FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014

OBERLIGA

STARKER AUFTRITT GEGEN TEBE

Im Spitzenspiel des 19. Spieltages setzt sich Optik gegen Tennis Borussia Berlin mit 3:1 durch.

"Geiles Spiel, geile Atmosphäre." Das war nicht der Ausruf eines Fans am Bierstand, sondern die Einschätzung von Ingo Kahlisch. Damit stand er nicht alleine, die meisten der über 500 Zuschauer, die bei strahlendem Sonnenschein eine tolle Oberligapartie zu sehen bekamen, teilten diese Meinung. Im Spitzenspiel des 19. Spieltages setzte sich Optik gegen Tennis Borussia mit 3:1 durch.

Dass der FSV mit der gleichen Formation wie in Malchow begann, verwunderte nicht. Zum Familienduell kam es erstmal nicht, Berlins Ertan Turan saß auf der Bank. Los gings: Während man in der Vorwoche vom Anpfiff weg nach vorn agieren konnte, war diesmal zunächst die Abwehr gefordert. Die Veilchen legten nach einer bislang makellosen Rückrundenbilanz nämlich äußerst selbstbewusst los.

Nicolai Matt scheiterte an Bjarne Rogall, den Nachschuss von Maximilian Stahl klärte Julian Ringhof artistisch. Wenig später ließ Cüneyt Top einen Slalom um Rathenows Akteure folgen, mit dem er auch im alpinen Skizirkus punkten könnte. Da rettete der Optik-Keeper per Fußabwehr. Dass sein Team nach zwei klare Chancen das Defensivverhalten vernachlässigt habe, bemängelte Cemal "Teddy" Yildiz später. Mag sein, aber den Fans, gut 100 kamen aus Berlin, war das herzlich egal.

Jetzt ging es nämlich fast im Minutentakt in beiden Strafräumen hoch her. Murat Turhan wuchtete einen Kopfball an die Latte. Alte Fußballerweisheit: Macht ein Keeper einen einzigen Fehler, gibt es ein Tor. Zuerst Danny Kempter, der beim zugegebenermaßen wunderschönen Schlenzer von Dragan Erkic einen Tick zu weit vorne stand. Das 1:0 hielt nur rund 60 Sekunden, dann kam Bjarne Rogall an eine Ecke nicht richtig heran. David Rowley staubte zum 1:1 ab. Davor und danach dürfen sich beide Torhüter jedoch eine famose Leistung bestätigen lassen.

Und weiter ging die Hatz. Rathenows Außen, Erkic und Wilcke liefen zu Hochform auf. Teufelskerl Kempter entschärfte die Versuche von Jerome Leroy, Dragan Erkic und wieder Leroy. Da aber reagierte Benjamin Wilcke am schnellsten und schoss flach links zur erneuten Führung zum 2:1 ein.

Was sich hier so einseitig liest, war auf dem Rasen beileibe nicht so. Viele gefährlich nach innen gezogene Ecken und viel Ballbesitz hatte TeBe, wirkte technisch sehr beschlagen, auch wenn nicht jeder Angriff immer zu einer hundertprozentigen Gelegenheit führte. Dazu kam, dass Schiedsrichter Florian Markhoff aus Rostock vor der Pause in der Zweikampfbeurteilung auf beiden Seiten überaus großzügig war, kaum einmal unterbrach. Im Profibereich, wo alles gemessen wird, hätte man bei der Nettospielzeit wohl einen Wert deutlich über 90% ermittelt. Kurzum: Diese erste Hälfte war mit das beste, was seit Jahren am Vogelgesang zu sehen war.

Dass es nicht ununterbrochen so weitergehen kann, war klar. Nun wurde es eine eher von rassigen Zweikämpfen geprägte Partie, die jedoch immer wieder Nadelstiche in den Strafräumen bereithielt. Der bärenstarke David Rowley kam nicht am mehr und mehr im Mittelpunkt stehenden Bjarne Rogall vorbei. Emre Turan vergab die Entscheidung, als er nach Freistoß von Cihan Ucar freistehend vorbeiköpfte. Sebastian Huke verfehlte ebenso frei das Tor und damit den Ausgleich.

Die Borussen bestimmten das Spiel mehr und mehr, Dragan Erkic's Konter-Dreiangeltreffer zählte wegen Abseits nicht. Cemal Yildiz schickte zwanzig Minuten vor Schluss Ertan Turan ins Familienduell, Cüneyt Top, Rifat Gelici, Sebastian Huke - alle fanden in Rogall ihren Meister. Da hatte Ingo Kahlisch längst Victor Lindau für Süleyman Kapan zur defensiven Absicherung auf den Platz gebracht. Der Optikcoach bewies ein glückliches Händchen, Victor spielte den entscheidenden Pass. Benny Wilcke, nach achtzehn Runden noch ohne Punktspielerfolg, schnürte mit einem 20-Meter-Treffer ins Eck einen Doppelpack. Selbst nach dem 3:1 blieb es prickelnd, noch einmal hielt Bjarne Rogall Klasse gegen Huke.

Für Cemal Yildiz war es die erste Niederlage, die er, vielleicht aus Enttäuschung, so kommentierte: "Wir wollten an die leidenschaftliche Einstellung der Vorwoche anknüpfen. In den ersten zehn Minuten hatten wir zwei klare Torchancen. Leider hat meine Mannschaft dann das Defensivverhalten vernachlässigt. Optik hat sich wohl selber gewundert, wie oft sie durchgekommen sind. Ein Dank an Danny Kempter, das beste war, dass es zur Pause nur 2:1 stand. In der zweiten Hälfte wollten wir nochmal angreifen, die Partie nochmal umdrehen. Wir hatten auch ein paar Torchancen, Optik aber auch. Es fehlte auch das Quäntchen Glück, nur so hätten wir hier einen Punkt mitnehmen können. Im Großen und Ganzen war das zu wenig, um hier bei einer Spitzenmannschaft bestehen zu können."

Ingo Kahlisch meinte zunächst: "Wir freuen uns natürlich, dass wir dieses schwere Spiel gewonnen haben. Anfangs gab es zwei ganz klare Chancen für TeBe, da gebe ich meinem Kollegen absolut recht. Dann hatten wir auch drei klare Dinger, die machen wir nicht, so blieb es spannend." Dass zu negative Fazit seines Freundes wollte er so aber nicht stehen lassen, tröstete seinen Kollegen durch seine Aussage: "Ach komm, wir sind doch beide oft auf vielen Plätzen unterwegs. Es gehören immer zwei Mannschaften dazu. Für Oberliga war das ein herausragendes Spiel, viele Torchancen, hohes Tempo, viel Herz und bis zum Schluss spannend. Über den Sieg dürfen nur wir uns freuen, aber TeBe war hier bärenstark!"

Video vom Spiel

Pressekonferenz

Bilder vom Spiel

OPTIK: Rogall - Langner (G), Emre Turan, Ringhof, Stachnik - Leroy, Ucar - Wilcke, Kapan (68. Lindau), Erkic (G/86. Aslan) - Turhan

TeBe: Kempter - Mannsfeld, Aydin (72. Ertan Turan), Stahl (G), Matt - Rehbein (G), Erdil (78. Hager)- Top, Rowley (79. Wittur), Gelici - Huke

TORE:
1:0 Erkic (20.)
1:1 Rowley (22.)
2:1 Wilcke (32.)
3:1 Wilcke (85.)