FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014

OBERLIGA

AUSWÄRTSSIEG IN FRANKFURT

Mit einem schwer erkämpften 3:1-Sieg beim 1. FC Frankfurt verteidigt der FSV Optik seinen Vorsprung in der Oberliga.

Oscar Ortiz sorgte kurz nach dem Seitenwechsel mit einem Distanzschuss für die Rathenower Führung.

Ingo Kahlisch schickte die gleiche Anfangsformation auf das Feld wie am Dienstag. Und ganz zu Beginn schien sich diese ein wahres Spektakel mit dem Gastgeber liefern zu wollen. Nii Weber kam nach gutem Flankenlauf nicht zum Abschluss, im Gegenzug rettet Bjarne Rogall in höchster Not gegen Sandro Henning. Wieder nur Sekunden später wurde Murat Turhan im Strafraum zu Boden gerungen. Nun ist Frankfurt in der Ringer-Bundesliga seit Jahren oben dabei, aber eigentlich ging es ja um Fußball. Das Spiel lief weiter, es war die erste von zahlreichen skurrilen Entscheidungen des Referees.

Um nicht falsch verstanden zu werden, es sollen nicht sämtliche Pfiffe gegen Optik und auch nicht die Verwarnungen infrage gestellt werden. Es mutet aber zumindest merkwürdig an, wenn hinterher Anhänger beider Vereine die Ansicht äußerten, Nico Savoly hätte am Samstagnachmittag anscheinend keine Lust gehabt, im Stadion der Freundschaft zu pfeifen. Aber es stimmt, dieser Eindruck drängte sich dem Zuschauer auf.

Was das Spiel angeht, sah es fast die gesamte erste Hälfte gleich aus. Stürmische, voll motivierte Frankfurter, die bei Balleroberung überfallartig ausschwärmten, dabei allerdings den finalen Pass selten zum eigenen Mann brachten. Es sah absolut nicht nach Drittletzter aus, was der FCF fabrizierte. Die wenigen gefährlichen Torraumszenen gehörten aber dem FSV. Bedingt durch Torhüter Damian Schobert, der des öfteren Mängel in der Strafraumbeherrschung offenbarte, kamen die Rathenower zu einigen Chancen. Wirklich zwingend war jedoch nur der Kopfball von Nii Weber, bei dem nicht viel fehlte.

Gar nichts mehr fehlte beim ersten Angriff nach Wiederbeginn. Den Eckball erreichte zwar niemand im Sechzehner, dafür aber der knapp außerhalb des Strafraums lauernde Oscar Ortiz, dessen Direktschuss im langen Eck einschlug. Unmittelbar darauf eine Schrecksekunde, als Bjarne Rogall, bei allen Flanken sicher zupackend, bei einem Abstoß wegrutschte und das Leder Niclas Weddemar quasi servierte. Im letzten Moment konnte Emre Turan den Schussversuch blocken.

Der schönste Angriff des Spiels brachte das 0:2. Schnell und direkt ging es über Oscar Ortiz, Benny Wilcke und Murat Turhan. Und wenn der Torjäger dann acht Meter vor dem Kasten freigespielt ist... Dann gab es innerhalb von Sekunden zweimal das Duell Jerome Leroy gegen Lars Wiedenhöft. Erst klärte der Frankfurter vor der Linie für seinen schon bezwungenen Torhüter, dann gerieten beide Akteure derb aneinander. Die Gelbe für den Rathenower Kapitän war vertretbar, warum der Frankfurter allerdings ungeschoren davonkam, war unerklärlich.

Noch schlimmer, weil zum Gegentor führend, war die Szene nach gut einer Stunde. Bei einem Konterversuch der Oderstädter war Suguru Watanabe einen Schritt schneller als der Stürmer. Der trat dem Japaner in die Hacken, vielleicht noch nicht einmal mit Absicht. Das ganze passierte kurz vor der Strafraumgrenze. Schiedsrichter Savoly zeigte zum Entsetzen von Optiks Spielern und Fans Gelb für Watanabe und entschied auf Freistoß für Frankfurt. Eventuell sah es aus seiner Position so aus, das darf aber keine Entschuldigung sein. Denn von einem Oberligareferee sollte man schon erwarten, dass er sich bei einem Konter aus dem Mittelkreis in Richtung Tor in Bewegung setzt. Aller Protest nützte nicht nur nichts, sondern brachte Bjarne Rogall ebenfalls Gelb. Und dann Ehre, wem Ehre gebührt: Der Schlenzer von Mathias Reischert über die Mauer ins Dreiangel war super gemacht.

Das 1:2 gab den Ostbrandenburgern natürlich nochmals Auftrieb. Viele Angriffe rollten nun auf die Optikdefensive zu. Die behielt aber den Kopf oben und der Trainer hatte, wie am Dienstag, ein glückliches Händchen. Es war Murat Turhan, der auf 1:3 erhöhte, aber an diesem Treffer hatte der sieben Minuten zuvor eingewechselte Askin Yildiz den größten Anteil. Mit einem Diagonalpass zog der Youngster auf und davon. An den Schlenzer ins lange Eck bekam Schobert noch die Fußspitze, an den Abstauber vom "Langen" nicht mehr.

Dafür zeigte der FC-Keeper 120 Sekunden später, was er auf der Linie drauf hat. Der allein aufs Tor zulaufende Watanabe wurde von Lars Wiedenhöft im Strafraum gefoult, den gar nicht mal so schlecht geschossenen Elfmeter von Jerome Leroy hielt Schobert glänzend. In den letzten zehn Minuten passierte nichts aufregendes mehr, so dass Rathenow die Punkte 33 bis 35 auf der Habenseite verbuchen konnte.

Ingo Kahlisch: "Bei einem Sieg freut man sich immer, manchmal mehr, manchmal weniger. Heute waren die drei Punkte das wichtigste. Von der Art und Weise wie wir hier agiert haben, hat mir vieles nicht gefallen. Aber wir müssen doch ehrlich sein, wir sind auch für Oberligaverhältnisse keine Übermannschaft. Ich möchte eigentlich hier gar nichts weiter sagen, sondern am Montag mit den Jungs vernünftig sprechen, um sie für die letzten Spiele auf den Weg zu bringen."

Peter Flaig: "Ich muss mich jede Woche wiederholen. Es war heute wie zuvor, wir haben eine gute fußballerische Entwicklung genommen, aber die drückt sich einfach nicht in Zahlen aus! Wir waren spielstark, wir waren offensiv. Ich denke, die Zeit kommt, wo wir erfolgreich sind und Punkte holen. Heute war es eine gute Leistung, aber nicht gut genug, um den Gegner zu bezwingen."

Bilder vom Spiel

Video Pressekonferenz

Optik: Rogall (G) - Watanabe (G), E. Turan, Bilbija (G), Wilcke (G) - Langner, Ortiz (80. Tasar) - Weber (70. Yildiz), Leroy (G), Top (84. T. Turan) - Turhan

Tore:
0:1 Ortiz (46.)
0:2 Turhan (53.)
1:2 Reischert (64.)
1:3 Turhan (77.)