FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014

OBERLIGA

SIEG IM ERSTEN HEIMSPIEL

Eine starke Teamleistung bringt Optik einen 4:1-Heimsieg gegen den Tabellenführer.

Foto: Kay Harzmann

Erstes Heimspiel, erster Sieg! Gegen Lichtenberg 47 setzte sich der FSV Optik mit 4:1 durch. Über die Höhe des Sieges mochten einige diskutieren, an der Berechtigung des Erfolgs gab es keine Zweifel.

Die erste Überraschung gab es schon vor dem Anpfiff. Trotz Abstieg und zeitgleich stattfindendem Bootskorso fanden fast 300 Besucher (darunter auch ein Grüppchen Gästefans) den Weg zum Vogelgesang. Bei Optik rückte Emre Turan für Martin Weber in die Startelf und auch der Spitzenreiter änderte nicht viel.

Fast in gleicher Besetzung wie in Frankfurt, nur Mayoungou kam für Wahl, war 47 mindestens eine halbe Stunde das bessere Team. Auffällig in der Anfangsphase war vor allem das Übergewicht in den Zweikämpfen. Das führt dann natürlich irgendwann auch zu Gelegenheiten. Kiminu Mayoungou hätte seine Farben in Führung bringen müssen, scheiterte aber aus Nahdistanz an Bjarne Rogall (14.). Und - diese Elf aus der Hauptstadt wirft ein Rückschlag nicht gleich um. Den überraschenden Rückstand, als Murat Turhans Kopfball im äußersten linken Eck landete, steckten die Gäste nämlich sofort weg und kamen ihrerseits nach einem krassen Abstimmungsfehler in der neuformierten Deckung des FSV zum schnellen Ausgleich.

"Dann neigte sich das Pendel leider nicht in unsere Richtung." Was Uwe Lehmann meinte, waren zunächst der Kopfball von Thomas Brechler, dem Pfosten und Rogall gemeinsam mit viel Glück den Erfolg nahmen, und dann zwei haarsträubende Kapriolen der kantigen Kerle in der Abwehr. Erst verschätzte sich Philip Einsiedel total gegen Arda Dülek und machte diesen Stellungsfehler durch ein Foul an der Strafraumgrenze wett. "Roooot" schrieen die Fans. Nur Gelb, aber dafür 2:1 war die bessere Variante. Murat Turhan zirkelte den Freistoß wunderschön um die Mauer. Kaum 120 Sekunden später zog Dragan Erkic nach einem Steilpass auf und davon, hatte allerdings noch zwei Verteidiger im Nacken. Trotzdem rannte Niklas Wollert aus seinem Kasten. Zu langsam, Dragan kam an ihm vorbei und schoss zum 3:1 ins Netz.

In der Pause wackelten in der Gästekabine zwar die Wände, zur Wende kam es aber nicht. Rathenow wirkte nun konzentrierter, leidenschaftlicher und scheinbar auch etwas stärker an Kondition. Nicht, das die Hauptstädter aufgaben, sie versuchten schon alles und stellten dann im späteren Verlauf auch auf Dreierkette um, um noch mehr Personal für die Offensive zu haben. Aber gegen die Optikabwehr, in der Marc Langner in der Innenverteidigung eine richtig gute Leistung bot, gab es kaum noch ein Durchkommen und infolgedessen fast nur noch Fernschüsse. Der FSV lauerte auf Konter, muss sich aber den Vorwurf gefallen lassen, diese häufig zu langsam abgeschlossen zu haben.

Ein paar gute Chancen gab es dennoch, unter anderem traf Victor Lindau eine Viertelstunde vor dem Abpfiff die Latte, und in der Schlußminute machte der soeben eingewechselte Caga Aslan nach tollem Solo von Kwasi Boachie den Deckel drauf.

"Lichtenberg ist schon ordentlich besetzt. Wir wollten erstmal die Räume eng machen und kontern. Nach dem 1:1 bekamen wir Probleme. Da hat man gesehen, wir haben noch viel Arbeit, aber heute bin ich rundum zufrieden", meinte Ingo Kahlisch. "Positiv überrascht hat mich Arda Dülek. Der Junge hat in den beiden Wochen eine gute Entwicklung gemacht. Was soll ich sagen, die ersten drei Punkte gegen den Abstieg!"

Sein ehemaliger Spieler und jetziger Lichtenberg-Coach Uwe Lehmann resümierte: "Ich bin mit dem Ergebnis sehr unzufrieden, vor allem, weil wir doch in der ersten Halbzeit ein sehr ordentliches Spiel angeboten haben, gegen einen guten Gegner gute Angriffe gefahren haben. Aber einige Spieler sind noch nicht abgezockt, einfach noch zu wild. An allen vier Dingern haben wir 'ne Aktie. Wenn wir da noch die Abläufe besser reinkriegen, effizienter werden, werden wir auch noch unsere Punkte holen - aber nicht gegen den Abstieg!"

Rathenow: Rogall - Bahr, Turan, Langner, Wilcke - Leroy, Lindau (75. Ucar) - Dülek (V/71. Weber), Boachie, Erkic (V/87. Aslan) - Turhan

Lichtenberg: Wollert - Sinan, Runge, Reiniger(V), Einsiedel (V) - Braune (V), Banze - Mayoungou (62. Höltge), Jahn (71. Künne), Grüneberg (V) - Brechler