Tore: 1:0 Gündogdu (26.), 2:0 Pfefferkorn (57.)">

FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014

SPIELBERICHT

OPTIK BESIEGT GREIFSWALD IN UNTERZAHL

Mit dem Greifwalder SV mußte heute im "Erlebnispark Vogelgesang" wieder ein Favorit dran glauben. Und alle die dabei waren, werden wohl noch lange von diesem 2:0 zu berichten wissen. Von einem begeisternden Spiel und von einer großartigen Rathenower Mannschaft, die in der Oberliga noch für so manche Überraschung gut sein dürfte. Tore: 1:0 Gündogdu (26.), 2:0 Pfefferkorn (57.)

Die Torschützen Ekin Gündogdu und Daniel Pfefferkorn. Fotos: Heike Wilisch

Mit dem Greifwalder SV mußte heute im "Erlebnispark Vogelgesang" wieder ein Favorit dran glauben. Und alle die dabei waren, werden wohl noch lange von diesem 2:0 zu berichten wissen. Von einem begeisternden Spiel und von einer großartigen Rathenower Mannschaft, die in der Oberliga noch für so manche Überraschung gut sein dürfte.

Die Vorraussetzungen für ein großes Fußballspiel waren nicht die Besten: Gäste-Trainer Andreas Zachhuber mußte auf sein bewährtes Sturmduo Kampf-Krüger verzichten und auch beim FSV fehlten bekanntlich vier Stammspieler.

Und als wären die Rathenower nicht schon gebeutelt genug, kam es in der 14. Minute richtig dicke, als Gökhan Aydin beim Versuch, außerhalb des Strafraums den Ball zu klären, das Leder an die Hand bekam und von Schiedsrichter Schramm aus Magedeburg mit Rot vom Feld gestellt wurde. Das warf Ingo Kahlischs Konzept natürlich völlig durcheinander, der nun umdisponieren und mit Christian Kienle einen Offensivspieler opfern mußte, um für Ersatzkeeper Martin Sengespeick Platz zu schaffen.

Doch die Optik-Zehn machte dieser Platzverweis erst richtig "heiß", und die Gäste waren sichtlich beeindruckt ob der forsch auftretenden Gastgeber. Von einer Greifswalder Überzahl war nichts zu sehen und so fiel der Rathenower Führungstreffer in der 26. Minute nicht mal überraschend. Einen weiten Freistoß von Scholz hatte Gündogdu, unhaltbar für Greifswalds Keeper Sadler, ins lange Eck verlängert. Danach zog sich der FSV zurück und die Gäste übernahmen das Spielgeschehen, allerdings ohne sich bis zur Pause hundertprozentige Torchancen zu erspielen.

Nach dem Seitenwechsel gab es den erwarteten Sturmlauf der Boddenstädter. Und wer weiß, wie sich das Spiel entwickelt hätte, hätte nicht Martin Sengespeick in der 51. Minute Lemkes Schuss mit einer sensationellen Parade um den Pfosten gelenkt. Diese Aktion schien der gesamten Mannschaft Sicherheit zu geben. In der Defensive wurden souverän und fair die Zweikämpfe gewonnen und dann ging es blitzschnell, meist über die linke Seite, nach vorn.

Auf ähnliche Art entstand auch das 2:0: Berger hatte sich den Ball erorbert und war, angetrieben von den Rängen, in Lucio-Manier über den gesamten Platz marschiert. Seine Hereingabe missriet zwar, aber über Umwegen kam der Ball zu Gündogdu, der geschickt querlegte auf Pfefferkorn. Der 19-jährige ließ noch Sadler aussteigen, und so war das 2:0 nur noch Formsache.

Die Greifswalder versuchten es danach mit dem Kopf durch die Wand. Doch mit den meist lang in den Strafraum geschlagenen Bällen war die souveräne Innenverteidigung Lettow-Szabo-Berger nicht zu beeindrucken. Ganz anders Optik: Statt die Bälle blind weg zu schlagen, wurde bis zum Schluss sehenswert nach vorne kombinert, was der lautstarke Rathenower Anhang mit viel Beifall quittierte. Am Ende waren die Gäste mit dem 2:0 sogar noch gut bedient.

Der einzige Wehrmutstropfen an diesem gelungenen Fußballnachmittag waren der Platzverweis von Gökhan Aydin und die fünfte Gelbe für Patrik Scholz. Personell wird es also im nächsten Spiel beim BFC Preußen mehr als kritisch. Doch eins hat der heutige Tag gezeigt: Mit diesem Team ist immer zu rechnen... (N.R.)

GSV-Trainer Andreas Zachhuber:
"Ein absolut verdienter Sieg für Rathenow. Auch in Unterzahl war Optik die bessere Mannschaft, weil sie viel mehr Leidenschaft an den Tag gelegt haben und wir zu keiner Zeit ins Spiel gefunden haben. Also nochmal Glückwunsch an Rathenow - gute Mannschaft! Alles Gute für die restlichen beiden Spiele."

Ingo Kahlisch:
"Nach der Roten Karte ist mir natürlich Angst und Bange geworden, weil ich Greifswald in dieser Saison schon zweimal gesehen habe und weiß, was sie für einen starken Fußball spielen, wenn sie ins Rollen kommen. Das haben wir verhindert, haben aber auch in Unterzahl versucht, ordentlich Fußball zu spielen - dem Trainer manchmal ein bißchen zu viel. Ich denke, die Zuschauer sind heute alle zufrieden nach Hause gegangen. Eins zwei Sachen müssen wir noch besprechen, die will Herr Kahlisch anders haben, auch wenn gewonnen wird."

Bürgermeister Roland Seeger:
"Man merkt, dass die Truppe wächst. Ein ganz tolles Spiel. Tolle Leistung. Ich bin stolz."

Dirk Szabo:
"Wie haben eigentlich die anderen gespielt? Egal. Wir sind die Größten!"

Tore:
1:0 Gündogdu (26.)
2:0 Pfefferkorn (57.)

Aufstellung: Aydin (14./Rot) – Berger, Szabo (G), M. Lettow – Becker, Gündogdu, Kellner, Scholz (G), Jaballah (90. Czarnofski) – Kienle (14. Sengespeick) – Pfefferkorn (G/84. Kalan)