverdächtiger Position knapp.

[img_li]OptikBilder/Saison07_08/Newsbilder07_08/Torgelow/op_torg_scholz.jpg[/img_li]Trotz "sehr guten Spiels" (Ingo Kahlisch) ging es also wie schon gegen Hertha mit einem 0:1-Rückstand in die Kabinen. Und wie auch gegen Hertha, bewahrte Gökhan Aydin seine Mannschaft drei Minuten nach Wiederanpfiff vor dem möglicherweise vorentscheidenden 0:2. Erneut war es Pankau, der frei vor Aydin aufgetaucht war und mit dem Thomas Lettow so seine liebe Mühe hatte. Bekam Optik jetzt also doch weiche Knie, wurde der Druck zu groß? Die Mannschaft gab die passende Antwort in der 52. Minute: Nach guter Vorarbeit von Becker "vernaschte" Wedemann an der Grundlinie seinen Gegenspieler und legte dann zurück auf Scholz, der freie Bahn hatte und aus zehn Metern flach zum 1:1 einschob.

Die Roten drängten nun auf die Entscheidung, wirkten aber in einigen Szenen zu verspielt, was Ingo Kahlisch ein ums andere Mal zur Verzweiflung brachte: "Wir wollen immer noch einen Haken schlagen und dazu ein bisschen mit dem Hintern wackeln". Schnörkellos agierten dagegen die Norddeutschen, die gegen weit aufgerückte Hausherren die besseren Chancen für sich verbuchten. Zweimal musste der seit Wochen in Topform spielende Aydin gegen Sikorski (56. und 58. Minute) retten, Freyer verfehlte zudem aus dem Gewühl heraus nur um Haaresbreite. Auf der Gegenseite verfehlte Gündogdu das Torgelower Gehäuse mit einem Freistoß in der 60. Minute ebenfalls hauchdünn. Für die Zuschauer hatte sich inzwischen ein attraktives Spiel entwickelt, in dem es rauf und runter ging, und so könnte man allein mit den letzten zehn Minuten einen ganzen Spielbericht füllen.

[img_re]OptikBilder/Saison07_08/Newsbilder07_08/Torgelow/op_torg_pfiff.jpg[/img_re]Darum hier nur die wichtigsten Ereignisse: In der 82. Minute pariert Gökhan Aydin erneut glänzend, diesmal gegen Simsek. Danach ein minutenlanger Belagerungszustand am Torgelower Strafraum, immer wieder versuchen sich Optiks Angreifer durchzudribbeln, doch Torgelow verteidigt bravorös. Scholz' Kopfball wird von einem Greifspieler von der Linie geköpft, eine Hundertprozentige von Wedemann nach Kellner-Zuspiel pariert Markiewicz mit einer sensationellen Fußparade. Kurz danach setzt sich Wedemann wieder durch und wird unfair gestoppt. Schiedsrichter Gerber zeigt sofort auf den Punkt, Scholz tritt an und den Rest kennen wir...

Nach dem Apfiff verständlicherweise große Enttäuschung bei den Greifen, die sich mit Optik einen großen Kampf geliefert hatten und mit etwas mehr Kaltschnäuzigkeit sogar hätten gewinnen können. "Wer soviele Torchancen auslässt, kann kein Spiel gewinnen." bedauerte denn auch Greif-Trainer Eckart Märzke, um abschließend festzustellen: "Solche Spiele kann man nur als Aufsteiger gewinnen".

[img_li]OptikBilder/Saison07_08/Newsbilder07_08/Torgelow/op_torg_trainer.jpg[/img_li]Ingo Kahlisch, der sich nach dem Schlusspfiff alleine auf die Ersatzbank zurückgezogen und seinen Spielern beim Jubeln zugesehen hatte, haderte zwar mit der Abwehrleistung, zeigte sich aber im Großen und Ganzen zufrieden: "Ich habe meine Mannschaft heute klar spielbestimmend gesehen. Nach dem 0:1 mussten wir offener spielen - allerdings war das so offen nicht geplant, deswegen gab es zwangsläufig Chancen für den Gegner. Aber wir rennen und kämpfen hier wieder bis zum Schluss und werden am Ende dafür belohnt, auch wenn das Tor, so wie es fällt, natürlich glücklich für uns war." (N.R.)

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Tore:
0:1 Pankau (40.)
1:1 Scholz (52.)
2:1 Scholz (88.)

Aufstellung: Aydin – M. Lettow, Delvalle, T. Lettow (81. Szabo) – Becker (82. Kalan), Gündogdu (86. Turhan), Zielke, Kellner, Jaballah (G) – Scholz, Wedemann