FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014

SPIELBERICHT

LAST-MINUTE-SIEG GEGEN TEBE

Optik mischt weiter die Liga auf. Nach den Hansa-Amateuren, Türkiyemspor und Greifswald musste heute mit Tennis Borussia erneut ein Aufstiegsanwärter die Heimreise ohne Punkte antreten. Dabei sah nach 90 Minuten alles danach aus, als sollte es bei einem 1:1 bleiben. Bis der unermüdlich rackernde Matthias Kellner in der Nachspielzeit den entscheidenden Angriff einleitete...

52. Minute: Torschütze Matthias Kellner feiert das 1:1. FOTO: Heike Wilisch

Optik mischt weiter die Liga auf. Nach den Hansa-Amateuren, Türkiyemspor und Greifswald musste heute mit Tennis Borussia erneut ein Aufstiegsanwärter die Heimreise ohne Punkte antreten. Dabei sah nach 90 Minuten alles danach aus, als sollte es bei einem 1:1 bleiben. Bis der unermüdlich rackernde Matthias Kellner in der Nachspielzeit den entscheidenden Angriff einleitete...

Die Berliner gingen die Partie hochmotiviert an, wollten offenbar zeigen, dass es auch ohne Savran und Fuß geht. Und so spielte sich das Geschehen zunächst meist in der Rathenower Hälfte ab, allerdings ohne dass daraus große Torgefahr resultierte. Optik, auf drei Postionen umgestellt, hatte mit der aggressiven Spielweise der Gäste so seine Probleme und kam nur selten zu einem geordneten Spielaufbau. Erst nach gut einer halben Stunde konnten sich die Roten befreien und eigene Angriffe initiieren. Die beste Rathenower Chance in einer nervösen, vom Kampf geprägten ersten Halbzeit vergab Ekin Gündogdu, dessen Schuss nur haarscharf am Pfosten vorbeistrich.

Direkt nach Wiederanpfiff, es waren gerade einmal 15 Sekunden gespielt, folgte die kalte Dusche für Optik: Alles hatte mit einer Flanke gerechnet als Ümit Erdigir auf der linken Seite auftauchte; doch der überlegte es sich kurzerhand anders und schoss aus spitzem Winkel direkt - 0:1! Wer erwartet hatte, dass dieses Tor die Gäste beflügeln und die Hausherren schocken würde, sah sich getäuscht. Optik übernahm nun die Kontrolle. Und nachdem Scholz knapp gescheitert war, sorgte Kellner nur fünf Minuten nach dem Rückstand für das 1:1. Einen Freistoß von Gündogdu konnte TeBe-Keeper Greil nur abklatschen, so dass der Ball zu "Kelle" kam, der von der Strafraumgrenze direkt abzog.

TeBe mühte sich auch danach redlich, die drei Punkte mit nach Berlin zu nehmen, doch waren die Probleme im Angriff nicht zu übersehen. Nur ein einziges Mal musste Martin Sengespeick ernsthaft eingreifen und einen Ball mit einer spektakulären Flugeinlage aus dem Eck fischen. Die FSV-Elf, auch wenn sie nicht ihr stärkstes Spiel zeigte, stand in der Abwehr sicher und wirkte in ihren Offensivaktionen meist zwingender als die Hauptstädter, was auch Gästetrainer Gajda nicht verborgen blieb: "Immer wenn Rathenow nach vorne kam, wurde es gefährlich." Die beste Chance vereitelte TeBe's Torhüter als er einen Kopfball von Delvalle in großem Stil parierte.

Auf der Gegenseite hatte Sengespeick mit Yilmaz' Kopfballversuch weit weniger Probleme, der frei vor dem Tor nur einen laschen Aufsetzer direkt auf den Schlussmann zustande brachte. Da lief schon die 90. Minute und die Veilchen hatten noch einmal alles nach vorne geworfen. Und dann kam das, was für Gajda "schon ein bißchen in der Luft" lag: Kellner erkämpfte sich im Mittelfeld den Ball und leitete blitzschnell auf den frisch eingewechselten Pfefferkorn weiter. Der 19-jährige legte, allein auf weiter Flur, im Strafraum noch einmal quer auf den ebenfalls eingewechselten Kalan, der sich die Chance nicht entgehen ließ und abgebrüht zum umjubelten 2:1 vollendete. (N.R.)

Ein sichtlich angefressener TeBe-Trainer Johann Gajda nach dem Spiel: "Wir konnten heute keinen Druck aufbauen und die Torchancen, die wir hatten, haben wir kläglich vergeben. Wenn ich die letzten Spiele mit dem heute vergleiche, liegen Welten dazwischen. Es hat der absolute Willen zum Sieg gefehlt."

Sein Gegenüber Ingo Kahlisch war dagegen rundum zufrieden: "Erstmal ein Riesenkompliment an meine Truppe. Das war heute das i-Tüpfelchen auf ein geiles Jahr 2007. Insgesamt war es ein glücklicher Sieg, den sich die Jungs schwer erfightet haben." Auf die von Kahlisch ungeliebte Frage nach dem besten Spieler seines Teams wußte Optiks Coach heute sogar jemanden hevorzuheben: "Aus einer sehr guten Mannschaft hat bis zu seiner Verletzung Mathias Lettow herausgeragt, der hinten alles abgeräumt hat." Und bezüglich der Welten, die zwischen den letzten TeBe-Auftritten gelegen haben sollen, entgegnete Kahlisch: "Eines muss ich noch sagen: Wir haben hier schon Hansa, Türkiyemspor und Greifswald geschlagen. Unser Haufen kann also auch ein bißchen was!"

Tore:
0:1 Egirdir (46.)
1:1 Kellner (52.)
2:1 Kalan (90.)

Rathenow: Sengespeick - Berger, Szabo, M.Lettow (89. Kienle) - Becker (G), Delvalle - Gündogdu, Kellner, Scholz, Jaballah (78. Kalan) - Wedemann (90. Pfefferkorn)

TeBe: Greil - Can (57. Thiam), Below, Mohra - Wanski, Petrowsky, Ergirdi, Kalkan, Biermann (72. Galic) - Yilmaz (52. Avcioglu), Aydin