FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014. Oberligameister 2015, 2018

REGIONALLIGA

OPTIK TANKT WEITER SELBSTBEWUSSTSEIN

Nach einem verdienten 4:1-Heimerfolg gegen Budissa Bautzen ist Optik wieder im Rennen um den Klassenerhalt.

Foto: Christoph Laak

Von Christoph Laak

84 Tage hat es gedauert. Nach dieser langen Zeit hat Regionalligist FSV Optik Rathenow gegen den FSV Budissa Bautzen endlich den zweiten Saisonsieg eingefahren. Wie am ersten Spieltag gegen Neugersdorf hieß es am Ende 4:1.

Optik-Trainer Ingo Kahlisch musste kurzfristig auf der Torhüter-Position tauschen. Luis Zwick hatte im Training einen Schlag auf den Knöchel bekommen und wurde durch Bjarne Rogall ersetzt. Dieser hatte gerade in der ersten Hälfte wenig zu tun. Die Gastgeber legten früh den Vorwärtsgang ein und konnten endlich einmal gleich die erste Chance nutzen. Hasan Akcakaya spritzte in einen zu kurz gespielten Rückpass, umkurvte Bautzens Keeper Maik Ebersbach und schob zur 1:0-Führung ein. Und Optik blieb spielbestimmend.

Gleich mehrmals bot sich die Möglichkeit um zu erhöhen. Einen Schuss von Cüneyt Top sowie einen Flugkopfball von Caner Özcin konnte Ebersbach gerade noch abwehren. Ein Schuss von Akcakaya rauschte knapp am Pfosten vorbei. Optik hätte höher führen können, nein müssen.

Auf der anderen Seite hatte Bautzen nur eine Chance, als Optik-Keeper Rogall zu kurz abwehrte und Mateusz Ciapa ans Außennetz köpfte. Wenig später hatte Özcin die große Gelegenheit zum 2:0, allein vor Ebersbach zielte aber er zu ungenau und verzog knapp. Somit blieb es zur Pause beim 1:0.

Ingo Kahlisch kam bereits nach wenigen Minuten aus der Kabine. "Ich brauchte ja nicht viel sagen, die Jungs haben gut gespielt. Wir müssen aber mindestens 2:0 führen", schätzt der Rathenower Trainer die Leistung seines Teams als sehr ordentlich ein.

Und auch nach der Pause blieb Rathenow zunächst am Drücker und legten den zweiten Treffer nach. Cüneyt Top nahm einen langen Ball von Jerome Leroy stark mit und schob zum 2:0 ein (52.). Doch wie so oft hatten die Rathenower danach erheblich Mühe das Spiel sicher nach Hause zu bringen.

Als Bautzen durch Tony Schmidt, der eine flache Eingabe über die Linie drückte, zum Anschluss kam (71.), drohte die Partie zu kippen. "Wir haben kurz gewackelt, aber dann, wenn auch unter glücklichen Umständen, den Sack endgültig zugemacht", erklärte Optik-Kapitän Leroy.

Was er meinte waren zwei Tore, die man so auch nicht alle Tage zu sehen bekommt. Zunächst war es Süleyman Kapan, der die Bautzener Hintermannschaft früh anlief, einen langen Abschlag blockte und der Ball aus gut 16 Metern ins Tor trudelte (84.).

Wenig später kam es sogar noch besser. Leroy wollte eigentlich einen Ball Richtung Seitenlinie spielen, traf aber einen Bautzener aus Nahdistanz am Kopf, von wo der Ball genau in den Lauf von Özcin prallte. Dieser war auf und davon und schob sicher zum 4:1-Endstand ein. "Wir haben heute das Glück gehabt genau in den richtigen Momenten zu treffen. Das hatten wir in den letzten Wochen nicht immer", so Leroy.

(Christoph Laak)

Ingo Kahlisch: "Wir haben zu Hause schon mehrere ordentliche Spiele gemacht, standen aber mit leeren Händen da. Wir müssen konstant weitermachen und die Liga halten. Einziger Kritikpunkt heute ist die Chancenverwertung, dass wir die klaren Möglichkeiten, die wir top rausgespielt haben, nicht machen."

Torsten Gütschow (Bautzen): "Die Enttäuschung bei uns ist riesengroß, wenn man hier verdient mit 1:4 verliert. Rathenow war klar besser. Sie haben von Anfang an ehrlichen Männerfußball gespielt und die entscheidenden Zweikämpfe gewonnen. So wollten wir eigentlich spielen. Aber wir haben wieder an die schwachen Leistungen der letzten Auswärtsspiele angeknüpft. Wir hatten heute viel zu viele Ausfälle, waren die ersten 60 Minuten gar nicht da. Dann haben wir in der Phase, in der wir das 1:2 gemacht haben, etwas Luft bekommen. Aber dann kriegen wir zwei Tore zum 1:3 und 1:4, die für mich absolut unerklärlich sind."