FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014

OBERLIGA

ERNEUT DAS SPIEL GEDREHT

Beim NOFV-Süd-Spitzenreiter VfB Germania Halberstadt gewinnt Optik trotz 0:2-Rückstandes mit 3:2.

Sie haben es schon wieder getan! Genau wie am Mittwoch drehten die Fußballer vom FSV Optik einen 0:2-Rückstand in einen 3:2-Erfolg. Im Gegensatz zum erkrampften Sieg über Stahl Brandenburg gab es aber am Samstag eine gute Leistung in einer niveauvollen Partie.

Als die FSV-Kicker am Morgen in Rathenow in den Bus kletterten war es einfach nur kalt. Als dann gegen 11:30 Uhr das "Tor zum Harz", so betitelt sich Halberstadt recht zutreffend, erreicht wurde, war es immer noch kalt - aber dazu auch noch weiß. Über Nacht hatte sich eine Schneedecke in der Region gebildet. Zumindest die Linien waren freigeschoben, der Platz zwar rutschig, aber bespielbar.

Bevor es zum eigentlichen Spielbericht kommt, eine Bitte von Dragan Erkic, der hiermit gerne entsprochen wird: "Schreib mal mit rein, ich habe meine Prüfungen für die Polizeiausbildung bestanden, schriftlich und die praktische in Sport!" Na dann, bald heißt es also am Vogelgesang wieder "Schau, schau, der Kommissar geht um..."

Los ging es allerdings erst mal ohne den angehenden Volkspolizisten. Auf den Außenbahnen durfte sich die Jugend austoben. Das klappte, der FSV war gegen den bislang alle Testspiele gewinnenden Spitzenreiter der Oberliga Süd anfangs tonangebend. Schon komisch, aber die Flachländer stellten sich viel schneller auf den Untergrund ein. Victor Lindau und Benny Wilcke vergaben die ersten Möglichkeiten. Auf der Gegenseite deutete Schiedsrichter Tim Kohnert nach zwölf Minuten auf den Elfmeterpunkt. "Hand ja, aber doch niemals innerhalb vom Strafraum", beteuerte Julian Ringhof noch lange nach Spielschluss. War egal, Florian Beil scheiterte an Bjarne Rogall. Nicht nur deshalb gab es von draußen schon nach einer Viertelstunde ein: "Ich bin wirklich angenehm von uns überrascht."

Dann kam es allerdings knüppeldick für Optik. Erst musste Emre Turan kurz an der Seitenlinie behandelt werden. Das nutzten die Germanen zu einem Pass genau in die Schnittstelle der Abwehr, Nico Hübner traf zur Führung. Kaum vier Minuten später war Florian Beil einen Schritt schneller als der aus dem Tor geeilte Rogall und schlenzte aus spitzem Winkel auf das Gehäuse. Die etwa 40 Zuschauer waren sich nicht sicher, ob das Leder überhaupt den Weg über die Linie gefunden hätte, doch dafür sorgte Julian Ringhof beim Klärungsversuch. Ein geradezu klassisches Eigentor. Rathenow brach nicht nur nicht auseinander, sondern zog seine ordentliche Linie weiter durch - und belohnte sich. In einen Freistoß (es gab nur ganz wenige, alles lief sehr fair ab) von Cihan Ucar lief Murat Turhan und war per Kopf zum Anschluss erfolgreich. 2:1 hieß es auch noch nach 45 Minuten, was gemessen an den Chancen eher den Würstchenstädtern schmeichelte.

Nach der Pause war der VfB engagierter. Einige Stammspieler runter, ein paar Nachwuchskräfte, die sich dem Trainer aufdrängen wollten rein, schon war mehr Tempo beim Gastgeber. Besonders über rechts beschäftigte der eingewechselte Dustin Messing ein ums andere Mal mehrere Rathenower Defensivakteure. Den Namen dürfte sich Andreas Petersen dick unterstrichen haben. Aber diesmal lief es umgekehrt. Drei gute Chancen nutzte Halberstadt nicht, statt dessen machte Optik das 2:2. Wer wars? Der Polizeianwärter. Dragan Erkic musste bloß noch den Fuß hinhalten, richtig gut die Vorarbeit von Jerome Leroy. Das war dem Kapitän zu gönnen, sonst wäre es für ihn wohl ein gebrauchter Tag gewesen. Vier dicke Dinger, und nicht einmal eingenetzt...

Am Ende triumphierte der Norden sogar noch über den Süden. "Das Glück des Tüchtigen", diese Floskel durfte hier wörtlich genommen werden. Beim Torschusstraining am Donnerstag hatte es Marcus Stachnik wieder und wieder mit dem Vollspann versucht, geübt und geübt. Am Samstag klappte es. Von Murat Turhan angespielt, zog Marcus volley ab, unmittelbar neben dem linken Pfosten schlug das Leder ein. Dass es beim 2:3 blieb, lag zum einen an VfB-Keeper Paul Büchel, der zweimal gegen Dragan Erkic parierte und zum anderen an Marcel Machalski, der bei der letzten Germania-Chance den Schuss von Daniel Kasal per Fuß von der Linie schlug.

Ingo Kahlisch
"Heute freue ich mich richtig über die Leistung. Man hat gesehen, dass Potential in der Truppe steckt. Ich denke, wenn sich alle konzentrieren und ordentlich mitziehen, können wir noch ein bisschen was erreichen."

Mitziehen wollen auch wieder Suguru Watanabe, der bereits mit dem Lauftraining begonnen hat und Süleyman Kapan. Süles Verletzung erwies sich glücklicherweise nur als schmerzhafte Prellung, er wird am Montag mit Läufen wieder einsteigen. Befragt zu den Aussichten, den Punktspielauftakt am kommenden Samstag wirklich vollziehen zu können, meinte Ingo Kahlisch: "Wenn in der Woche wie angekündigt tagsüber deutliche Plusgrade herrschen, sollte es gehen. Wir wollen auf jeden Fall spielen."