Timur Binerbay brachte sein Team in der 73. Minute auf die Siegerstraße.
Gegen den Oberligarivalen SV Altlüdersdorf unterlag Optik Rathenow in einem kurzfristig angesetzten Testspiel mit 0:2. Ingo Kahlisch versuchte es dabei mit einer doppelten Viererkette und davor zwei Stürmern. Das taktische Experiment zeigte allerdings nur bedingt Erfolg.
Ebenso wie Altlüdersdorf schlug der FSV auf dem Kunstrasenplatz sofort ein hohes Tempo an, allein es fehlte an Präzision. Immer wieder landeten gut gemeinte Pässe im Aus. Die Männer aus dem Oberhavelkreis waren im Spielaufbau einfach genauer. Zwangsläufig ergaben sich so auch Möglichkeiten.
Waled Enanis Kopfball nach zehn Minuten ging knapp neben den Pfosten. Nach einer halben Stunde eine kuriose Szene. Ein Freistoß von Salih Cetin ging wie eine Flipperkugel im Strafraum hin und her. Zweimal hielt Marcel Subke stark. Erst gegen Waled Enani und dann bei einer direkt aufs Tor gezogenen Ecke von Özgur Özvatan. Zwischen beiden Paraden hatte der Rathenower Torhüter Glück, als Orkun Bicen völlig frei vor dem Kasten den Ball verfehlte. Chancen auf der anderen Seite bekamen die rund 80 Zuschauer nicht zu sehen.
Die zweite Hälfte bot ein anderes Bild. Wieder im gewohnten 4-2-3-1 agierend, gab es schon nach ganz kurzer Zeit die erste klare Gelegenheit für die Hausherren. Moris Fikic scheiterte am sehr gut reagierenden Selvedin Begzadic. Nachdem im Gegenzug Felix Baitz den wohl eher als Flanke gedachten Versuch von Timur Binerbay entschärfte, begann Rathenows beste Phase.
Aber an diesem Tag wollte das Leder nicht ins Netz. Eine zu kurz abgewehrte Ecke nahm Mario Delvalle direkt. Mit vereinten Kräften holten zwei Gästespieler den Ball von der Linie. In der 68. Minute standen beide Torhüter im Mittelpunkt. Sowohl Begzadic, der den allein vor ihm auftauchenden Vincenzo Ferrera stoppte, als auch Baitz, der gegen den im Konter auf ihn zulaufenden Binerbay rettete, erwiesen sich als Meister ihres Fachs. Leider verletzte sich Ferrera dabei an der Schulter und musste vom Platz.
Innerhalb von 180 Sekunden entschied dann Timur Binerbay die Partie. Zunächst nutzte er eine unglückliche Aktion von Mario Delvalle, der unbedrängt über den Ball trat, zum 0:1. Und in der nächsten Szene holte er im Zweikampf mit Patrik Scholz einen Strafstoß heraus, den Özgur Özvatan zum 0:2 verwandelte.
Der FSV gab nicht auf, aber mehr als ein zu hoch angesetzter Volleyschuss von Mario Delvalle und ein Schuss aus spitzem Winkel von Dejan Kalan, den Begzadic hielt, sprang nicht heraus. Der SVA hätte zwischenzeitlich sogar noch erhöhen können, Steven Russow traf den Außenpfosten.
"Auf Grund der ersten Halbzeit ein verdienter Sieg der Gäste", erkannte Ingo Kahlisch an. "Nach der Pause haben wir zumindest ansatzweise ordentlich gespielt. Mit sechs Wechseln und dem Rückstand wurde es dann natürlich schwierig. Alle wissen, dass wir uns enorm steigern müssen. Nochmals ein Kompliment an Altlüdersdorf. Vor allem zu Beginn war das sehr guter Fußball."
Etwas Positives gibt es aber auch zu vermelden. Im Funktionsteam des FSV gab es Zuwachs. Alexandros Tsiatouchas fungiert ab sofort als Betreuer. Der 21-jährige ist Student der Sportwissenschaften. (D.N.)
Bilder vom Spiel >>
Aufstellung: Subke (46. Baitz) - Delvalle Silva, Coric, Scholz, Tröger (46. Ferrera, 71. Kalan) - Wilcke, Hellwig (66. Mpoutsis-Voutsis), Leroy, Tsiatouchas (46. Fikic) - Yilmaz (66. Pfefferkorn), Turhan (46. Cankaya)
Tore:
0:1 (73.) Binerbay
0:2 (75.) Özvatan (FE)