FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014

SPIELBERICHT

UNGLÜCKLICHE NIEDERLAGE GEGEN DEN TABELLENFÜHRER

Wie schon gegen Hansas U 23 lieferte Optik auch gegen Hertha ein weiteres großes Spiel gegen einen Tabellenführer. Zwar ging die Partie diesmal mit 1:2 verloren, doch schmälert das nicht die Riesenleistung der Kahlisch-Truppe vor allem in der zweiten Halbzeit, als man die Hauptstädter in ihrer Hälfte regelrecht einschnürte. Und dass Hertha-Coach Carsten Heine seinen Torhüter als besten Spieler hervorhob, dürfen die Optiker auch als Lob für sich verbuchen.

Fassungslosigkeit bei Thomas Lettow nach dem Schlusspfiff

Wie schon gegen Hansas U 23 lieferte Optik auch gegen Hertha ein weiteres großes Spiel gegen einen Tabellenführer. Zwar ging die Partie diesmal mit 1:2 verloren, doch schmälert das nicht die Riesenleistung der Kahlisch-Truppe vor allem in der zweiten Halbzeit, als man die Hauptstädter in ihrer Hälfte regelrecht einschnürte. Und dass Hertha-Coach Carsten Heine seinen Torhüter als besten Spieler hervorhob, dürfen die Optiker auch als Lob für sich verbuchen.

Bereits in der 17. Minute schienen die Weichen für das Spiel gestellt zu sein: Herthas Marcus Steinwarth stand goldrichtig und bestrafte einen Rathenower Abwehrschnitzer mit dem 0:1. Aber Optik versteckte sich nach dem frühen Rückstand nicht. Statt die Bäll nur blind hinten rauszuschlagen, kombinerten sich die Roten selbstbewusst nach vorn und kamen so nach einer halben Stunde fast zum Ausgleich: Nach feinem Gündogdu-Anspiel war Patrik Scholz brandgefährlich im Strafraum aufgetaucht, so dass sich Hertha-Keeper Gäng mit vollem Risiko dazwischen werfen mußte, dabei sowohl Ball als auch Gegner traf und "Scholle" zu Fall brachte. Zum Unverständnis der Zuschauer entschied der gute Schieri in dieser Situation auf Eckball und nicht auf Strafstoß, was zumindest sehr fragwürdig erschien.

Doch die Optik-Fans brauchten sich nicht lange zu ärgern, denn wenig später war ihr Team im Glück, als zunächst Ansahs Schuss von halbrechts nur an den Pfosten klatschte und dann Berger gegen Ede auf der Linie rettete. Aber das konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass Rathenow das Spiel inzwischen weitgehend an sich gerissen und laut Gäste-Trainer Carsten Heine "gegen Ende der ersten Halbzeit immer mehr Fahrt aufgenommen hat." Die beste Chance vereitelte Elias Pech nach Patrik Scholz' Kopfball ebenfalls auf der Torlinie.

Hatten die Zuschauer bereits in der ersten Hälfte ein gutklassiges und offensiv geführtes Oberligaspiel gesehen, so rieben sie sich in den zweiten 45 Minuten manches Mal verwundert die Augen. Hertha kam teilweise kaum noch aus der eigenen Hälfte. Mit "sauberen, aggressiven, fairen Zweikämpfen" (O-Ton Heine) erkämpften sich Ingo Kahlischs Jungs immer wieder den Ball und kombinierten schnell und fast immer gefährlich nach vorne. Und so hätte eigentlich schon direkt nach Wiederanpfiff der Ausgleich fallen müssen, als Zielke Pfefferkorn freigespielt hatte, der aber zu lange zögerte und schließlich an Gäng scheiterte.

Und dies sollte sich nicht die einzige Situation bleiben, in der der Torhüter der U19-Nationalmannschaft, den Heine später als besten Spieler seiner Mannschaft heraushob, sein Können unter Beweis stellen mußte. Scholz per Kopf und Zielke per Direktabnahme zwangen ihn ebenfalls zu Paraden. Erst in der 83. Minute war der Berliner Schlussmann endlich geschlagen: Der eingewechselte Dejan Kalan traf mit seinem ersten Punktspieltor nach Pass von Zielke zum umjubelten 1:1 ins lange Eck. Bereits zuvor hatte Kalan mit seinem ersten Ballkontakt seine Gefährlichkeit angedeutet, als er Scholz bediente hatte, der hauchdünn verfehlte.

Die begeisterten Zuschauer hatten sich kaum wieder eingekriegt, da folgte quasi im Gegenzug die eiskalte Dusche: Nach einem Eckball kam Huke frei zum Kopfball und drückte den Ball aus Nahdistanz zum 1:2-Siegtreffer über die Linie. Ein Tor, das so ungerecht war, dass auch jeder neutrale Beobachter einen Klos im Hals haben mußte. Nach dem Abpfiff sanken die Optik-Spieler wie erschossen auf dem Rasen zusammen und Ingo Kahlisch hatte erst einmal alle Hände voll damit zu tun, seine Jungs wieder aufzurichten. Erst nachdem er sich bei all seinen Akteuren bedankt hatte, begab sich Rathenows sichtlich stolzer Trainer zum Pressegespräch.

Ingo Kahlisch: "Ein Riesenkompliment an die Mannschaft. Leider hat das entscheidende Quentchen gegen so einen Spitzenreiter gefehlt. Aber jeder hat heute gesehen, dass wir eine ordentliche Mannschaft haben. Ich mache heute keinem Spieler einen Vorwurf. Das war einfach eine Riesenleistung. Jetzt heißt es, wieder aufzustehen und am Mittwoch ein schweres Pokalspiel bei Stahl Brandenburg zu überstehen."

Carsten Heine: "Zuerst muß ich mal ein Kompliment aussprechen, was hier in Rathenow entstanden ist. So hat die Mannschaft heute auch gespielt. Ich habe schon im Vorfeld gesagt, dass uns hier ein ganz schwerer Gang erwarten wird - das hat sich bewahrheitet. Nach unserem Treffer ist es uns nicht gelungen, mehr Ruhe hereinzubringen. Zum Ende der ersten Halbzeit hat Optik immer mehr Fahrt aufgenommen und mit sauberen, aggressiven, fairen Zweikämpfen das Heft in die Hand genommen. Das hat sich in der zweiten Halbzeit nicht wesentlich geändert und so hatte sich der Ausgleich angedeutet. Dass wir dann nochmal durch eine Standardsituation zum Siegtreffer gelangen, das war sicherlich etwas glücklich. Dieses Glück hatte Optik heute nicht. Ich muss auch meinem Torhüter Christopher Gäng heute ein großes Kompliment machen, der sicher gehalten hat und die eine oder andere 1:1-Situation wunderbar geklärt hat für uns. Am Ende sind wir natürlich froh, dieses Spiel gewonnen zu haben."

Tore:
0:1 Steinwarth (17.)
1:1 Kalan (84.)
1:2 Huke (85.)

Aufstellung: Aydin - Berger, Delvalle, T. Lettow - Becker, Kellner, Jaballah - Gündogdu (86. Junior), Zielke, Scholz, Pfefferkorn (69. Kalan)