FSV OPTIK RATHENOW

Brandenburgischer Landespokalsieger 2013, 2014

OBERLIGA

TABELLENFÜHRUNG AUSGEBAUT

Gegen starke Strausberger gleicht Optik zweimal einen Rückstand aus und sichert sich mit dem 2:2 einen wichtigen Punkt im Aufstiegsrennen.

2:2 zu Hause und dennoch gewonnen. So in etwa kann man das Ergebnis zwischen dem FSV Optik und dem FC Strausberg deuten. Denn nach der Niederlage von Tennis Borussia am Freitag konnte Rathenow den Vorsprung auf den Verfolger zwei Spieltage vor Schluss ausbauen.

Zehn Minuten standen beide Abwehrreihen sehr gut. Übersetzt heißt das, die 350 Zuschauer konnten die Pfingstsonne genießen, auf dem Platz tat sich nicht viel. Dann scheiterte Patrick Baudis an FCS-Keeper Marvin Jäschke. Der Torhüter der Gäste sollte sich in der Folgezeit als überragender Akteur erweisen. Murat Turhan erst per Schuss aus der Drehung, dann mit dem Kopf, Süleyman Kapan nach Doppelpass mit Murat, ein Super-Freistoß-Knaller von Jerome Leroy - immer blieb Jäschke Sieger.

Zwischendurch hatten die spielerisch ordentlichen, taktisch sehr gut eingestellten und zweikampfstarken Strausberger auch zwei Torabschlüsse. Beide vom Ex-Rathenower Caga Aslan. In der 30. Minute klärte Bjarne Rogall mit dem Fuß gegen den konternden Tino Istvanic, allerdings landete das Leder bei Aslan, der aus rund 40 Metern zum 0:1 ins leere Tor schoss.

Unmittelbar nach dem 0:1 verhinderte Optiks Torwart mit guter Parade ein zweites Gegentor. In der turbulenten Schlussphase der ersten Hälfte schaffte Caner Özcin doch noch das 1:1, einen Pass von Kapan drosch er humorlos hoch ins rechte Eck.

Aus der Kabine kam Optik mit noch mehr Angriffsmut. Strausberg wurde nun phasenweise in der eigenen Spielhälfte eingeschnürt, Angriff auf Angriff kam auf die Fünfer- (später sogar Sechser-) abwehrkette zu. Aber die Randberliner behielten immer den Kopf oben. Zum einen fand sich immer jemand, der sich in die Schusslinie warf, zum anderen probierte es der FSV viel zu selten über außen. Auf die Zuspiele in die Mitte hatte sich die FC-Defensive sehr gut eingestellt.

Nach knapp einer Stunde jubelten einige Fans bereits, doch auch beim Kopfball von Emre Turan bekam Teufelskerl Jäschke die Fäuste rechtzeitig hoch. Völlig auf den Kopf gestellt wurde der Spielverlauf, zumindest der der zweiten Halbzeit, als Faton Ademi mit dem ersten und einzigen Schuss aufs Tor das 1:2 erzielte.

Eines darf man Optik zugestehen, der Kampfgeist war da. Chancen übrigens auch. Emre Turans wohl noch leicht abgefälschte Bogenlampe flog auf statt ins Netz, Jerome Leroy volley drüber, nochmal Jerome an den Außenpfosten - es war zum Verzweifeln.

In der Schlussphase wurden den Gästen die Beine schwer. Das zeigte sich unter anderem auch darin, dass sie nach einem insgesamt fairen Spiel in den letzten acht Minuten fünf ihrer sieben Karten kassierten.

Nach einem der nun zahlreichen Freistöße konnte Cüneyt Top einen zweifach abgewehrten Ball zum vielumjubelten 2:2-Ausgleich über die Linie schieben. In der fünften Nachspielminute dann noch ein Versuch von Nii Bruce Weber, ganz knapp vorbei. So blieb es beim 2:2, das von den Rängen mit viel mehr Beifall als Enttäuschung bedacht wurde.

Christof Reimann: "Ich bin sehr zufrieden. Gegen den Spitzenreiter zweimal in Führung gegangen und einen Punkt geholt. Dabei begann es schlecht gegen uns, Optik war sehr, sehr stark. Es war schon hitzig, viele Kleinigkeiten führten zu Spielunterbrechungen. Das war aber auch ein Stück weit unser Plan, den Gegner aus dem Rhythmus zu bringen. Wir hatten dann ein paar tolle Aktionen im Spiel, aber die Heimelf war dominant, hatte viele Chancen. Ingo, ich weiß, du willst das noch nicht hören, aber ich gratuliere schon mal zur Meisterschaft. Es war eine Freude, noch mal gegen euch zu spielen."

Ingo Kahlisch: "Wir wussten, Strausberg ist konterstark, hat gute Leute, kommt schnell nach vorne. Der Gegner hat das wirklich ordentlich gemacht, wir wurden etwas hektisch. Heute lief einiges falsch, das waren mehrere Sachen. Ist ja auch klar, da war ein bißchen Druck, die Jungs wollten unbedingt gewinnen. Immer hinterherrennen ist schwierig, so nehmen wir den Punkt gerne mit. Meine Mannschaft hat bis zum Schluss ordentlich gefightet, aber ich muss natürlich sagen, einfacher und klarer Fußball zu spielen - das muss wieder besser werden. So wie das Spiel war, kann ich mit dem Unentschieden leben. Drei Punkte mehr als TeBe und zwölf Tore besser, wir haben weiterhin alles selbst in der Hand."

RATHENOW:Rogall - Watanabe (69. Adewumi), Turan, Bilbija, Wilcke - Ortiz, Baudis - Özcin (89. Weber), Leroy, Kapan (69. Top) - Turhan

STRAUSBERG: Jäschke - Mastalerz (G), Sobeck, Günaydin (G), Karim (85. Barlage), Hinz (G) - Ademi (G/79. Kemter), Rötzscher (70. Suter), Angerhöfer (86. G/R), Aslan (G) - Istvanic

TORE:
0:1 (30.) Caga Aslan
1:1 (43.) Caner Özcin
1:2 (66.) Faton Ademi
2:2 (83.) Cüneyt Top